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Full text of "Böcklin"

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► 



KOHLER ABl L1»«A«Y 




L 




£tcbl7aber=2lu5gaben 



Mn|il5r-Dott00rapl|i5n 



3n l^erbinbung mit Tlnbevtn ^eiausgejeWn 



#. fenaAfug 



LXX 



liötklin 



SMtfett unk Itifiig 

1907 



il^öcäitn 



5F ri^ ü. f fWni 



ZTItt ^06 2tbt)il6ungen unb einem fatbtgen 1Cite[bt(t>e. 




(907 



Dit Reptotiiiftion btt Ubbtibnngtn erfolgt mit iStneltmigiin^ t>er 
pttoto^roftjifdren Union in niBni^en, nadf bertn JInfnaltmen i\t ^hma 
3I[pf)ons Btutfmann in lllfiiwfiert Bie Vtadplattta tttiqtfUüt ijat — 
mit !(usnai)me ies ^Utüitits niib bet 3Ibbili>nngen 40, 53 im!) ;ä — , 
iDeld^e lant Unterfd^iiftcn andere Vttlt^n ftaben. 



n Kififtfr A »ittifl ir 



um: 871 

Orp 1 D 1909 

yvio 
0S7 



glsia. ülaQ i'i UquireDgcaDütf im 99c[[iist tun Smn) (aiiffiiunBl in WüuAcii. U)u Stitc U.j 



flmold BOcktin. 



Hrs im 3a^te 1893 SBerfafftr biefer Beifen ben auftrag erfiiclt, für bie „Wlonati- 
^efte" von ißelfiaßen & ^laftng einen furgen 9Iufiaf( über SBücflin ju fd^cettien, 
nnigte et gu feinem ©launen etfafjren, bafe na^egu gar lein SRaterial üficr ben großen 
Sflnßler bet Öffenttic^fcit oortag, ba% über i^n übet^aupl faft noc^ nii^tg gefdineben 
roorben mar. Unb ti Riirb bot^ |o Diel gefc^neben in beutfdien £anben! ©e^Sunb' 
fet^gig ^a^ie alt mar ^Reiftet 9(moIb unb noi^ fiatte i^n bie beutjc^e $ubligt^f nid|t 
entbeät unb jener Stuffag in ben „SDIonatS^cften" ^nt tnirflit^ gn ben attecer[ten Sßubli- 
fdtionen gehört, bie einiges SRateiiat über ba8 Seben $Öf(inS btad|ten. @ä roai nur 
^unHeS unb ©agenVft^^ ü^^'^ i^n gu ^iSien. @d [tili unb menfdienfern mar ber ftarfe, 
jielfidicre ©t^reiter feinen ^eg gegangen. Qi gab freiließ avd) Wmate ber Seute ge= 
nug, benen fein ©c^affen bie ©diauet feltenftet unb reinfter Sunftoffenborungen bot, bie 
DDt iebem neueren ^erf 93üiflinä mit leucfitenben Singen ftanben; eä gab itiret m^ 
[(^on, bie i^n fc ^d^ gu fc^ä^en inufiten, bofe iflifn bo8 grembartigfte, taai er bieten 
modite, Don Dom^eiein übei ade Stitif ergaben mar. SCber biefe Seute tvaten noi^ 
eine @lemeinbe, fein ^ublitum. ^üt bie breiten älRaffen mar er noc^ nit^t entbedt, ber 
Sfinpfer SBöcflin, unb Dom EDienfi^en SBötHin mugte man fc^on gar ni(^tö. ®uftOü 
gioetfe »iffe niaö, ^iefe eä, er ^abe a\iä) reidilit^ aWatetial gefornmett unb foße „bai 
Jlö(ftinbu(^'' fd^teiben — aber geiftige fftonl^eit bro^e i^n immer tiefer ju umnai^ten. 
Unb fo muBte mütifom, Qu^ um 3ug iebeä Sebenöbatum auS cerftreuten unb oft un- 
fieberen Duellen gufommengelefen inerben. 

Wie gang anberS lag bie @ai$e fc^on gmötf 3a^re fpöter! Söiflin loat in einer 
äSeife po;iutäT gelDorben in ^eutf clilanb , alä märe er f^on ein fiatbeö ^fa^r^unbert 
fang für bflS Sßott gewonnen, gr toor poimlärec gemorben, als irgenbein anberer 
Sünftter feiner Qeii. SS niirb bei un^ balb feinen |)auä^alt gebilbeter 3Ren[cfien tne^r 
geben, in bem ni(^t 9tacl|bilbungen feiner SBetle gu finben finb. 3>ie ^ife [einer 
^Ibet finb im Sunft^onbet mit an bie aDererfte (Stelle gerüift. J)rür aDe fUnftteri[(^n 
unb äftfietifiiien SRenf^en flanb fein SRutim fi^on ai^t Qo^re früher aufect 3rage. Unb 
je^t, 1907, mu§ einer, ber gu ben ^Qeiflügften gä^len toill, fc^on übet i^n fi^impfen! 
Slnbete toiffen freilief), bag ^e fii^ i^n immer nO(f| n\6)t ganj ju eigen gemalt ^aben, 
Ufa, ber fo reic^ ift unb (o tief in feiner Sunft, ba^ man Diele feiner Silber über^upt 
nie auS[tt|öpfen fann im ©enuffe. Sanb um Sonb ift erf^ienen, roorin c^emotige 
greunbe be^ SKeifterS ifire Seobncfitungen niebertegten unb eä ift ein grofeeä ®lü{f, baf; 
trefflit^e SBeobai^ter unter jenen finb. ®uftao SloerfeS äRoteriot ^at beffen ©o^n 
herausgegeben; „Sefin 3a^« mit öiitftin" ^eiftt baä SBuc^, ba8 mit 3ubel begrübt 
niarb, gab eS ioH) gum erften Wale ein lebenbigee, farbigeä ^bbilb beä großen 3Renf(^en. 
Xenn ein großer SKenfdi mar er au4 ber gro^e SDialer! SRubolf ©c^idä Siigebui^' 



«6b. I. EanblAdft mit »uigculnr. IMT. (gu Stllt 14.) 

oufgeii^nungen rtutben tierauigegeben, mit i^rer ttodenen altenmäfeigen ©ai^Hi^teil, in 
bet nun aurfi TOiefaer i^t (pejteller ääcrt liegt. „Edennonnii^e ^ingeöung unb aSa^t- 
tieitstietie" nennt $ugo Bon Sfd&ubt mit gtfiiJIic^fter ©twtolteriftil bie 9Irt, mit welcher 
jener junge Settiner ftünftler in ben ^o^ren 1864 6tä 1869 jebeä ®t\pxäi) mit SBwHin 
aufjtidinete unb lo namentlirfi aut^ bejjen enonnen @(^afe ön tei^nijd&en ©rju^tungen 
für bie 5Ra(^mett rettete. 5)ann brai^ten bie logebfldiec uon Otto SaiiuS reii^e 
auffc^tüRe über bai ^mtn- unb Mußenteben beS ^ünftlerä in beffen glüdlii^fter ^periobe, 
bem :Qän^tx Mufent^alt ber aditaiger ^o^re. 3)Qä bierbänbige, großartige SBtnin- 
roerl ber ^fiotogroflfiijc^cn Union in SRün^en erjcfiien unb §einn^ Sdfreb Si^mib 
Öat nii^t nur eine Slfenge neuen HKaterialä im biogrop^ilrfien %ni beä Dierten SBonbeä 
beigebracht, er ifat mit auftnjfembem Sammel' unb Sodt^erflcift in bem ausführlichen, 
immer roieber ocrbefferten Sitberfatatog beS SOBerfeä eine unenblit^ lucrtDoKe überfictit 
über baS ©i^offen ißörflina eröffnet; eine SIrbeit, bie on !unftgei(^i(|tli(fiem aBert jebe 
anbere SöÄlinpublifation roeit überbietet. 4)enr^ SKcnbelfo^n ^at eine SBödlin- 
biogropliie herausgegeben unb jutef^t Iiat 9tbolf ^reQ feinen „Slmotb üßöiflin" ge- 
fi^rieben, Don otten SBcflinbüi^em jeneä, baä un3 beS groficn SRenfifien ©ilb om 
lebenbigflen erflehen läßt. @8 bleiben htenige ©pifoben melir unerforfi^t in feinem 
geben — am meiften noe^ feine erfte rBmifrfie Beil, oon ber ober DieDeii^t mirflidi 
nif^t aHjubiel ^n beriiftten Ift. §eufe liegt alfo über ©Btftin ein Stoferiat Dor, toie 
mir e« t)ielleief)t über leinen jeitgenöffift^en aßeiftct befi^en; fein St^idfal unb ®e- 
mütöleben, feine fünftlerifdicn ^rinjipicn unb 3*^'^ f'"^ ebenfowo^l befannt, roic feine 
tet^nifclien ©e^eimniffe, feine ^onbroertlid^cn Erfahrungen. S)ie legieren bebcutcn einen 
@(^ag, ber nic^t ^odi genug geniertet »erben fann. Sfft boi^ roo^l in ber ganäen 
neueren Sunftgefc^ic^te — man bürfte fü^n genug fein ju bc^upten: feit bem Sinque- 
eento — feiner geioefen, ber feiner 5ffiirlungen oIS SJIafer fo firfier mar, bun^ an« 



ßebotene« ®enie Wie buri^ unntläffigeiS üben unb gorfi^eii, bet bte ^tmoniEle(|te unb 
1ߣ|^fiotOöie bet garfie (o gut fonnte, mie er! gfitn ttiefe frcitidi aSalen ettoal gaitj 
anbereS, oIS benen, bie fieute barunter bie unmittelbare SBiebergabe eineS farbigen 
9tatureinbni(fd Qer^etien, fo bag man \\^ nii^t wunbem barf, menn ^eute bie giinatifec 
beä ^mpreffioniamuS äödlinS Seßriff ouni TOalerili^en (cfitoff ablehnen. @r l^at 
bie 91atur üieHett^t InlenfiBer ftubiert, al8 irgenbein S^itflenoffe, in feiner Sunft er- 
fd^eint fie immer umgeniertet unb Slonomifi^ verarbeitet. ®d niirb er aQerbing^ jum 
antipoben ber Srnprcffioniften unb ftet|t ebenfoloett Bon i^nen ab, Wie ein 3iogier Dan 
ber äSe^ben, ober ein Dan &)d. Unb fo ^at zi lommen lönnen, bafi ifire ^erolbe 
von ber fi^Ieifiten 9)talerei SSbifßne reben! 

©Didie Stimmen aber ftnb in ajeutfrfilanb oereinjett genug unb fönnen ben ge- 
nnltigen, nie bageniefenen ^tu^m nii^t um einen ©i^atten oetbunfcln, ben bet 9Jame, 
bie ftunft iSöflinS in ben legten 5)ej£nnien errang. Sor allem in S)eutfc^lanb ^ ba8. 
%u81anb berßefit ifin * ja loo^l noi^ nie^t unb ganj befoubfrS bie Slomanen, bie 
granjDfen fielen feltfam fremb Dor ifim. ®ie ^nben in t^m neber bie gro^e atabemif^e 
Sinie, no^ in ber aRalerei baS, moS fie für bie geinfieit beS 3)Ietier§ ^Iten: ben 
flotten ®tid^ unb bie fptetenbe (Steganj. Unb bann tft er ja fo beutfcfi! SuS beutf^cr 
§lrt ift fie geboren, an ben Stuften ber SlntiKe ift fie genährt, biefe in ifirem inner- 
ften Sffiefen feltfam ft^roer ju befinierenbe Sunft! Hai mirb freitit^ ni(^t auf ben 
erften SBlid Bar; ift boc^ ©ötftin bei ben ÜJeutfrfien, ben ^Belgiern unb ben JlrtangDfen 
bet aiei^e nai^ in bet ©rfiule geroefen — in Italien ^at et fic^ ft^tiepdi gefunben 
unb ^at tro^bem ber itatienifc^en ^nft niditö Derbanlt, ja fie fogar jiemlidi gering 
gead|tet. £ie ma^re ^eimot feiner ^nft roar eben in it)m feÜft. (&t war bie 
ftärtfte fiinftlerifi^e 5Betfönlid|leit unb bet reinfte fünftterifc^e SBiHe, ben mir unö 
beuten fönnen, er mar alle«, rooä er TOat, au8 fit^ ^eraud geworben, et tebte unb 
loebte nur für bie Sunft, feine ganje ^eltanfci^auung bre^t fit^ um fie ober ging 
Bon i^t aus. Sloette ijat baS fc^Sne, oft gitierte ^ort gefagt: „<St ift eine bun^ 
unb but(^ ein^eittid^e $erf6nlii^(eit getootben, bie itire gang befummle Strafe ge(|t, 
fonntägfic^ SBege teanbert, o^ne tet^tä unb linfs baS ^anbniert gu grüben. Mes 
bejietit fit^ bei i^m auf feine ffunft, alle# mifet er noc^ i^r, fie ift i^m üDeS, ift et." 



lonblAtin. I84SI4«. 



Sofort aufgeben einer ^erjönlit^Icit in i^rer Äunft ifl ((^Iteßlii^ immer haS ®e- 

^eimniä ßonj großer SOßirfung auf bie SRenfi^en fleweiEtt, bie ficfierfte ©etootir für 
jene Selbfl^errliditeit beä ©rfiaffenben , bie man mit einem Dielmiprou^ten 9lomen 
Originalität Reifet iinb ber befte ©c^ug flegtn bie @efat)r, jemoll ju oerflo^en. SiBie 
ie^r bie« bei Sßcflin juttaf, ba§ be»ei(en gerobe feine aiteraatbeiten, bie er mit (c^on 
irfliDer gejcträbigter ©efunb^cit frf)uf. Stieg, $eft unb ber SRofenbe Wolanb. ffi« ift 
ati Ratten fi(^ it)in ba immer no[^ liiäBIicte in neue, ^errli^ere SUeiten unb Selten 
aufgeton, toöten i^m immer neue aHögtidileiten ber Üjarfteflungämittel tunb gerooiben. 
®ie unDoQenbete $eft foroo^I, alä baä le&tgenonnte SBilb entlfiett SBunber ber Sorbe, 
bie oicneiifit jebe frühere Seiftung SBödünS no(^ übertreffen. Unb hai ft^uf ein ge- 
brochener, fc^on üom ©(^loge gerührter SKann! SBer fein Seben Derfolgt. «»"fl ^^ 
mon^mol fragen: SQJaä ^ätte biefe ungeheure SBiUeuairaft, biejer unerjdiüpflit^ reiche 
®eift geteipet, mären bem äJleiftet fonnigere Sßer^ältniffe beji^ieben genwfenV SBettn 
einer aber bie 3)ofuntentc biefea flebeiiä noc^ etmaö grünbfictier geprüft ffat, fo lommt 
er Diettei^t ju bent ffirgebniä, bafe ffiBdlinS ®enlu8 oon äufeeren SBer^ältniffen \o un- 
abllängig war, als ein Sünftletgeift ba« ufcerfyiupt nur (ein fann. ©eine abgerunbetften, 
nie umftrittcnen Sßetle ^ot er inmitten ber engften Sebenänot gef^affen, äße Sragen 
beä Behagens unb ber (Sjiftenj famen it|m weit erft in jtotiter Sinie. jiiefem SKarni, 
ber bis jum testen ^jourfie in rü^renbfter Aufopferung nur für bie ©einigen lebte, 
jwong aud) bie bittere ©orge um feine gamitie faum eine Sonjeffion ab. 5)cr |mnfler, 
ber ni^töiüürbige, gemeine junget, ^at i^n niematä Dermo(f)t, eine tleine Enterung 
an einem Silbe gu matten, bie e« etma Derfäuflidier gemotzt ^ätte. ©oti^e (£r- 
TOQflungen nwren für i^n f^Iet^t^in nic^t ba — weit hinter i^m lag bo« ®emeire! 
3ebea Don ben oben genannten SDtemoirenmtrten brai^te mieber neue ffleroeife oon ber 
üorne^meti fünftterif(^en ©efmnung unb ber fjo^en SerufSauffaffung ©öctlin« — ntcl(t 
ein 8ug nwrb gutage geförbett, ber unfere S^ifurdit bor itim nur um einen ©diirnnter 
Derblaffen liefe. SBenn unä DieHeii^t einmal Urteile au8 feinem aKunb gemelbet roerbcn, 
bie ein roenig ^art unb einfeitig flingen, fo fuib [\t erftenä ftet» mit Sßorfii^t ouf- 
junel^men — ■ namentlich, maä SloerfeS Hufjeici^nungin angelit, ber ben ftünftter 
erfid)tli(^ oft genug bewußt ju einem beftimmten ((^roffen Urteil ^ingefü^rt tiat — , 
anberfeitä mu§ man ficti gegentoärtig galten, baß bie ganj großen immer einfeitig 
finb. Oft genug ^ot er überhaupt nur ben Angriff eine« anberen pariert — ■ aUer- 
bing« meift fe^r fi^arf! Denn SBötflin f)atte ganj gewiß einen fc^arfen Sßerftanb, Ipar 
ein eminent logifcfier ffopf. 3n (einer gongen 9Jialerci War ja ouc^ eine güQe reinfter 
SSerftonbe^rbeit unb nur barum tommt fie in feinen Söerten nii^t ernüc^ternb unb 
„auStroifoenb'' gur (Srfc^einung, Weil biefer große SHaler autti ein großer ^oet ge- 
roefen Ift. ©ein 9lei(t|tum an poetift^en ^ttn war o^ne @renjen unb fie tuaren 
immer aiiä ber malerifi^en ©mpfinbung ^erau« gewonnen unb Wieber mit unenbUt^er 
Stunft in farbige ©rft^einung umgefe^t. 35lefe Art ber ÄDnäeption ift überfiaiipt ba3 
entfc^eibenbe für SbcElinS SBefen. Sür jeben, ber biefem nö^ getommen ift, et« 
ftfieint ti bo^ a(« ein gar ju ärmliches Unterfangen, wenn je^t fo oft über SBödtinä 
„literarifiie STieigungcn" in geringf^ö^igem Zm gefproi^en, eä fo t|inge(tellt ipirb, 
al« fet er faft met)r *|ioet als SDialet geWefen. Sür i^n war ba« 3KaIen(önnen , bie 
jiclbewußte Stnwenbung ber maferi(4ien Kuäbrudämittel nur bie erfte ©tu(e; bie jiocite 
war bann bie iöermittlung eine« Siatureinbrurfä , eine« lünftlctifrfien — nic^t onct- 
botlfi^en! — ®et)antenä bun^ jene tec^nifc^e gertigfeit. ffil ifl ^eute ber (ä^rgeig 
einer großen 5ßialergruppc , auf ber erffeu ©tufe flehen ju bleiben unb fic^ mit bet 
gKalerei an fic^ ju begnügen. Ein 93ticf auf bie Sunftgefctiii^te le^rt un«, bafe \oidft 
ajcroc^tung beä ©egenftänbli^en nur eine SDiobe fein unb nichts ©leibenbeä bebeutcn 
(ann. 3n ber ©#t""9 ^'^ SJüc^Welt, Bon ber Smitwctt ganj abgefe^en, blieb bis 
balo feine Sunft befielen, bie nit^t aucli etwoa ju fagen tiatte. 3n ber ^aufitfa^c 
(inb bie geinbe beä .©cgenftänblicfien" boc^ meift nur bie, mcli^e (elbft niditä ju faacn 
wiffen unb auä bem SJefi^it einen ©runbfa^, aai ber 9?ot eine Jugenb machen. 3Ran 
muß nur wiffen, wie ^rl, wie mü^fam fo üiele SRoler um einen ©ebonlen ringen 



SRaler, bie einen tuc^tieen ©c^ulfad Doli ^anbmeiflidien Sännen! emioi&en ^ben! 
9Ran mug nur miffen, mic verfiältnUmä^ig leiten bie Oabe einer frui^tbaren $^n- 
tofie ift, roie pttänomenat ieften o6er bie ®abe einet (o unauä^c^Öpfbaren ^^antar«, 
niie fie ein ©öcflin befafe! Unb roteoiet ^upget bie ©obe großer SKeifterlc^ft im 
^Mmbtrerftii^en ift — „^anbtDerllidieä'', notabene! buri^auä nit^t in fietabmürbigenbem 
Sinne genommen! Unb roenn mon baS wei6. tonn man über bie Seringfi^ö^igteit, 
mit ber f^on über SBötflinä literari[ii|e Art gef4)roc^cn loorben ift, ^erjVft I"M^"i. 
Sine große Steige feiner äSitber bebeutet fi^on einfa<^ bei ^ee nac^ eine granbiofe 
Üeiftung, feine »^toteninfef, „@(fin)eigen im SBalbe", „3)a8 btenncnbe @cf)tD|i mit ben 
Praten", „Die aneereäftiHe", „53er fflitt beä Sobe«", , ier pani(c^e ©{^tetfcn* uini. ufm. 
<Si finb freilii^ ®ebicf)te, bie unä ber SKeifter ba fc^enlt, ober rounbetooCle SBilber ju- 
gleii^, unb onottifiert man fic, fo lommt man barauf, bafi eben nur ein ßroßer Xic^iter 
fo malen unb nur ein großer äJtaler fo biditen tonnte. 9iein, mir looKen unä biefen 
großen fSJiaitv nit^t buri^ ben Somurf oertteinern laffen,. er fei „bloß ein ^oet" gemefen! 
@in Äünftlet bon fo üpliiger Borftettungähaft, eine IRatur, bie in aflen i^ren 
Äußerungen gfüfienbc, MS^enbe Serbe mar, ftommt qu8 einer metlroürbig nü^temen an- 



ibt^afl. 1861. (Su Seite 



ift Sa(el, eine $Htn- 
bel^ftabt , ino , rote 
ja in allen foI<^n 
Stäbten, baSlrai^ten 
b« 9J(en((^eit auf @r- 
loetben unb gtfttjaUen 
oon fit^erem Sefit) 
überiüog unb i^rJJlbeQ- 
li#mu8 in 6&igetti(^en 
i^ugenben, faufmän- 
nijc^et Set^tjrfiüffen- 
^eit fii^ genug tat. 
SIuc^ ein geroiffer ))ie- 
tifti((^«: 3"9 / oon 
äu^erlif^er, bieber- 
ntännifc^er 9teligiofi' 
tat fehlte ni^t — 
aUeS in allem nur 
bie ätniD^t)äte ber, 
fonft in mandiem 
rec^t opfeifreubigen 
unb regen ©tabt, für 
bie ISntroidtitnd 8e= 
rabe eineS Sikflin 
ni<^t gSnfttg. $ier 
erblidte un(er Iftei= 
fter am 16. Dftober 
1827 bflS Sidit ber 
SBett afö iai britte 
Sinb (einet ffiltetn. 
^er 3Jater mar nid|t, 
ipie man früher er» 
jö^tte, ein roo^I^aben' 
bec Seiben^err ge- 
irelen, fonbem au# 

bem arbeiterftonbe ^^^ , S^tlnj ftifjt ..r »an. ISM. «JnigL «.mdEMflalrrl, j« «tc«... 

^eroorgegangen. «lö iBu sdK st.) 

et 1824 bie Sungftau 

Urfula Sippe freite, mar et ^tolurif) einet ©trumpffobrit «nb aurf) fein 93atet unb 
®ro|Dater roaten Arbeiter, Sätber unb ©IrumpftDitter geniefen. 3)ie iljamilie ftamntte 
ani S9eggingen im ä'anton ®d|aff^au[en , mo feit bem beginne beS fiebje^nten ^a^r- 
^unbertS bie SBiflinö ^eimatberet^tigt roaten. 2ttä ^tmclb geboren Würbe, ^^attt ber 
Sätet ein lut^gefc^äft «nb 1838 routbe er SDütin^aber einer SBanbroeberei , bie nic^t 
lange flotiette. Dec Sätet Süiftin betrieb bann, meift in ab^ängiget SteQung, mit 
toec^felnbem (Siiüi roedifelnbe ®e[c^äfte. @r ift, at^tunbfiebjigjäfirig, etft 1880 ge> 
flotben, jur 2^ü, aU fein So^n f^on ein groSer äRatct root, 

^m Satet^ufe ^atte Säiflin notürlicti nii^t Diel tünßletifc^ Slntegung gefunben 
unb noc^ roeniget 3:rabition, roof)I ober SJiberftänbe aller %xt ^n ben greifen, in 
meieren feine Altern lebten, ift ber begriff Künftlerlc^aft Don je^er als eng cerfi^roiftert 
mit bem ißagabunbentum angefe^en rootben, unb hai trifft nic^t nur auf ffeine §anbe(ä- 
ftäbte ju, roie Sa|e[ bamals eine roar, fonbem nuc^ in unferen blül)enbften ^nfl» 
jentten, in Sßnriä, ober Sonbon, ober SRüni^en Werben jene SBeoötfeningSft^iiiiten in 



m6. 6. fttnlaui nnb 9Iqinptc. 1BS&. KBnigl. KatfanalguInlE (u «Etlln. (Su Siltc tl.) 

bei $aui)tfad)e übet §un(t nidit anitxi urteilen, ^cr meig, rote Viele auf bem 
SBege jur Siinft ot« aKatobeure liegen bleiben, bor lann iftnen nic^t einmat fo unrecht 
geben. Die ©torfen übeocinben jo boc^ quc^ bcn aßiberftonb bet nüdiften Umge&ung 
unb ein ©tatfer mar SIrnolb SBödtin. Um (o ftätler mar er, aU eä i^m nur um 
bie ^nft aOein ju tun roar, nm bie änbglii^feit fünfttertf^cn ©(Raffend. Sinen 
SBüHaft an öebürfniffen , ober an Ufirgeij noc^ äuSerlic^em ©tonj nat)m er nic^t mit 
in ben Sompf unb \o roarb i^m ber Saml)f, roal perfBnIidie Opfer angebt, beiEffiltniiS' 
inägig leicht. 

übrigens toaren bie ^eime 5U fttnftlerifd)» 9Jerantagung , mie $. SI. Si^ntib 
ftflftellt, tro^ aller öuBerli^en 9tü(^tcmf|eit im Sittflinlrfien ^aufc burfi Dor^onben. 
(Sin jüngerer Srubcr, SSalt^er, ift atä Süpfer lueit über fianbnjerlämoliigeä ^efi^itf 
fiinauSgetotnmen. @in Seim ju fiinftlcn{(^er ^cvnnlngiind lag ja roo^l auc^ in ber 



9Iatur twä fßaitxi, bem EBihfliu, nebenbei ermähnt, in Ipäteren ^otiien unglaublic!^ 
Q^ntirfi gefe^en ^oben joH. ©c inat ein SDIann Bon fe^r feurigem Siemperoment unb 
tnan^etlei rounberlidien SinfäQen, nioEit aui^ eine jiemlic^ unruhige Siatur bei aQei 
gefctiöftlidien S^ibarhtt. Siner romantift^en Saune beS ^aterS, müd^ei biei feiner 
(Sö^ne nat^ ©eftolten au« ®ä)iütci lell taufte, SBerner, Mcnolb unb SBaUIicr, Det- 
banfl äbrtgenS unfei aßeifter fogar feinen 9ianten. 3Ran intereffierte fti^ ffir Sunft 
im $aufe unb ein Ontel iDor, tieigt tS, Slumenmaler. Sfudi Sßufif niurbe in bei 
SJamtlie getrieben. 

Slrnolb SBQdlin befudite hüi @Qtnnafium feiner igaterftabt fünf i^a^re lang unb 
mit gutem ISrfolg. @in tieiger SSilbungS- unb Sefetrieb ift i^m fein Seben tang 
geblieben. SSenn et ben |tomei aucti nii^t im Urte^ (ennen lernte, fo ^t er i^n 
ioti) in ber Übetfe))ung mit einet Sßegeifterung geJefen unb roieber gelefen, bie wir 
aus mancEiem feinet ^eife |erau§füt|ten. Unb ob i[)m aiitiquarifdie Senntniffe fehlten 
ober nit^t, er ift in ganj ^erootragenbem @rabe in ben ®eift ber ^ntife eingebrungen. 
®rin SBer^ältniä ju l^r ittuftriert fid) am beften but(% fein 33er^ä(tniS jur griet^itdien 
$fafti!: tiio anbere eine eifiglölte afiarnmrf^lönlieit fet)en, fa^ er blüIiEnbeö, farbiges 
£eben unb fo mar et aüd) von ber Unmüglid)feit Qberjeugt, ba^ bie großen Silb* 
^uer ber ^ettenen farblofe, tote roeifee „©ipägefirenfter" gefi^ffen fiätten. 91oi| feiner, 
tno^t abfDlut richtigen STteinung, ^tten ^e ifire Statuen metir ober meniget leb^ft 
polQc^romiert. ^ai biefer Smfifinbung für bie Sntife tierauä i|ot er fi(^ bie geftalten- 
reic^e SBett feiner p^antaftifdien tlrt>^'I>Befen geft^affen, ^fen, bencn i)t\%ti 931ut in 



10 

ben Stbetn toHt im @eQenio^c gu ben, bei aller @röge unb tßeibe be« @K1« bix^ nd)t 
blutannen @)e|[f|i)i)Fen ber maleiifäien $f)aiitafte eines ^reQet ober @cnelli. SieKett^ 
ift bte ©übe, atleä farbig ju empfinben, alle« burc^ ^eine iBerüf)runfl mit Sebenä- 
Rpäcme äu erfütten, ein Stbtett ber flefunben ©(^roeijet Staffe. (£in anberer, her Stdiflin 
(päter (o nalie ftanb, ^atte fie ja auä) — iSottfrieb fießet! 

3)ie frü^eima^te bilbnerifdie Neigung be« Snaben fanb gürberung Don, manc^ 
Seite, er burfte mit feinen Srübern bie ftäbtifc^e 3ei(öenf(^ulE unter Sefirer fielterdom 
befucfieit unb ferner genog ber junge ümotb bie ©ammlung Don ^eif^nungen unb 
©emälben ^anS $olbein<3, bie in einem iSaaU ber Uniberfttätöbtbliot^et untergebracht. 



Ȋnigl. ffliitipnorBoIrrtf )u etclin. igu Srtte SS.) 

roenn quc^ nocfi nii^t unbebingt für bie äögemeinfieit jugöngli^ waren. Sötftin ift 
übrigenä tein leibenfiiioftli^er @cl)roätmer für $anä $oIbein geniefen unb ^at il|n, 
mo^I bamalS (diDn, mit me^r SBifebegierbe aÜ öegcifterung betrachtet. fDlan Joeift ja,' 
ba6 !6ö(flin3 SBere^rung für bie bitten ipatet nie eine unbegrenjte unb allgemeine 
mar — feine fiieblinge ^at er freilicfi gerabeju teibenfiiaftlicEi nerefirt, aber eben out^ 
nur bie. 3u onberen, wie ju ben ^tattenern ber SRenaiffance, fjot er betanntlii^ nie ein 
iefir innige« SBerfiältniä finben (önnen. gr ^at eben niemals anberen naäigeptop^wrt, 
ionbern ift ftelä ber eigenen Slnjc^auung gefolgt. Iro^ einer gemiffen ^^te bet 
Serounberung mögen übrigens bie ©ct)öpfungen ^olbeinS bo(t| ftart anregenb auf ben 
ftnaben geroirtt unb in il)m ben SGJunfi^ rege gemacfit ^ben, [lä) ganj ber fiunft ju 
roibmen. 3)eim :Sater begegnete er ^unäi^ft unbebingtem Siiberf)?ru{^. SSie ©i^mib 



»b.9. Van im 6Ailf. IB»;. ffBnigl. «jeue «in^rDl^l, WAn^En. (gu Set» SS u. 18.) 

tii&ffÜ, meinte er, „eS gebe olinebieS f<^on ber Eiungrigen SKaler genug unb ein ,&itame' 
liKcbe bet ürnolb ja bodi nit^t". ^er iSatet mat ein ^op^et, rote fidi gezeigt 
^t — ein „Ualome" ifl Sltnclb Sö^in miiftic^ ni^t getüotben! übet ba8 etroaä 
alflbemifdie Ißat^oö beä oielbetü^mten Sc^iüeiget aonbf^afterä, bet übtigenä troft aOem 
!ein Meiner ^nftler geroefen ift, tarn Södfin fc^on in |einet erften Seit, Ji|on in 
feinen (Som^iagnalanbicfiaFten , roeit t|inaug. Unb ba roar er noii nic^t einmal bec 
SMlin, ben mit meinen! ffit fa^ fefir frü^ ((^nn Biet tiefer in bie Statue ^inein, aÜ 
ber SRaler, bet i^m atl unerretd^bared iSorbilb (jingefteHt routbe unb jtanb ali äanb* 



12 

fcfiafter fitieT^u))t Über jeb«r Staute, ^lä ber Snade IDIater votrbtn noütt, war al)o. 
ber Sßatcr mibei: i^n — abtv bie Slluttct no^m brf Änoben $ortei. ^terju ge!(^aE| 
toitbtx einmal baS, maiS in bei ©cft^ic^te fo Dielet tünftlerüdien Sntmidlungen miebei= 
fe(irt: ba| bie Sßutter baS Xalent juerft fücberte unb erfannte! Sd i[t bieS eine 
Srf<^einung, auf meiere man beim ©tubium Don SünftfErie&enSgefrfiic^ten faft (o oft 
ftögt, tvie etn^a auf bie, bag einem bei fpäter ganj ISiogen auf bei Stiabetnie {ebti 
Xalent abQef)]io<^en tDiib. %\t äRuttec brang in ben alten O&dlin, unb ^ofeffor 
aß. Sadernagef, ber ^Irnotbä Stirer im S)eut[(^cn gewefen unb bem biefer jum aiiten 
leil feinen treffUd^en bcutfdien ©tit Deibanfte, legte Sürfptat^e ein. Enbli(ft gab ber 
3}ater na<^ unb im ^a^ie 1845 burfte fflmolb benn au(^, fpöilic^ auSgcrüftet, auf 



116b. :o. tBonbgcRiilbe [m (lauK »ebcrinb. 18&8. .8(11 b(c Ihiltui.* (8u Seilt 95.) 

bie SüffelbDifer ^abemie jie^en. 3)ei ^tei Eiatte i^n jum Siittiitt in bie ^bcil 
beffimmt — e8 mar eben anbeiä ßefommen. Ser güngling mar fi^on frut|e fo gut 
Riie autobibaftifc^ über bal analen geraten uttb ^atte, junöc^ft mit bem aQeiSimlidiften 
^anbmertäjeug , auf eigene ^uft iSilbei gemalt. 9BeIc^e Dem feinen frühen &anb< 
fc^üften all bie erftitngäatbciten ju gelten ^aben, läfet fii^ roo^I über^upt nic^t me^r 
fo feftfteHen. I)ie fe^r fi(l|er unb feft (jingefc^te Stubie na^ einem romanifc^en ^eug' 
gang beS ©t. Sllbanftoftetä , mo beS Sünftletä ©Itetn nio^nten, mai ito^I einer ber 
elften ißerfudie, ber SSafferfaK in bei Öetsfi^luc^t im SDionblit^t galt noct) üov 
jlüonäig ga^ien mdlini angef)örigen ats beS günftlei« etfteä Ölbilb. @ä ift anerbingä 
^ieifür erftaunlit^ reif unb tec^nifc^ DoHenbet unb fo mag man ti mit !Re(^t je^t einer 
ctmaö fpöteien 3«t (1848) jufc^ieiben (9lbb. 2). ©in Silben au« bem 3at)te 1844 
((^ilbett baö raeitgefpannte Quratal bei Dttingen, eine filftubie mit einet tqpifc^en 



Bftb. 1«. Kgn cifAieitl einen 1>iit(n. laao. 64aitealnlt tn nlQn4[n. (gu Seite M.) 

^Ilpentanb^t^aft qu« bcr SRigiflCgenb i^ üon 1845 botiert. SJon ber (^jäteten ?Irt 
fflüdfinä (ünbeit tiefe Slnfängetatbeiten ito(^ nitfetä. 9I6er mit Üf)erTa{(^ung Wirb 
jeber fienner ißöcflinä baö Ölbitb ein« 9titi[(^en SRuine anfe^en, ba3 1847 entftanb 
(?r66. 1). 3ii i^m lebt nic^t nur bereits bie SBota^nmig jener ntalerijc^en SKeifter- 
ft^aft, bic i^Ecr SQJirfungen fc fidier Vaat, fonbern aud) fc^on ein ftaclei poettfc^er 
3ufl, ber ^uc^ wn 9loBiaiitif, ber au^ um fpäterc JRuinen unb ©t^töJTet auf hti 
aneiftetä Stlbem We^t. 21uf Reinen ötbitbern unb Stubien ber nöt^ften 3a^re fdüt 
junät^Jt ber ge|unbe fräftige Sßaturfinn, ober audfi iro^I, inic in einer Reinen ©e« 
luitterlonbfi^aft Don 1846, bie feine ^eic^nung, ba8 fiebere 3iaumgefflf|t auf. 3)o3 le^t- 
genannte Silb einer flad&en ^eibegegenb ift m^ biefet Stiftung gerabeju erflaunli^; 
in ber {Re^frobuttiDU erinnert eS ungemein an bie ftimmungäUoIlen $€ibebUber beS 



15 

aRünc^enet ßanbjd^ofter« Sornä SBeubert (geft. 1892), bet übrigens felbft roicbet unter 
^öifling StnfluB geftanben i)al. 

ai« Sö[flin 1845 beut SSater bie, (c^r mit ÜBiberftteben gegetene ©ctaubntS 
jum Sunftftubium obgerungen ^otte, mahlte er 2)üf(eIborf aU näd)fte Silbunglftötte, 
meil nio^I im EItetn^au|e bie ?tnfi(f)t gcft, ^iet ne^me man e8 mit bem ©tubium 
genauer, all j. $. in bem etraaS leid^Kebigen äKünc^en. 2)ie früher auägt[t)ro({|ene 
3nelbung, 93i)(flin fiabe jet|t fdion in ®enf gatameä ©c^üter werben noSen, ft(^ tiier 
aber abgeflo^ gefüllt, berul|t auf SFhBoetftänbniä. ®r war eben at^tje^n Saftte 
att geroorben, üIS er, am 30. Dftobet 1845, ba§ eitem^auä ocrfiefi, um norbiuärtä 
ju reifen, feinen a)Jalergef(^iiien entgegen, lein §immetäftünner Dotl Übermut, fonbern 
ein emftftrebenber , in aller jugcnblictien Solide fi^tin gereifter SKenfc^. (Jr crfd|ien 
audi auf ber Slüfrelborfec Slfabemie burdiaul nidit aU iSlenber. Son bem, etlnaS 
jüngeren geuerbai^, ber bort ber erflärte fliebling bc§ STlabemiebiteltorS ©i^aboro 
nwr, Don fiubwig finauB, ber ebenfoK ali üieloerfprec^Enber ©^üleu ber 3(tabemte 
galt, t)erlf)rai4 man ft(f| unb rebete man me^r, aÜ vom jungen Slrnotb üBodlin, ber 
noi^ baju ben IDIiggriff beging, in bie ®ct|ule beS ^iftortenmalerl gerbinonb ^eobor 
^ilbebranbt einjutreten, ber i^m fo gar nic^t entjljraifi. Hber ber grofe angelegte 
Sanbfci^after i^oli. Sßil^elm ©c^irmer jog ifin balb an unb er trat in beffen ^ffe 
über, niD er fii^ al& ein fetir fleißiger ©i^Üler jeigte. S]ie frütien Stubienarbeiten 
S9MIine, rcie fie g. S6. baä 3niin(f|ener ^anbjeiifinungtS- unb ^u^^ferftiifitabinett entf|ält, 
üb«nafc^en buri^ bie eminente @a(^li<^Iett unb (Senouigleit , mit roel^er fii^ ^ter bie 
Statur ftubiert jeigt, mit niel^ er bie formen (ompligierter ^aumäfte unb grog* 
blättriger !ßflanjen bi§ inä fleinße nadibttbete. ©ie^t man bieS, fo nimmt eS einen 
nicfit me'^r rounber. Wie torreit alle folt^en Dinge noi^ auf feinen ©ilbem ber 
(pöteften Seit bargefteHt finb, atä er längft leine ©tubien mefir jeic^nete. ®r l)atte eben 
bie @cammatif feiner ^nft fe^r grQnbli^ gelernt unb barauS, ba| er ein ))^änomenaIe8 
®ebä(^tniä befaft — in ber $^t)fiDlogie biefeä auSerorbentfic^en fflolil boS Sßunber- 
barfte! — unb mit ben Singen eigentli<^ fein gonjeS Seben lang unabläfftg ©tubien 
malte, erHärt fit^ ber beifpiellofe ESorrat an ^nnerungsbilbem, über ben Sßb^in ieber- 
jrit Derfügte, roie ein anberer über fi^meHenb gefüllte äl^j^ien mit ©tubienblättem. 
91d(^ im $erb^ 1845 jeicfinet er feine erften ^ftubien. S)ie äRÜnc^ener äRaidinger' 
fammlung enthält ein paar folctie, bie aui^ aus biefer 3^t ftammen mögen. SIui^ fie 
äeigen, Wie jene erflen SonbftliaftSbilber, not^ teine ©pur beS tünftigen SBrftin — 



laes. Vlulcum lU «a[Fl. (Su Stitc 43.1 



aber tü^tige @(^ä- 
leratbeiten [inb cä 
— für einen, ber 
jum erften äfZalc 
baä jdilDeie ^oblem 
be« nadten SWen- 
ff^enleibeS Cor ^c^ 
^tfogar fet|r täd|- 
tige Slrbeüen, ein- 
fa^, o^ne ®miaU 
tuet», mit grogetn 
Scrftänbniä für bie 
Oormenptaftti gear- 
beitete B^it^nunscn- 
9tuf geit^nte^niic^e 
9Jittmi|ität ^in, bie 
leiber auf ben ?(fa- 
bentien immer noö^ 
eine Diel ju groge 
atoHe Ipielt, finb fxc 
hat<5)aüi nii^t „ge- 
bei(^felt" — ber 
junge Slrnutb S5rf- 
lin niugte f(^on ba- 
mals re<^t genau, 
tuaö er brauchte unb 
rooDte. 

aiubolf Sofler, 
bertrefflidieSc^roei- 
jet liermaler, ber 

MM. U. »il*ni«aranj£(n*a*.. 1M0-I8M. ^^CRin bülb fc^r 

ijtu Seilt <s.) nape trat unb einer 

ber Wenigen ftünftler 
mar, bie if)ni fein Seben lang na^e blieben, £|üt bcft jungen ßanbämann unb ffoHegcn 
bamatö gemalt. i8d(i(tn i»at ein fd|lanfer groger S3urf(f|, nic^tl rceniger ali ^üb|<^, 
nac^ biefem iSilbniS ju urteiCen, aber boc^ ft^on in feinem äußeren mit bem @tcmpe( 
beä ®in\tä gejetc^net. ^m Jierbft 1846 untemoEim ©üdlin eine Si^meijet Stubien- 
tcife, Don ber er maTic^e ^übl<^e grucfit tn feiner ffla^ipe nac^ ^aufe trug, Sßatb natfi- 
^er trat er mo^t Sollet nofie unb biejer greunbfc^aft öerbanten mir ]o gieralic^ bie 
einäigen umfaffenben Seric^te über Sßödlinä erfte Sc^rjü^te; fic blieben nämficti für bie 
nädifte Qeü eng ä'ifonimen, aui^ aU SBMIin bie r^einiicfie Sunftftabt öerliefe. ©ie 
waren einanbei Dermanbte jloturcn, beibe ficifeig unb t)Ot^ftrebenb in i^rem gac^ unb 
beibe tton ftarlem allgemeinen Silbungäbrang. ^aä er in bet ©c^ulf, oberbeifer: o^ne 
bie ©c^ule, oerfäumt ^otte, (lolte SSötflin butc^ unermübliclieS unb Dielieitigeä Sefen noc^ 
unb ift fein Seben lang ein wa^rl)aft gebilbelet Wann gcroefen, ganj niie fein fpäterer 
Sreunb ^anä S^oma. ^ie beiben jungen ilii^funbe lafen auc^ Diel jufammen unb fi^on 
anfangs 1847 benii)tete Sottet nac^ §aufe, niaä für fdiBne grütfite il)ni aus bem Um- 
gang mit S9bcf(in erroüi^fen. ©o lebcnlluftig bie beiben waren, fie lebten bo(^ fc^r 
^auS^aIterif(^ unb mäßig. SJem, fpäter iu Baci:lio jo tapferen SBöcflin toor iai (Gebräu, 
iai ben 2)üffelbotfec S-unftjungecn bei ber Snapp^eit i^rer TOittet jugdnglic^ loar, o^ne- 
bieS ju fi^lec^t. ©cfion fein ftatfeS tpfliditgefü^l ^at Sößiitin ju einem bef<^eibenen 
Seben gejRiungcn. 3)ie aSiittel ju (einen ©tubien wenbeten ja roo^l bie Eltern niii)t 
(eic^t auf unb bie SHuttet brachte baä Opfer, einen SRietcr inä SQam ju nehmen, nur 
um. ben Sol)n feinen 3"1(^m6 ä" üetfcliaffen. 



17 

@(^on äu SInfoitg 1847 ftrebte $Bd(in — mie (ein ^reunb Sollet! — roieber 
oon 2)üffeIbotf fort. SBörflin bröngte tS mit aHts HBaiiit nüdi ^tis, aber üon gu 
^laufe aus irurbe feinem SBunlcfte iunü(^ft ein SBeto entgegengejegt, ©o begnügten 
fii^ benn bte beiben mit einem Som^romig unb gingen im Mär^ naäf Oelgtcn, boS 
fünftlctifi^, foiu(agen, für fie auf bem f)af6en Sege nad) 5]Bati§ tag. SFht einem 
guten S^uflniä ©diaboiD«, ba« nod^ erliallen ift, üerließ Södlin bie SJüffetborfet STta- 
bemie, um gunädift nadi ftta))ajiöfet 91eife in iStüffel nic^t biel mef|t aii @nttSuF<^ungen 
ju erletien. aucl an alten Sunftft^ä^en fanb er nit^t, Wag et (u(^te, leine „fc^Bnen 
Sonb((^aften". ©0 toanbecten fie im 9Kai naöf Slntroerpen ju einem ?l«fent^It tton 
freilidCi nur roenigen ^gen. ^ie guten &anbf(^aften, bie er fefien raoQte, fanb Südlin 
aurfi tiier nidit. ffit reifte bolb roieber in bie ©diroeij jurüd, mütirenb fioKcr nodi !urje 
3eil in Srüffel blieb, um bonn nad) '$aüs ü&ErjufiEbeln , roo i^n SBBdIin bann 
balb traf. gunSi^ft butc^gog biefer baS ;^o<^gebiige ber ®c^meij in mehrmonatiger 
©tubienreife unb arbeitete ffeiSig. ®r ftatte in faum einjö^riger atabemiterjeit bieleS 
gelernt, ^anb aber junädift, mie natfirtidi, unter bem Sinflug ©(^irmerS. @r f)ielt 
fic^ an ben Ufern beä ©enfer ©ee§ auf unb ©t^mib fdircifit über arbeiten au8 
biefer 3"*: ,.®8 finb aut^ eine ganje Steige ©tubien in Sleiftift, Squatetl unb Öt 
ertjalten, bie nic^t batiert fmb, aber bie gefi^ulte fianb eineS aTabemifdi gebi(beten 
3Jtoini Derraten unb ouf biefer 
IReife entftanben fein roerben." Son 
@et>tember ab mar ber junge 3natec 
in @lenf bei 9IIe£<inber ^lame 
(t 1869). Srte ©rßfee oon ©ü' 
tameö @tt( mag i(|n nio^t on- 
gejogen, bie ®lätte unb gölte, bie 
ber berühmte analer geigt, aber aud^ 
mieber baju beigetragen ^aben, bafe 
Vödlin nid|t aüjutange bei i^m 
audE)ieIt. Slaju nafim jener [i^ 
fetner @d|üler burdiauS ni(^t felir 
intenfii) an unb, mübe, beS Sßei' 
fterS Sitt|ograt>^ien nadijugeic^nen, 
trat Sijd(in nadi brei ^ixi^ aui 
biefem Sltelier auB. ©in ©c^ület 
Sakme« ift er alfo in Safir^t 
nie geroefen! SIBaS er bi8 jum 
Sfteft beä 3ü^re8 getrieben, fte^t 
nit^t feft. :3m ^nuar 1848 
btaäf er, mit fparlidien SHittefn 
oerfetien, na<$ ^aiis auf, roo eine 
^rte ©i^ule ber entbe^rungen 
unb (Snttäufdiungen feiner tnai' 
tete, aber audi mäi^tige Sebenö» 
einbrOde über i^n !amen, bie er 
nie bergag. Ob ber fünftlerif^ 
@eroinn beB ißarifer 9Iufent^aItB 
für SiSiftin groß War, flefit ba- 
^in. @idier aber ^at jener bagu 
beigetragen, ben ^üngting inner- 
lich freigumac^en von allenfalls 
ererbten Äeften Itcinftäbtifdier Sng- 
^ergigfeit unb fleinbürgerlii^er 9Jor' 

urteile, unter raetdien er aufge- tn.ib. »iitmi« bei xtagDtiR sannq sanau^'i. 
tvac^fen War. iBw-iesit. (Su sdtt *».) 

V. CRtni, tiadEin. o 



IS 

^ii Dor fuijem roar üEwt ben benftoitibigen ^arifcr Sufenttiatt fiulerft Votn\% 
befannt. 5Run aber t|Qt a gre^ au« ben Srinnetungen Slubolf SoHet« gtrabc bicfe fiüde 
in SBrftinS flebenägefc^ii^te auf« inteteffanlefte ergängt. Sm SRotgen beä 14. Sebruat 
toui^te ber fangcnttie^tte gteuitb pl&^liä) im 3immer ßoQerd (%it iSmieuU 29) auf 
uiib blieb für« tx\tt mit biejem Dereint. Sie jrfiliefen in einem SBette, ba« Re ob' 
nK(ii(e(nb jutec^t maciiten unb etienfo führten T« gemeinjame Söc^e. ©ie itior \d)me.\ 
genug unb ben Sle[u(^ ber ftaatlii^en ober einer piioaten ^nft{(^ute geftattete fie beit 
greunben nii^t. @o motten [le fic^ benn fleißig an» Kopieren atter SReifter unb 
jeidineten im OTtfaat eineS gelcilTen ajtr. ©uiffe, ber jelbft einft SRobett, unb groat bei 
3. ß. SJoBib gelDefcn mar. ^m gab e8 meber einen forrigierenben SReiftcr, nod» 
irgenbtoelc^e ©i^ulam^t, eS gab Mofe ein aRobell unb atoum jum Snt^n«"- S8ü8 
einer nit^t aus f«^ (elbft fanb ober ben Arbeiten eine» ffotlegen obfa^, lernte er eben 
nirfit. 3n SEBcfiröeit ift baS faum bie fc^Ie^tefte Mrt Don Sunftftubium — beffet ip 
fie iebenfalfä, ats ber 3)riII eine« eng^ergigen Se^rerä. Son frü^ biä mittag« geiiineten 
bie Sreunbe bei @uiffe, nat^mittag« fopierten fie im Souore, abenbS arbeiteten fie 
mieber im Wtfaot <Sä ift rfi^retib gu ^Sren, toie anfpruc^öto«, ja, toie ärmlii^ ilirc 
SebenStwife Irar, fein mugte. 2)o« magere Siejeuner bei einem dto^W&ditix , ba« für 
11 U^r angefe^t nur, fonnten fie fi(| buri^u« nidit regelm&gig geftotten unb nur 
ba« „SJiner" jU einem ^Iben gronlen, ba« [it in bem gleichen üppigen Seftouront 
einnahmen, Kurbe regelmäßig genoffen. Bu §aule, in i^rem ©tübc^en, malten fie 
eigene ^ntpofitionen, bodj toar $Sdlin mit fiel) felbft nii^t einig unb nixEi ftarl im 
®u(^en. (£r fofiierte niiiit fo biet, nie fein ^eunb, toanberte nio^l grübelnb in feinen 
freien ©tunben untrer unb füllte [läf im Orunbe nidit fe^r tpo^l unter ben gronjofen- 
©päter ^at er fie ia überhaupt nii^t ausfielen fönnen, roie loir fe^en merben. %on 
i^rer Sunft fagte i^m am meiftcn ber, tto6 ganj onberer toloriftif^er lenbenjen i^m 
fe^r Derrcanbte Sorot ju, audi ^ule» 3)upre unb merTroürbigertiieife nrirb berichtet, bag 
(£outure« „älbmer ber ^erfaUgeit" ouf i^n (Sinbrucf mai^ten, ein 9ilb, ba« gegen 



. 8n«i" S'-nani. 1M4-18«. 



«B6.17. flilbni» Bon grau Bilrf[in. 16«B? (3u S«il( 49 u. 58.) 

SMIinä ©f^tlbemngen antifen Sefienä getiolten, bodti tto^ ^ofiet Dualitöten, falt unb 
atabeinifi{| fti^ ausnimmt. 

®tet^ bie erfteit ffioi^en Don be8 jungen SünftferS Äufentfiatt in Sßoriä flcftalteten 
(ic^ burc^ äufeete SuföttE rei^t lebhaft: bie gtbniatKöoIution tobte bu«^ bie ©tra&cn 
bet ©eineftabt. Sörflin, bet fic^ injtmldien ein IleineS Sitetier in ber 31ue be l'Sft 
gemietet ^atte, geriet mit Soüet ouf bem Sffiege ju biefer ^rbeitsflätte in ben @tiom 
ber ceoolutionären SHenge. SHan bot i^nen ©eme^te an, p* loiefen biefe }urü(f, aber 
ntitgerilTen mürben fie unb bie umgebenbe äßenge {türmte ben Souore. f&i blieb ben 
Sreunben feine anbre ^aifl unb, obroot)! o^ne adt SSaffen, ftürmten fie mit. ^t 
in bie S&äft, Idd bie fiungrigen Sumfiane ein ©tüd — ^armefantöfe aU gute iSeute 
mitnahmen, bann in ben ^ronfaaC unb bie löniglii^en @emdi^r, mo bie aufgeregte 
äRenge niiiit Abel ^aü^t. 3Ser aber jic^ beitommen lie^, ju ))tünbern, lourbe unten, 
Don ber SBaiie ber SWationatgcrbe, bie jeben ^erauöfommenben unterfut^te, ob er 
SBeute bei fii^ trüge, (ofort niebetgef(^o(fen. 53ie Sieutbe, benen fii^ nodi ein SanbS- 
mann, ber Supfer^et^ aSerbmüHer, angeJc^tofTen ^atte, gitterten m(t|t tcenig für 
i^r Seben, fie blieben aber unbe^eCigt unb burct)jogen bie ©tobt, bie öoH milb" 
malerifdier ^Silber war, unb baö ^at^aug, mo fie Souii tBtanc unb Samartine leben 
Elbrten unb ficEi tangnieilten. Ser junger plagte bie armen Surfdien unb fo Det' 
füllten fie benn ben erbeuteten „^armefanläfe" — fdtiaubenib fpuit ber erfte i|n 
nrieber au§: eä mar ©uppcnfett! — ®aö reor SBöÄtinä SBeteiligung an ber gebruar« 
reoofution ! 



20 

^iefe 6tai$te t§ mit fii^, bal bit S'uRftfammfiingen, nie aui^ ber Sntfaal beS 
aJIr. ©uiffe tange gefi^foffeit blieben. Um (o fleifeiget matten fie beitn on i^ren 
OriginaI(cim))otiliOTim. ^^ce SDiittel maren injtnijdien ret^t fnopti geioorben unb, um 
fpatfamet — not^ (par^omer! — ju leben, entlctiloffcn fle fiäi, i^ren eigenen ^ii8^ 
^alt etniuciditen. @ie tauften, biDig genug, aber für fie immer voäf siel ju teuer, 
ben nradügen ^audiat eineS tieireitenbcn Sollegen unb rictiteten bamtt in ber Shie be 
r@ft neben bem ertcä^nten Sftetier eine 2)a(!|ftube ein. ©ie tDOÜten au<$ leibet foc^n 
unb ertoarteten fidi ein föftlic^eä ftünftlerib^II. ©e^r mit Unredit! Siur^ jene frag- 
milrbigen Stnfcfiaffungen I)otten fie fidi faft Don allen aßitteln entbibftt, ben 9teft feine« 
®e\itti muBte Slöi^lin opfern, um einem in :Setlegen^eit geratenen $oi^|eitereifepaar 
auB Safel bit fflüdte^t in bie $>eimat gu ermögliiüeu — alle ©elbquellen ber beiben 
^eunbe ^biten auf ju ftiegen unb bte uutier^ünte 91ot jog bei i^nen ein. VIIe£ 
$erfe^lidie no^m ben 3Beg jum 3Ftont be $i4tä, aber ed nur ni(f|t Diel. Siuri^ bie 
Söt^ itirer ©tiefel ft^auten bie ©trumpfe unb »urbeu mit fi^roarjer garbe angemalt, 
SIuc^ füiS ^ferbefleifi^ reichte ti ft^lie^tit^ nic^t me^r, fte lauften fu^ gefottene fiar- 
toffeln in einer ©emüfebube, an benen fte ficti aui$ bie erftarrten $Snbe toSrmten — 
tä (onnte nic^t me^r fif|tect|ter ge^en! 

S)a mürbe Wubotf ftoHer nat^ ^oufe gerufen unb IBMIin, beffen Skr^ltniffe fo 
roeit geregelt rourben, bafi er, bei feiner unbegrenjten »nfprut^glofigfeit, t>or bem Set- 
jungem gefc^ütit mar, blieb allein in ^riB. Sie ©türme ber Sebruarrebolution 
roaren oorüber. S3er Sünftler I)at fiift i^rer fein ßeben lang gern erinnert, benn eS 
mar eine jwar toilbe, aber farbenbunte, an grofeen ginbrüiJen reiche S^it Sn bie 
gunireDotution beS Sabte^, bie er fifiaubemb no^ miterlebte, bad|te er fceilic^ ntd)t 
gerne jurfiif. ^rid fi^namm in %lut unb ber junge MaUx fa^ Dom äenfter feiner 
SBo^nung ou8, roie man bie jufammengefangenen SebeHen nieb«fnoHte. ©iner um 
ben anbecn trat, wie Söcftin fpäter erjä^lt ^at, an bie SIBanb, pettte fit^ bereit unb 
tommanbierte felbft „^Jeuer!" 3)a3 @raufen mehrte fic^ für ben 3"f<i»uc^. "l^ ^ 
In mehreren ber Ungtüilitfien Sodegen Dom 9tte(ier ©uifTe b« crlannte. ffir (elbcr 
enBüm einmal mit fnoppet 3lot über bie Sloctier. 

9Io(^ einem Vierteljahr ungefäfir Oerlieg er ^aris unb fe^rte nac^ Sßafel jutütt 
aUbett Steinet, ber Diel jjcffelnbeä jur ^f^i^ologie Sötflin« ju fagen njufite, ft^reibt 
übet beffen 5ßorifer Einbrücfe: ffll8 ein reumütiger, derlorcner ©Dt)n mit jetppcften 
^toffnungen, jerfegten ©egeln unb jerbroc^enen SKaften, mit einem ®efü^I, aii ob bie 
§urien feinen Werfen folgten, lehrte Südlin in feine §eimat gurüi. 6r bet)ielt noi^ 
bieten Erlebniffen einen tiefen Stbfc^eu gegen SßoriS unb gegen ba8 SBoIt ber Sjjarifer, 
ttiie er el in ber dteDolution gelegen liotle, einen unübctwinbliilien Sfel. @in eingigeiS 
ajla! in ben fet^giger Satiren liefe fi(^ SBöilin beifommen, noc^ 5ßari§ jujei ügilber jut 
?luäftellung gu lenben. Sielet eingige SJerfui^ enbigte mit einer großen Enttäufc^ung. 
Sie Oemäfbe mürben ifim DotCfammen totge^ängt unb lamen bann befi^äbigt jurOtt. 
91(8 i^m fpater ein gtanjofe lebhaft jurebele, TOieber in 5ßariä ouSgufteQen, ^atte er 
nur bie eine SIntmort: „^üf miinfi^e Don Srongofen nid|t bemunbett gu metben," 
®t ^at nur ein eingigeS 9Kat noi^ frangöftt(^en Soben betteten in feinet legten 
Sebenägeit , bei einem Suäflug nai^ SHonte latlo. Sluf Srängen feiner ®attin 
betrat er ben ©pielfaat — ober frfineQ Derlargte er mieber in« ^m unb fagte: 
„Sieä wtbermärtige *|Bati|er geug mat^t mir übet! 3c^ emffinbe einen unroibet' 
fte^lidien ffilel!' aSMlin, ber trof auSgefprudien fifimeigerifdicr ©tammeäeigentümtii^' 
leiten, Dbertjaupt leine cng^ergig nationalen ©mpfinbungen fannte, fanb in feinem 
SRepublifflneifinn ja oui$ am Seiitfi^en ^eicfie aUertei auSjufe^n. 9118 Sutturarbeiter 
ober füt)lte er ficli beutf^ unb mie beut|i^ er ift, beroetft am bejten bet Um- 
ftanb, i>a% feine Sunft ben IRit^tbeutf^cn fo fc^met gugönglic^ ift, 5Benn man bie 
fiunft nii^t Don einem pattiotifdien ©tanbpunlte aul anficltt, ift legterei bielleidit 
gu betlogen — febenfaKS ip ti dtiaraHeriftifct) für ben SSanbet ber Seiten. Sie 
Slation, bie einen Sorot, einen Siag, einen (Jourbet ^erDorbrat^te — Derfte^t einen 
fflßtffin ni^t! 






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22 

9iQ($ bem Mutigen parlier ^ntennejjo, beffen Siof^tlänöe nodi in moitc^et ßroufiflen 
@i^ouer(j«ne [pätetet 2RotiDe (pulen, blieb ber SJialet junöc^ft bi« jum gebruar 1850 
Wieb« in fiSaJel unb matte gunöi^ft fleißig Sanbji^aften , meift (teinete SBerfe, aber 
auc^ ein paar ^orlrätS, Strbeiten, bie fid) je^t noi^ jum gibgten 3:eil in iSafeln 
Sefig befinben. $. 31. ©cfimib oeriegt auc^ bie Sittflefiung bet oben ermähnten gelfen- 
fc^lu^t im aRonbf^ein (WA. 2) in biefe $eriobe unb ba^ 9i(b ift in ber %at io 
fd|(id|t unb grog im Sinbruif, bag man ti für baS Sigebnid mo^lgenü^ter Set)ija^re 
an(e^en mog. ?tu(I| eine ©tubie ^ierp, bie, ma8 bei Böcflin nidit attjnoft Dorfommt 
bai @emaibe im ganjen (Sffett genau rciebergibt, ift betannt (Sbenfo ftnb ju bei 
merltoürbigen fletnen ü^nbfcfiaft mit ben ®emfen, bie 184S/49 entftanben i^ unb 
1902 im aWünifiener ®(aöpataft auögefteDt, fo öiri grftaunen erregte, auSfü^tUclK 
©tubien öor^nben. ®a8 SSilfaii^en fiel auf al8 erfte Sßrobe tmn ©öälin« raffinierter 
Sarbenlunft, in bem baä SBeig eined ©cEineefeQenS mit bem toatmen %)raun ber ^ge- 



Ilbft.19. 1IIU3iiii(itE Scinii^ciirc. Kcltc Bafiiing. IH^i. S^adgiilcrit )U Statuten. lSu Gtttr SO.) 

tation unb ben Sorben ber liere unb Seifen einen ebenfo fdiönen ol§ eigenartigen 
Wtoib audmacfite.. $5[flin rang bamalä fcfiiDer unb unter ©^merjen um feine ^n\t 
unb bamit mag aut^ bie mef|i ober meniget büftere @runbftimmung biefer Sanbfc^aftä- 
bilber, bie oHeä efier Waren, benn lonüentioneHe ®Ebirgamaterei, jufammen^ängen. ?(n 
Derfi^iebenen (Snttoärfen unb ©tubien erlennt man, roie er fii$ um bie enbgültige @ie- 
ftoltung beä SSilbeä mü^te, wie Ijeilig emft eä i^m mit ber Baäft mar. 3)er SSödfin 
Bon fpäter, ber bie Silber lum größten Seil fertig im ftopfe ^atte mit ollen folo- 
riftifcfien gein^eitcn, e^e et fie auf bie Sxifel ober Seinroanb niebetfctirieb, mar er eben 
no(^ nit^t. ^uä üßtiefen jener 3^it m\% man, bag ber ^ünftter bamals redit Der- 
äroeifett auf feine Strbcit fafi, felbftquälcrifi^ unb unjufrieben. 3n i^m brängte unb 
gärte cä unb e8 mar loofil e^er ein gnv'id aU ein gumenig, mal itm rautlDB mottite. 
9ÜeQei(^t fpiciten audi gefunb^cittic^e «fragen mit. Sr t|atte in ber legten ^^i^ iu 
^riS Unfälle Don Ülad^tmanbeln gehabt, ^m arbeiten Ratten if|n übrigen^ jene inneren 
Sämpfe nit^t getiinbert, benn bie Saifi ber Silber unb ©tubien, toeldie auS ber 3eit 
feines fflafelct Slufent^alteä be!annt finb, ift redit ftatttid). @r porträtiert auc^ feinen 
greunb 3<<tDb ÜRätil^, ben ^ii^ter unb ^tiilotogen, feine 3Kutter unb metirere Sermanbte 



24 

a\ii btv t^amilie $oljai^, foiiiie ein gcäulein Suife @(£inibt, mit melt^er er fic^ itti- 
lobt ^attt. 'üai i5a|elei Sßuleum tiefif^t aui$ eine 1849 gemalzte 3ci(^nuns ^Zitbti' 
paar im SBulbe", nett^e ben aRatei in järtlii^em !Sei{ammenfeiii mit ber SSraut bat- 
fteOt. eine Mei^e ber ffliftcr aus CJdlina erfttr ^Boiefcr Sei* if im öefi^ ^olofr 
^urd^acbtS geioeien. 

3in t!rrii^ia^r 1849 genttgte bei äRater feiner aRtlilÖrfiflii^t , nu^ifc^einlii^ ben 
Sßoi über. SJie e8 i^m babei gefiet, wirb nirgenbs crjä^It. 3m Saufe be8 3^^«* 
^tte fi((| jtvifdien ©ödtin unb jenem SRdbt^en ein inniges SietieSüerfiättrttS angefponnen. 
ier analer (ptelte bie 51öle, oft Wenn er Don ber Sirbtit mifemuttg geroorben roor, 
unb lam fo toiebec tn Stimmung. .S)eS 9!ai^baie ütbiiäf Sliiten [fielen" lotfte fein 
f(l)BneS ©egenüber anä ^enfter unb balb liebten fie fitft. (Eine Verlobung gab bc* 
äRSbc^enl ^ter, ein bemittelter Rüfermeifter, erft hirj e^e ber aJialer nüdi 9iom reifte, 
im ©pät^erbft 1849 ju. SSolb batauf jog eS i^n na^ ber emigen Stabt unb faitm loar 
er bort, alS er bie 9tai^ri<^t eifiielt, bog feine ®etiebte an einer @e^irnentjünbung 



«66. »I. ItOHft 6tt 3)l«fl6fl((na. 188B. Muftum ju »flfcl. (3« StiK 68.} 

geftoiben fei. Seine ^uefrau fanb ifm beiougtloä am SJoben liegenb, ben Unglii<f#- 
brief in ber |)Qnb. @D tief i^m ber ®4fag gegangen njar, er mar botfi jung genug, 
um it|n ii^neQ, zt^t fc^neQ fogar, ju Dernitnben. ^ie (£inbrü<fe, bie it|m baju ^Ifen, 
niaren ju bunt unb reic^ genug, ffir fanb einen frö^Ii(^n beutft^en Sßnftlerftei«, 
unb in bem begabten, ja genialen Sranj Iireber, ber 9iom fdion lange lannte, einen 
Sreunb, ber t^n au<^ [ünftlenf(^ mächtig anjog unb für bie näc^fte 3^i^ i" feinem 
©(Raffen beutli(^ beeinflußte. @in ^arle^ igebürfnil nat^ Stauenliebe ^at, nac^ bem, 
ma4 QuS jener 3eit erjö^It wirb, bomatä im ^etjen beä jungen äJlaler« geroottet 
unb fein ©cfetilfat in fä)roere Unruhe gebracht. 6ä ging i^m jmar tiunbeetenb, aber 
tro| adebem fdieint er einen SQunft^ nai$ @rünbung einer $äuäli<^feit gehegt p 
^bcn. SHS er fic^ ju änfang beS 3af|reS 1852 mieber ju furjem Sttufent^alt in ber 
^leimat befanb, loarb er um bie §anb einer 3"flEi'^Iicf'e , erhielt aber einen fforb. 
^ie SBeibung beS mittcfloien aHaterS mar ja aud) jiemli^ noiD getoefen. Slud %to^ 
uerlobte er fidi nun mit bem erften beften 3}iäbc^en auS bienenbem Stanbe, baS er 
auf ber ©trafee traf. ®r ^at bie üor^eit bolb bereut, mar aber ju ftolj unb ju 
anftänbig, ben ©treii^ riidgängig gu machen. @rft im Februar beä näc^ften 3'>^i^ 



26 

gelang ti (tinsn greunben, i^n mieber „loSjueiitn" unb faum toar et ber brüdcnb 
gelüorbcnen SBonbe (ebig, nt8 et in neue Sie6e5fe||eln geriet — bie(eö aSal fürt Qtbat. 
@d)on int @ommer Uctfieiratete et fic^ mit bet bamalö fiebje^n jährigen Stngelina 
*ßa8cucei, einem bitb({^Bnen ÜSäbc^en, iai jTOai nidit arm hmt, bem Oatttn aber bod| 
feinen ^eOet inä ^aüS brachte. @in ftattlicfieS Abteil oon 20 000 ®cubt, baS bet 
jungen ^au jufam, mutbe i^t, tveit fie mit einem ^loteftanten oer^eitatet RMt, tot- 
entialten, unb qu<{i ein ^cje^ Detfialf i^r nii^t ju intern Eigentum. <Si ging bem 
@fiepaate tieijlic^ [i^lec^t. EBöiilin Tarn fo nKtt, bag er für einen inbuftrießen ^mertEanrr 
nac^ einet „neuen Stfinbung" Slnfti^ten Don ^orlo b'^ngio naäi ^^otografi^ien motte, 
bofe er ,ftunP£|änblEttttf(I|' oetfettigte. ffir i)ot feinen ©tolj treilit^ batb roieber- 
gefunben. gm übrigen ^atte er i^n, Wie in feinet Samilie eräö^It tottb, einft voäf 
tiefet beugen muffen, bis jum SSiberlit^en t)etab: in ben Sagen bet bitterften ^ot gu 
*Bori3 ^at ber ©rfiöpfer bet „SReetcöftine', ber SRatet fo oiel fdiimmetnbet Sefte be« 
ätbtnS für ärjte gearbeitet, bie anatomifdie ober pat^ologifdie ^rä^tarate niiebetgegeben 
^aben moOten. Unb feltfom! SBer ti fertig bringt, jene Singe, frei Don allen @e' 
fü£|ten beä ©tel8, einfat^ i^rer p^antoftilt^en ©eftattung unb Färbung nac^ flnjufelien, 
ber lann ftd) ootßeQen, bog 9&(ilinS ftjejieQe matetift^e Segabung füt foli^e Aufgaben 
fetir roo^I geeignet nur! 

Söcftinö e^e tiat bi« ju be^ 
SRetfterS lobe Ootgct)altfn unb feine 
@attin ift i^m eine tteue, taf)fere 
Sebenägefä^itin in @^(üii unb Un* 
glörf geroefen. 36r )>tattif($et ©inn 
^at i^n ntrtf^aftlidi nur nüf^en 
tonnen, benn fein SQefen mar but(^- 
auä nidit ouf befonnene« Sufam- 
menfialten genietet. $. %. Sc^mtb 
fi^reibl batüber : „Sie großen 
Sigenfdiaften beä ßiinftfetS, beffen 
Slnfic^ten Dom SBerte bet ^inge 
übet aütS üblii^e ^inau^ingen, 
iDunten anbetfeitä fe^t tno^I eine 
befotgte 4>iiii*i""l'ei in ffietjroeif- 
lung bringen. <£r pflegte mit vol- 
len ^änben roegjumerfen , inaS er 
nii^t brauefite, unb intereffiette fic^ 
im ®runbe bieg füt baS @(f)affen 
unb (Sifinben. SS mar eine groge 
®cfatir für ffunftnietfe, wenn fic 
tange im ?lteliet fielen blieben. 
5K0(f) ein ®tüd mar eS ju nennen, 
rocnn er Slrbeiten, an benen er 
bie fiuft oerloren, Stubicn, bie 
i^ren Sienft getöu, an gute greunbc 
Detfdienfte; ein unfi^ä^bareS 3Ra- 
terial ^at et abftcfitlic^ jerftött. 
SIbet et tjergtiff fic^ auc^ om fet- 
tigen Sunftroert. ©in ®tüb(er, ber 
fid) beftänbig roeiterbilbete , ftatte 
et ftet^ bie Steigung, eine ©cCiBpfung 
umjubilben, menn ec nad) längerer 
^eit barauf jurütffam. Sßar ba« 
«66 IS. ftanigsiaoiti. is«8. Ocmölbe nun ocrfauft, fo cntftanb 

Rrrti, im saiarmMtn «attcnftM*. CHIC SReplH, meift roertöotter Ol« 



27 

boä etfte Sitti; niar 
e# nic^t tiei!auft, (o 
IDurbe eS fibermatt 
ob« Detnii^tet. 3)ie 
$tetä ^ot fo in 9er- 
lin etnft mit ©eioatt 
gerettet icerben muf- 
fen, laQ lange ^alti 
oergeffen irgenbroo in 
ber SEßetrftatt be8 
SünftlerS unb mar 
mteßtiiil Diele ^n^re 
fl)äter,atdfiein3Rfln- 
(^en Oerlaiift njurbe, 
fo jiemlii^ baS etße 
aaJerl, faaä bem günft- 
ler eine ipa^r^aft 
giD^ ©umme ein- 
brad^te. !@ädlin mar, 
gut^erjig unb nobti 
wie er mar, leitet 
ba« Opfer perpber 
Spehilaticn, unb ba 
^at ifin bte lü^Ier 
rec^nenbe @attin 
oor mani^em @d|a- 
ben beniafirt. %i^ 
bie ©orge um feine 
®efunb^eit luar ein 
njit^tiger Seil t^rer 
fjB^if^ten unb o^ne 
^e, meint fein Sio- 
Qvapl), märe ber groge 
SKann ber SSett loum 
fo lange eiVIten ge- 
blieben. Mu^ i^re 
©(^attenfeiten Ifatle 
natürlidi bie ®ritn- 
bung einer gamilie 
— nnb niH^ baju 
einer fo grofien ^- 
miÜe! — für bcn 
SRaler. ©eine grau 
fi^entte i^m Dierje^n 
^nber, Don benen f e(^d 
am Seben btieben unb 
nodifinb; jtDei©i)^ne 

aUerbingS leben in geiftiget Umnai^tung unb i^r Seiben £)at bem großen SKann ©tunben 
firmeren tummerä oerurfai^t. $at bocti ber eine ber beiben Dor etlirfien ^a^ren im 
SBo^nfinn eine unfelige lat begangen. 3)ie groge Samifie Dertangte felbftDerftänblid) 
ou(^ einen großen «ufroanb an ®elbmitteln unb erft in Der^aitniämäfeig fpäten Sauren 
(am ber Sünftler auä ben c^ronifdien efiftenjfotgen ^etauä. 2)ie Saft lag oft frfimer 
auf i|m, menn er fie auct) mit ber ^ürbe feiner grogen ©eete trug unb benen nie 
entgelten liefe, bie fie it|m auferlegten. laju (am noi^ ein«: eS fte^t wo^l jiemtii^ 



Mbi. M. »ibufii. Um 1S78. tibin. »(RB tri fttitn »oron »nibflflaM CStuSmtni). 

feft, ba^ feine ®atrin mit ber eingebornen ®if€rlu(^t bet SRömerin, (elbft ol8 geoltertt 
SRotrone, ifim nid)t gcflattete, ctit SDIobett in« atelier ju netimtn. Södlin V* '^"^ 
einmal ju einem ßütii^et ^i^eunbe gefagt: „^aä ift bie ^lagif meineä StbtnS; D^nc 
HJiobea iclioffcn tft für mic^ faft unmöglii^. SHein bül aoiobeß im «teuer mürbe bm 
a3ni(^ mit meiner grau bebeutcn. SReiner grau bantc ic^ fo Diet, bafe ii$ i&r bie 
fleine ©(^roädie ber Römerin nact|(et|eii mug. I^arum ertrage id| jeben ZaiitU iw" 
fle(d|rieben wirb: Sias 93itb SBBctUnä ftfircit m^ SRobenen." »örflin ^at feine grau 
oft uraiuftimmen terfud)t — oergeblic^ ! Unb bo be^olf er fic^ benn \d. 3m ®runb[ 
fiot bie Äunft ntctit anjugtofec ©cfiaben baocn gefiabt, benn baS ^löi^fE- ^tutidi^ 
in i^m ift auä) äuftanbe getommen, ofjne baß er feine grauengeftolten nac^ bem 2tbm 
bitben lonnte. ^a« für ein 3Ieif(fi, freilirfi, ^Öttc ein Södlin gemalt nat^ bem ©hibicn* 
materiol, baä in Italien ju ^aben ift! Stber eä fottte eben nid)t fein unb mer btn 
unauif<fiDt>fbaren dteicEitum eines Ü8ücf(inf[fien Sfunftmerld ^u gentegen raei|, roirb auifl 
übtt ein paar oBju lü^ne Serfürjungen unb unbaltbare tiberfdineibungen tüEgtommen- 
. Sefanntlit^ f|at ein tüi^tiger SKoIer otrfut^t, eins ton SiJiJtiiiS fi^Bnften fflilbctn — 
icfi glaube baS „©piel ber SBetEen" — in ber Sfficife ju fopieren,. bafi er oor^onbene 
3eii^enfe(|(er forgfam nai^ ber 3Iatur oerbefferte. 3)aS Ergebnis mar, ba^ baS Siß 
Oertoren, nit^t gelconncn f)atit. ©erobe an bem genonnten ©ilbe ffiäre bieö begrciffif^: 
bie ctroaS roog^oirig ttertürjte fc^öne SBafferfrau in ber SKitte ^at oieHeit^t gerobt 



burcti btc SHürffii^talofigteit ber aSetlürjunfl jene unübertrefftitfie räumliche aSirfung ge- 
Ivintnen, bie i^r eigen ift, unb oft genug ^at ber äReiftet bie gorm faft brtuufet »er- 
geraalttgt, toenn j. 93. bie foriette £tnie eines ®liebeä, ber Statur, bem aRobell ent' 
tpro^enb etnja weitet anägelüben ^ätte, aÜ fidi mit ä^fietilt^cn ^Rötmenbigfeiten certrug. 
f^ann jeit^nete er eben ben betreffenben Strm lürjer. Unorganifdi ftnb feine fßtiitiif 
nungen nie. Übrigen^ ^ätte ^ädtin nichts toeniger aÜ fflaDifdi r\aäj bem änobeO ge- 
arbeitet, fonbern ti nur jum @tubium ber i^onn, jur Söfung bau 3l°"f^'n benü^L 
@i ^ätte ti eben audi ongefefien, nie er feine iSäume anla^ unb eä tväre fii^cr ebenfo 
tDunberbar Sc^üneö babei ^auägefommen, nie bei feinen lanbfdiaftlicben ®d)tlberungen. 
^ai jeigen nid|t nur feine STiänneiaf te , fonbern gerabe audi biete ^rauenfür^jei, bie 
jeii^neriff^ leine aUjugrofeen ©(^mierigleiten boten, ober tro^ jen^nerifc^er hänget ^err- 
lid) gemalt finb. 3um üBeifpiel bie SGJafferfrau in ber „aJieereaftille". ©Ödlin, ber ein 
iBilb ia nie nac^ ber Statur arbeitete, fonbern baä (üormale, fei eS mit bem ®ebä(^tnil, 
fei e3 in ffintioürfen erlebigte, e^e er on bie Sluäfü^rung ging, ^ot be!anntlt(^ bie 
Xfieorie aufgefteUt, bag man ein HßobeQ am beften im SIebengimmer f|af>e, um fii^ ieber- 
^it einer Sorm unb SBirfung, über bie man im unffaren fei, tierfi<^ern, babei aber 
bod| frei arbeiten gu fünnen. 

%ai entbehren fotc^er $i[f8mittef, bie jebem anbeten überfiaupt unentbe^rlit^ finb, 
I)ot ben ßünftler, namentlich in ben Florentiner Sauren, ^arte ^äm)>fe gelobet unb i^n 
aud^ mo^I ju ^Üugerungen gebrai^t, bie minber toeif^ unb nat^fli^tig flangen, aii \mt 
eben jitierten SBorte übet bie eifctfflditige Saune bet gtau. So fagte et einmal in 
einer (Stimmung ^erber Sntfagung ju @. gloerte, inbem er aulfülirte, bag iai Seben 
nad^ aDen (Seiten (Entbehren bebeute: „3Rtn^i)lii)e ^ovmtn, Don SSeibem gar, 
(etien mir ^ödiftend mal bei Unglödäfätten. 2)ie Samilie — ^oben toir nidit, fie 
^t unä. ^te 3rau — na, im @runbe Vt hod) feine Don i!|nen ein emft^fteS, 
editeä ^xtci^^c- ^tc Minber — anfangs Die(teicE|t Diel gieube, aber fpäter ^am))f 
unb (Sorgen!" Unb fo Ragt er fort. — Mm iSi^Iuffe aber tommt ba3 SBort, ba« 
tiefet etgreift, als itgenbeinS, loeldieS mä als Siebe ^ätlind Derbüigt ift: „Xu bleibt 
nut bet 3S ein! Sia ollein ift ein wirUii^er ®enu§ unb ert)ebt un8 etft jum aWenfi^en. 
9Iur ber aSein ^ilft unä gegen ba« Scben, trogbem fiiioffen, nut et fcfienit einem no<!^ 
mam^mol ©tunben, Wo man ben ganjen Stam bergt|t unb munber glaubt, tver unb 
tvo man mSre!" iuxtS Sgetenntnid mirft in feiner uerjnieifelten HUenfc^tic^feit mafir^ft 
erfi^ütternb. ®efegnet fei ber SSein, ber 
einem SßBdlin über fo bunite (Stunbcn 
flinfialf ! 

^Iber roir (amen auS unfeter i^rono' 
logifdien Sleifie, unb tro( beS SIenbä, baS 
iB&dlin als junget 3<imtIienDatet butdi- 
gutämpfen ^atte, loaten it|m bamalä fo 
büftete ©timmungen unmäglidi geniefen. 
ffit nrnr in ber SoIIfraft feiner 3ugenb 
unb lebte im Staufdi beä erflen gielHaren 
©i^ffenS. Sin fi^öneS 2)otument ju ber 
©timmung, in tvelifier Söiflin mit feinen 
fünftlerifdien gteunben in feiner erften 
rBmifc^ 3eit lebte, liefert ein $affuS in 
^ul ^e^feS „^ugenberinnerungen unb 
Setcnntniffe" unb eine löftlidie letjinen- 
epiftet, bie im Slnfc^Iug an jene Spifobe 
entftanben ift. ^aul ^tti'it, ber unter 
anbeten oon Säiltn eine rounberbotte 
9}ariante beS „^antfi^en ©cJirciIenS" be- 
fiel, mar an ben ÜRaler bur^ ^afob «bb. m ttiitirm. 
aSuriifiarbt empfolilen morben , traf biefen gctuo im maimm iu mw. (su sdM m.) 



30 

in einer fe^ bürftißen aBo^nung in bet fßia beOo^rifieüiiDne unb Würbe fofort 
»on i^m in ben toÖen Sreiä be8 „lugenbbunfaea" etnfleffl^rt, mit njcli^em bet junge 
2)iii|ter manj^e luftige SWa^t oeriebte, man^e ft5t|Iicfpe gafirt untemo^m. 

ffion einer fotc^en „Dttobrata" vaä) bem lole faer ffigetta erjä^H jene fSpi^l 
Sie Sreunbe waren, mit SBein unb ©peijen Tt\ä) Beriefen, an einem ^li^en Cltobec- 
toß ^inauägefflliren unb Ratten f«^ im ©dienldiatten no^e ber ffirntte um ein geucr 
gelogert. aSit ffifeu 6ehänjt erhoben (ie bie ^anb ju @}wif' unb Iranf: 

„@ebmlft 3)u noi^, wie gntnj mit Dollei; Sd^Ie 
in ^liefleianboi^t nnferte ^beS IK(ut 

llmfi^Tttt, ben ®Sttent fpcnbenb UDn btm Sßafile? 

Unb l^oij unb ^a^ei (Heg bet Übennut. 
%ta<;(^ntif(^ übeifd^moa btc ^^eJIaune, 
®enat|rt Bon beB Sefletri bunfltt gflut; 

Sia unjei Siflne bann, ber «flxt'flt, »raune, 

35ie HIeiber abtoavf unb umä geuet itflift 

9Rit ^Quc^jen fprang, gltid) einem riefgen gaune. 

Xrei taten'S nai^, Don gleii^em Slault^ gepadt, 
Unb an ben Si^nltcnt Irfiftig fi^ umliblingenb, 
?}en «oben ftampften fie im 9)eteenlaH. 

3m SietHang eine norb'f(f|e Seife fingenb, 

%ie ^eH unb loilb bie SBipfel Qberfhie 

Wit buntlem ^imnef) un> bai ^g beiningenb," 

Ser Sranj, Don bem bie Siebe ift, nur groni Strebet, ber Sfine ^otbti, ein eitb- 
lauer. Sieft fi(^ bie« ®ebi(^t nic^t fnft felbft miebet wie bie ©i^lbetung eine« 

Ißon iBBdItnä bamaliger SRaleret fc^retbt $aul |ieQ{e: „Son ber fpäteren turnen 
^^ntoftit, bie i^m feinen SSeltru^m eintrug, unb ber ftberftrömenben ^rbenfreubigfeit 
War noi^ nii^t» in feinen Sonbjdiaften ju t;>üren, ont^ um einet menfditii^en ©taffage 
niK^ (eine Siebe, bogegen in winbei gewaltigem @ti( fc^on baä gonje intime 9Iatur- 
gefit^t, ba« feine fleißigen unb ;)einltc^en ©tubien mit Stift unb ^nfel beburfte, um 
bieg munberfame @ebäd|tniä mit aQen i$araftertftif($en gönnen unb Sarben, an benen 
feine Äugen fi^ weibeten, ju etffillen." 3)ie 2Borte lennjEictinen ungemein richtig 
SSötflinS bamaltgc Slrt, Seit man i^n „entbetft" titit- finb immer metir Bon ben fc^öuen 
rbmift^en Canbfdiaften belnnnt geworben, bie eine beftimmte, jiemlii^ fi^arf abgelc^Ioffene 
^eriobe in $5dlinä ©c^affen bebeuten. Sin großzügiger, gewifferma^en fierotft^er @lil 
eint ftt^ ^ier D^ne ffiibetflmii^ mit ber fi^ätfften 3fQturbeDbatf)tung , Wet^e bie ßinien 
ber Sonbfi^aft, wie bie gro^n formen ber iBäume unb tebeS SJetail im ^flanjen- 
Wui^i pi^ft lorrelt wiebergab. 9ucf| bamatä arbeitete :@0d1in aui ber $^antafte, 
niiftt naäf ber 5tatur, aber er ^atte ein fo ))^änDmenateS ©cinnerungSOermögen unb 
^Dmbinationätalent, bag foldie Sanbfi^ften ben $efdiauer gar nidit on freie Sr^nbung, 
bie fte boi$ ftnb, glauben laffen wollen, i^reitidi lehnte ft<!^ 9ö<flin an ®efet|ene£ biel- 
faü) an unb in ba „SUmifdien Sanbff^aft" Don 1$&2, bie wir in Wbilbung 3 Wteber- 
geben, ifl bet bargefteDte Sninnen ber aBirflictifeit entnommen; et fte^t, obei ftonb 
auf bem ^ge Don Wbano m^ Sfriccia. Qn bet etWaS fpäteren „^oljfc^en" SomtMgna' 
tanbfc^aft Don 1860 etteiifit bie Ißaturwa^r^eit unb gülle ber 'DetaiiS einen $öfie- 
punft, bet ttn3 Unbegteiflid^e gtenjt. 3" biefem iSitbe ftettt SJlateriat für gWanjig 
anbere. Sie anbere, ^ier (8Ibb. 4) wiebergegebene „SRömifi^e Sanbfdiaft'' ift 1852 in 
93afel gemalt. Sie mac^t, wenn man Don ben mobernen Cualitäten im einzelnen 
abfielt, faft an einen bet grogeii franjöfif^en Sanbfi^after beg fiebge^nten 3a^t- 
^unbettS beulen. Slber iSöiflin ifl bei aICem ©c^Wung unb aütt ISetDe retd)et unb 



32 

inneitti^eT unb nnrb 
t& bau tminer me^i, 
je flügec er bte grogc 
Sinie unb rout^tige 
Qkbätbe ft(^ Qud) für 
bie inntriicfi 6ebeU' 
tenben 3RottiK ju- 
lüdbeEiält. Smmet 
beutitdier enttiiidelt 
(ii^ Don ber 9)tittt 
bet fönfjiflet ga^te 
an (eine i^Kbttiibua^' 
Ittät, jumat tv nun 
Qui$ eine fBorlicbe 
ffit ©tdffagen auä 
bet often SagenroetI 
jeigt. diadi ein paar 
^UbniiTen feines jun- 
gen Wäbti matte 
er 1S54 baS Stib 
,©grinf Rie^t »oc 
^n''{?ttb.5);1855 
entftönb bie SJanb- 
Idiaft mit ber Qued- 
nt)mt)t|e, bie \päta 
in bie ©djadgalerie 
(am, bann eine 5BaIb- 
lanbft^aft mit einem 
$an, hierauf 1855 
bie jiemlidi groge 
3beallanbf(|aft mit 
bem fientauren, ber 
eine ^Iqm))^ ent- 
fü^tt mbb. 6 u. 7). 
er itwr nun (dion 
mitten in feiner 
lebenSroornten, 4>^an' 
taftifdien Halbgötter- 
ttwlt, toenn au^ für* 
etfte bie Siguren 
ntef|t ali Staffagen, 
benn aii tünftlerifAe 

m. .«. li. ««iur. »,r Sr.u.. 1^. (8u S»« 6». äffittelpunto in b«I 

Si[bemftanben.91o<^ 
HMr er eben immer ber Sanbfi^after, ber \iä) an anbercm nur gelegentlich Derfuc^te. 
^ cntftanb Don 1855 bis 1856 baä Sttb beö aSeifterg, baä man 0(8 ben erpen 
berütimten SSödlin bejeicönen lann, ein ^ert, beffen ein 3a(ir fpätet gematte, oer- 
gr&feerte SBieberfioIung bie äKünc^ener pnafottiet jiert, ber „^an im ©i^ilfe" 
(?lbb. 9). ^ai toax fc^on (£t! (Sd)on ift in bem ÜBitb jener unmiberftetilidi bannenbe 
©tintmunglauäbtud erreicht, für ben ^Pijdtin jo reiche 3KittcI f|Q"f- ™i6 "*« *'" onberer. 
@in ^ei^er Snittag lagert auf bem 3töt)rit^t, über i>aS bie Senne flutet, unb im 
©(Ratten beS üppigen fRo^rä flStel ber ^n, bem ein paar ßröfc^e taufdien. Z)ie ge- 
fpenftifc^e Un^eimliditeit btütenber SDIittagSglut ^ötte nic^t feinet Detförpert nierben lönnen, 
atuffaÜenb ift an bem SBilbe bie oerblüffenbe ^cnigteit unb Suftigfeit ber SRolerei. 



^tte eS Sörfitn etroa 1888, bei bet großen äRünitiener „^ßlcinairau^fteHung" fetien (äffen, 
eä iDÖre ha q(S eineS ber aßermobernftcn Silber etfdtiieneit. iöon einem Siiroclgnt in 
gat6en nodi (eine iRebe! ^m näc^ften 3o^re malte er eine pomfßfe Sanbfc^aft mit 
Qzoitn Räumen; ald tstaffoge mar ein Saun angebracht, ber eine 9}Qm^^e burc^ö 
SBa^er jog. 2)ie Senfur f)at baS Silb (bie Seidinung baju fie^e ?l&b. 8) au8 ber Suä- 
fteUung an ber $iajja bei ^opolo Dertoiefen. äRan raufi benlen: ei mar im t)Spft' 
tilgen SRom unb ba fonnte ein firoteftantifc^er analer, ber ein fattjolifi^es äRäbt^en 
geheiratet, ft^on ütfetlei ©i^ilanen erfahren. ©Ott bot^ int 3a^re barauf ©ÖÄIinä Über, 
fieblung naä) t9afe( bamtt jufammenge^ängt Iiaben, baß ein alter ®ei|tli(^er bie junge 
grau itiarnte, Seben unb greitieit itireS hatten fei in ®efa^r. %ud| ba# i^ no^t 
müglti^ unter ben bamaligen äuftänben im ^r(^enftaat. Iien (ünftlerif(f|en S'"'^^ ("«e* 
ri)mt{(4en Slufent^alteä fo^ ©ödlin junä(l)ft erfüttt, er ^atte fel&flänbig unb frei fe^en 
unb fe^r ref^ieftabel malen gelernt, ^atte ben g'ofjf unb bie äßo^licn üdII ^been 
unb fall, na^ roelt^er 9ti(^tung fein 33eg nkS. XRe^r unb me^r War er Don bem 
Üanbfi^aftertum im alten ©inne abgetommen, immer grölcre SBebeutung gewannen 
bie ^eatgeftalten , mit nietdien feine ^^antafie bie ®elt beoöiterte. Qebec ©i^immer 
Don @c^ule unb Sonnention roar abgeftreift. iOieUei^t erlDartete er fid) mit feinem 
gefilterten können nun aud) in ber §eimat ein 6effereä Sluölommen unb ^ilfe in 
manchem ©tnne. ^er junge ^aul^alt brängte nad) georbneten SSer^ättniffen. Unb 
fo überfiebelte er im Srü^Iing 1857 mieber na<^ iSofel. @ä ift freitit^ bon bort- 
gemalten Silbern, über bie unä berichtet wirb, nur ber 9nünd)ener „$an im ©(^ilfe" 
ertwtten. SRe^rere beforatiDe arbeiten melbel §. «. ©i^mib« Silbertatalog alä „SBer-: 
fi^tDunben". iSennuttidi tut fte ein ilünd^erfiinfel ober bie @))t^^ade eineä bemDUerenben 
aWaurerS befeitiflt. 

3unfii^ft wohnte Södlin in Safef bei feinem SSater, nio er jenen ,*|Jan iut 
©c^ilfe", refp. bie jWeite bebeutenbere JBerfion beä ißilbeS matte unb ben SRaum, in 
bem er arbeitete, mit $uttengeftatten auäf^mü(fte, bie ju ben genannten Derfc^tuunbenen 
arbeiten gehören. S)aS ©lürf mar i^m nic^t t)olb in ©afel, 2113 et baä oben er» 
nüEinte Sonbfi^aftäbilb mit ben äßabiien am EBrunnen augfteHte, ertiob fi(^ in ber 
ganjen ©tabt ein ©turra ber fimflörung unb eä lam fo weit, bafe bet oerblenbete 
iSater ben ©o^n ani bem $aufe mied, ^gen ber erften DoQnKrtigen ^obe feinel 
®tnied! CB fam (ogat nodi weiter! SBie gute ^eunbe beä WeifterS erjä^lten, fam 



«ib. 9». KSrbcc Clin ^ucltn Ddlglgt. 18T0. Stdactgiilntt ju Stfindjen. (8u SciK as.) 
Cnint, mMn. 3 



34 

ü nämlii^ bciju, bag bie (Se[d|äftäleute burdi einen Kmtdtioten aufgeforbeit nurben, 
bem aHaler nii^tg metir ju borgen! iSin (lübic^eö ftteinftabtib^fl , näherer 9latt|- 
forfifiunQen roert! ^ÜeOeidit mar bie^ auf SSerantafiung beS :^terd gefc^e^en. SRan 
lieft jja ^ute audi oft noc^ ein 3't^<ifl^'i!^it: ^^^ meinem @o^n 3i. 9?. ettnaä 
borflt, ^t Don mir feine 3i*^*""9 i^ erloarten." Sedlin erjät)tte Sdiicf, bog fic^ 
tat(öd|lic| aQe l^efannten oon i(im prüdgejogen unb et in bie bitterfte ^ot geriet. ^tiS 
rettenber ®eniuö, Don aüerbingä etttiad feltfamei: ^unftanfdiauung, tarn bamalä ^onfuf 
aßebefinb au« §annoOet in beä ftiinfllerS $au«, ein Sßann, bem bietlei^t, tro$ eine« 
tlöfetti^en Sntermejjo, bo« folflte, bec fflu^m gebildet, biefen Sünftler oor bem Unter- 
gange gerettet ju Eiaben. @r niürbigte ^fitflinö S^alent f|inrei(^enb , um i^m einen 
gro^n beloratioen Sluftrag anjuDertiauen : Sie Sanbbemalung für einen @)Kt{ciaat 
in ^annoDer. 2}aS ^unorar mar nti^t üp))ig — aber ber mit bem junget fSntfifenbe 

»afeter 9SaIei War 
auii no(^ ni(^t unfer 
$Mlin. ®D na^nt 
er bcnn ben Sluftrog 
(lern an, tieg |i{t| im 
Siütija^r 1858 in 
^nnooer nieber unb 
füfirte feinen ffluftrofl 
in nur oier SWona- 
ten ans. @8 finb 
fünf moditige ®i(ber, 
wetc^e jQtlifd) bie 9e- 
jie^ungen beä SRen- 
(liien jum JSeuei bür- 
tteUen unb manc^ 
fpälere, ^Of^betü^mte 
3Berf beg günftter« 
ft^on im fietme ent- 
halten. 3)tr aKaler, 
ber t|ier jum erften 
totale bie 3Reglid)Ieit 
Dor fii^ füf), feinen, 
bereite fe^r reichen 
®d|a| bon Slatur- 
beobai^tung auäju- 
münjen, ging mit bc- 
merlenäwerter Süt)n= 
l^cit an bie« SBerT. 
er entwarf feine Soü' 
toni , nicf)t einmal 
eine 3"t^"wn9/ «f' 
tebigtc oietmefir bie 
äompcfition burd) 
reiflii^c innere Über- 
legung unb malte bie 
Silber bann aui bem 
Äopfe fertig. Um bie 
großen gläi^en ri(^- 
tig überfe^en ju fön- 
nen, befeftigte er feine 
" ": beim ?Iufjet(^= 



©tab. Die SSilber, mit Seimfatbe auf Seiiiwanl), refpeltiDe einen SßaumlDoQftoff (Scöitting) 
gemalt, fmb SQeite bei tcic^ften ^^anlorie, unb bie Slufgabe, fie in ben bun^ Xür* 
Öffnungen jerfc^nittcnen SÄaum hinein gu lornttonieren, war nit^t eben leirfit. ©lumen- 
unb gtucJitfeponl unb tanbelaberartige ©öuictien faffen bie Silber ein, loelcfie ilirec 
in^otttic^cn SlciEjenfoIge nacft in prai^tooH etbai^ttn Sanbfi^aften bacftctfen: bie Urjcit 
mit einer 9itimpt|e im SQieiengrunb ; $romett|euä mit Slbam unb €»□; ben gefeffeCten 
$rometfieu« über ber einen Sür, ein TOotiö, baS bcr Äiinftler auc^ in jroei fpoteten 
SBeirfen noc^ Datiiert 1}at; bie Seit ber Sultur {bie rechte ^älfte mib. 10); eine SJiKa 



auf romantifi^er getSfüfte Von Giraten in Sranb gefteift CSbi. 11)- ®o \M^ ^^'^ 
flott bei aRoIet fetne Aufgabt fteroältiflt ^tte, mit bem Mufttaggcöer ^aüe et Wenig 
®tüii ^it Sttber gefieten biefein bur(^au!i ntifit unb Söiflin, bem eä ft^Ieci^t genug ging, 
fonnte audi ben au86ebungenen laigen Sotin erft bun^ eine Klage unb nad| feiner 
8I6teife erholten, ©c^iii teilt bie öonorarbebingungen, bie Södltn geboten TOoren, mil : 
Sifa^ bei Auslagen unb Seben^unler^alt ! ! ! $. %. S^nttb fi^ieibt mit 91e^t: SRan 
begreift ^eute nit^t me^i, maium et (^onful 3Sebetinb) gerabe an biefen ©t^Bpfungen 
Sln|to6 nehmen fonnte. 330« SBermeigein beä ßo^ne« tt»at aufeetbem eine jiiterflit^c 
(Mtaufamfeit gegen eine gange Somitie. ^ftad) $eri(E|ten oon gtau $B<tlin fa^ ber 
SSefteäet in ben ^ÜbUdtn unb Sfifc^en Kenf(^e unb menfdilif^e ®eftalten unb Srin^. 
5ia« leitete ift ted)t WD^I mbglidi. Sler 3tei(^tum unb bie gwi^eit ©öJIinfc^eT flanb- 
fc^ftäfotmen tvat bamalS etmaS abfolut ^tembattiged unb 9Zeue:S unb getabe in ber 
Sanbfc^aft niat bet ^ublttumSgelt^mad an baS me^t obet minbet ©teteot^e, on eine 
3ttt Don SKlifiening gemQ^nt, bie auö fe^t mangel^aftet Seobot^tung ber !Qirtli<^feit 
eutfprang. 

$g(flin oetlieg mit ben ©einigen ^nnooet, um fi(^ fütS etfte in Siüni^en niebct» 
jutaffen, roo er junäi^ft feine „@etmancn auf bei CEberiagb" fertig malte. 
(ein« feiner grofeen ÜSerle, aber bD<^ ein«, baä beroieö, mie fetbftänbig et jeben ©toff 
angriff unb mit me\^ 3:reffft(^et^eit et lanbft^ftlic^e 61iaiattenfttf übte. 2}a8 »ilbe 
Umatbinneie tft prächtig; al§ Ületmanen ^t er abet teine (»t^etifc^ ^Iben- unb 
Opetngeftatten ^ingefe^t, nie faft iebet, bei fonft an foldie ^emen ging, fonbem 
lebenbige, ft^le^t beraefirte 9taturmenf<^en in Deijttieif eitern , unglei<^em ^mpf mit 
bet «eftie beä Utnwlb«. 3n HJtüni^en [ottle ba« Elenb bet Södlinfc^ gamilie 
feinen (jtipfel eiteic^en, ali bet Sünftler fdinKt am Xtfpijui eitianfte. Hbei bann tarn 
au(^ eine SEBenbung jum «effern. »(ä im SJtüIiia^r 1859 ber „Sßan im Sc^ilf 
(Ibb. 9) im £Dtflnc^enet tunftuerein au^efteUt toutbe, etregte baS iSilb groge« %uf- 
fe^en unb Sijnig fiubmig I. taufte ei füt bie 3Jtiin<$enei pnafot^e! an — eine S^re, 
bie bamalS grübet nar, alä ^cute. Sine @eftellung Sottod in Stuttgart, ber ftd) 
Si^iHetS ,®Öttet ®riec^entanb3" ißnftrieten liefi, faßt aud^ in jene S^''- ©ebeutfam 
füt iSüiflin waren abtt befonbetä gmei (^igniffe: bie 9efannt|ct|aft mit bem ®rafen 
@tani@lauä ^alifreutli, bem ICtifftot bet Sunftfi^ule in SBeimai unb bie Sefanntfc^ft 
mit bem ^aton ®ä}ad. Seibe fntlten auf be« ftünftleti ©efc^ict, wenn am^ nii^t 
bitett auf leine Sntwirflung — ■ benn bie mar unabhängig t)on Speifönlidifeiten ! — 
großen (Hinflug getoinnen. ®raf Katcfieut^ bot bem jungen Sünftler eine ^rofeffur an 
feinet neugegrünbeten Sunftfdiule on unb ©öilin gri^ mit gteuben ju. 3n SRündjen 
^at biefet übrigens bereilä ein paot feinet betü^mteften ^eite gefc^affen, juetft baS 
„©t^lD§ am SBeer", aud) unter bem S^itet ,^cr äberfaH" unb ,2ier SRorh im 
©(^(ofigatten " belannt, bie erfie 3}eifiDn beä Bftet betianbelten , ftetö aber Bon neuer 
(Seite angefaßten SKotioä bet „SÜOa am aWeet" unb gugleit^ be« ptatenübetfallS (1859). 
3m näi^ften Satire entftanb bet „Unodiotet in »ilber Selögegenb", beffen 
1S63 gemalte Siebcr^olung in ben 99efig beä Slaran S^aif überging, bie „^irtin 
bei ber ^ erbe" unb ba« ^rac^tbilb „$an erfdirectt einen Ritten" («bb. 12), 
Silber, roelt^e ebenfaHä bie ©^arfgalerie gieren. (Sine Sffiiebet^olung beS leiteten 
befi^t, roie erroätint, be8 Sünftletä Steunb, 5ßaul ^tegfe. äöic beim „1)Jan im ©^ilf 
ift au<^ bei btefem ^nbilbe eine 3?aturfHmmung bur^ eine tiefinnerlii^ pa^be EGet> 
binbung Don pgiitlic^et Srfc^einung unb c^aralteriftifdier Üanbfi^aft jum Slu^bruct 
gebrai^t, bie „fiebcnbe", unt)cimlii^e Stille beä äßittagS in tiefer ©nfamfeit, in 
meirfier bie Sß^antafie beö SKenft^en eBenfo leii^t ©efpenfter fie^t, mic um bie ®eifler= 
ftunbe bet 9lat^t. 3Hit biefen Silbern beginnt jene gettwltige Sieibe »on ©Mlinfdien 
SBcrfen , in melden bie antiten Slementargeiffer alä SBetftärfung unb Sßettiefung ber 
''){aturftimmung it|re bebeutfame iRoHe fpiclen. Übet ben öegriff „Staffage" reiifien 
biefe @eftQ(ten, übix bereu niunbetfame Stftnbung fi(^ allein ein $u<^ fc^reiben liege, 
meit tiinouä. SHber ebenfomcnig ift an^ bo, wo biefe ft^bnen unb friedlichen, ge- 
waltigen unb broHigen, (iebteijenbcn unb gelpenftifc^en gabelwefen i^te SRoHe fpielen. 



37 

bie Sanbft^ft etnia bto&et $tntergrunb, toie bei anbeten. ^ud| bann nit^t, nenn 
etwa bie giguten ben gröfiten Iril bct Silbftät^c einnetimcn. ®in SBilb ift etftenä 
einmat bei SQcfltn immei ein (Soviti unb bal le^te Sd^en ^intergninb ^at tDentgftenä 
feine fßebeutung in bet ^ol^^onie ber färben, fte^t aii ^rbt niicbtr in Sejte^ung 
ju anbeten Sorben, bie eä lieben ober bämpfen, Dottreiben ober jurüdbränöen ^ilft. 
tHne giflur gibt im farbigen Snfemble eine« SSiirflinbilbeä faft immer eine ^auptnote 
an. 3)ann bebeuten aber audi jene tBüdtinfi^en ©eftalten inneiüt^ biel me()r, ali 
©taffageftguren. ©ie öerlörpern enticebcr f^mbnlifdi, mit buri) ^tulbrucf unb 3arbe 
no4 einmnt ben ganjen @timmungägcf|ült ber Sonbidiaft ober fie erläutern, oerftärfen, 
erroeitctn i^n. Sßan ftaunt, roenn mon buri^ ©t^itf, fiafiuä unb gioerfe erfährt, 
iotld)t Sütle meijeftet SÖcrei^nuna cft in einer fo fElbftcetftanbtit^ unb natürlit^ ba- 
ftefienben gigur ftcift. Üieft man etroa bei ©t^id alle bie ^tuf^eictinungen nae^, roelcfie 
[iift auf bie Entfte£|ung ber .aSiefcnqueHe" ober beS ?ßetrarcabilbes bejie^en, fo mag 
man faß benlen, iai fei fc^on me^r @eleE)i|am(eit alö ^unft. ^n SBa^rtieit tft'ä 



Slib. 33. ScT Ktit bei Zgbct. 18TI. (3u Seilt 1>.) 

freiltd) '^öftifie unb reinfte S^nft getoefen unb in einem ÜJöiftinfi^en Sitbe mirb nodi 
nie einer timai ma^igenommen ^aben, toai .nad| ber Sampe riei^t". ^nt Sr* 
fdieinung t|ängt auf« innigfte mit ber ppnomenoten ^Begabung beä 3Ranne3 jufammen, 
aDeS im ®eift Oor juberriten , ja fertig ju arbeiten in einem ®rabe, bafe bie 8(u?- 
f&^ntng auf ber Seinmanb mani^mat faft alä ber nebenfäcf|ti(^e Xeil feine« ©cfiaffenl 
erfcf)etnt. ffir füf)rt feine Sitbet im Seifte fo Weit au8 , bafe er fie — nur me^r ju 
malen braucht ! SRatürlit^ ift baS cum grano salis ju Derfleften. Stutfi SöBcflin ^at 
fi(^ oft Dor ber Staffelei lange unb rebli(| plagen muffen, bil er erreicht, mal i^m 
Uorfc^mebte unb mancliei ging i^m üerjmeifelt f(^mer Don ber $anb. ^ener l£r' 
fatirungSfdia^ mugte ja boi) audi erft aufgefammelt , burc^ manches ^rren unb 3Ri|- 
tingen etroorben roetben. 3>a6 er erworben roerben fonnte, baju ba'f bem Sünfiter ein, 
anä Sßunberbare ftieifenbe« @ebäc^tni« unb eine f|D^e 3"'c1i3^"i- 3^"i i"Q<^ ^ Kol|t 
unmSg(i<^, etroaS ju machen, beffen ^rotd nidil Oon Oomlierein feftflonb, ^xfK auf 
ber Palette jufammen ju pliantafieren, ^ompofitionen toftenb unb jufäOig ju geroinnen. 
Q§ gibt unb gab analer, gto^ 3Raler, beren Sialent nur ben Sßeg Dom Suge jur 
^nb lennt — Seibl, a^anet feien genannt unb bie ganje SReitie itirer funftlerifi^en 
Sßorfatiren, bie granS ^aii unb SBelaSquej — nnb eä gibt onbere, bie jeben @inbrud 



3S 

tx^ in i^iei Stele ttie^i 
ober minbei bemüht um' 
bitben unb fidi ooi jebem 
aSie? erft übet bo« aSarum? 
unb SBoju ? tlai merben 
muffen — bie SSMlin unb 
$anä Xf)otna unb bie fleine 
i&^x ifftn editen ©eifteä- 
Derlmnbten unb nürbigen 
©(^ü(et. Xie ^nb bcr 
erfterti ift immer teit^ter, 
bie anbern, bie auf ienem 
UmnpCQ f i^ffen , oibeiten 
fc^merei. äluf nkäfa Seite 
bet reidiere ®ef|Qlt unb bie 
tiefere SÖJitfung finb, bleibe 
ba^ingefteCtt. 

SÜdninä enormer liSefi^ 
an im OebÖi^tniä fcft- 
ge^aCteuen 9}aturbeobact|tun' 
flen i)at if)m jene munber- 
fame @({)S))fungltunft er- 
mBglid|t, bie mit in feinen 
gobelroefen berounbem. ©ic 
finb betannttic^ oerbtüffenb 
Diganifd), unb unerfc^öpffti^ 
ift er in bet gätiigleif, feine 
üitjen unb aiidelmönner, 
Sßafferfentauten unb $iit)pO' 
tampen immer roieber neu 
ju geftalten. (Si ge^t barin 
Diel weiter, ats bie Slten 
unb i)ttt bie ©njeffieiten, 
bie sitaufteine ju biefen 
abi, S3. eanDntinniaait Dan b(c BuKirc «unpsaiit. 1871. ))t|antä|ietiDDen ©(^öpfungen 
(8u s«ii( S7.) oHent^alben jufammen ge- 

tragen. 3e öfter er an bie 
SKeereSfüfle fom, je reiitier rourben aui^ bie SBarianten feinet ©eegeft^öpfe. 3ebe SRufc^et 
unb iebet ©ceftern, jebe ft^ittembe DuaHe unb jeber lintenftfc^, oße bie ^unbertföltigen, 
in bcn tätfelfiafteften formen unb ^errlit^ften Sorben prangenben SReereÄgcfdiBpfe, 
miäit bie glut anä Sanb fpült, ober bc8 Süefe be8 giftfictä quI ber liefe jte^t, rou§tc 
er inieber ^u oerwertcn unb umjubtlben. Die Sifdijt^niänäe feiner SDleetfrauen unb 
SBnffetmänner finb üoit einer 9fatürlii^feit of|ne9let(^en unb boc^ cjiftieten [it nirgenbd 
in ber Sffiöpfung. SSenn ein paar Sac^p^iliftcr barouf fttngcioiefen ^aben, bafi fientoutcn 
mit brei paaren Don ®Iiebma6en unb ^affertoeibet mit gefpottenem fflücfgrat organift^ 
unmöglich feien, fo weift bog auf einen bejammemömerten SRangel on SJentfa^igtcit 
in lünftfetiic^en S^ingen. Senn einmol tommt e^ auf bie natutgefi^idittic^e SKöglic^teit 
ba, tüo eine grfdieinung fiinftleriftt) niafir erfc^eint, iiberfiaupt nicl)t an unb groeiten« 
ergebt fii^ gerobe bie 3JtgtI)DlDgte aV.ii Reiten unb JReligioncn mit Sßorliebe in 816- 
tticii^ungen Don ber noturgefdiirfitlic&en 3!orm. ®ie c^riftlidien ©ngcf mit i£iren ©(^mingen 
^oben aud) brei ^ar ©licbmafien unb ber ^ippogrqp^ ^at fie üuiii unb üHertei 
bubb^iftifdie ©oli^eiten I)aben itirer nocfi Diri mefir. ®ie Üfije mit bem gefpaltenen 
SRudgrat entfprictjt einer uralten SBorftettung unb fommt fc^on im alten 5Kürnfierger 
Stabtwappen Dor. 3" "Kc'" Überflug in biefem SBerei^tigung^nac^nieiö gibt eS aber 



iDirIlt(^ , von 3)IigEiilbungen gonj a&gefe^en , 3i^f<f(^< i">t bo4)peftcn ©t^mänjen. 
1)iti nur nebenbei, benn gut ^a^t ber SSeret^tigung foti^et $^antafiege[<^i)|)fe fagt 
aütS biefeä ja gar nid)tä. Südtin ift burd) feine ununterbrodienen 9}aturbeobad|tungen 
ju einet Sunft ber Kombination gefommen in biegen fingen, bie übertafdicnb ip. 
®t fat| bie ©eftalt jeber SPftanje beim ©;iaäietenge^en , Jo^ jeben galtet unb SJoget 
auf Sau, iSctuegung unb ^rbe an unb War fc^lie^li^ fä^ig, bie fompfijierteften 
$f(anjengru()pen , Wie auc^ Siert^pen fo ju erfinben, bafe jeber glauben mußte, fie 
feien nad| bet Stotur gebilbet. 6t etjätitte felbft, bafe et oft Spflanjen in feinen Sanb- 
fi^aften anbradite, von bencn ei erft fpäter erfuhr, bag ganj ä^nti^e gotnten niitflidi 
in bet SRatur oorfamcn, unb ein ftaffift^ S«i(piet feinei ©enieS auf biefem ®ebicte finb 
bie brei Sßögel auf (einem aWeiffeimerl „aKeereSftiKe". Er gab ben SfiBttjen, TOeltlie 
feinem untieimlii^ fdjbnen SlReernjeibe ®efenf(^nft leiften, auä irgenbeinem fi'ompofitionä- 
bebürfniffe ft^roarje SiSpfe, um fange na((||et ä" etfatfren, bafi eine folifie Wlint, 
Laras melanocephalus Reifet fie, tatfäi^Iidi oorlommt. 33et goQ ift fo merflDÜtbig, bafe 
man immet^in au(^ on ein untieirDu|ted Stinnetn glauben möifite. 2)enn jene äßäroe 
ift aui^ im 9Hitte(meer ^äufig, an beffen Ufetn SBMlin, als et bieä üBitb malte (1887), 
fdion oft genug geraeiü ^tte. €eine St^nbungSgabe ift an anbeten klingen auger- 
bem fo reidilic^ tieRiä^tt, bag ti auf biefen einen beibtüffenben S^S tnitflid) nic^t 
me(|r aufäme. ginen Scroeiä für biefeä au^etotbentlii^e latent, baS ©efejmäfeige in 
ber 9Iatur ju erfaffen, liefert aui^ be3 aHa(et8 immer gletdi pta(f)tOoIle SHaterei be« 
aßoffetä. Sie ®eflall bet 
aSetlen unb be« nieifeen 
@(^aumneße^ auf ber bui^' 
fic^tig. banden gtut ift ftets 
fo unübertrefflich natumutit 
gegeben, wie einet bieg mit 
bem flblif^en ©tubienmalen 
nie erteilten mütbe. S)a3 
(ann nur ber, mel«^ in 
unermüblidiem 3»^'^^ f>(^ 
übet bie @lefe^e unb Gräfte 
ttot geioorben ift, totitSft 
in i^rer SBirtung auf ba§ 
9Saffer jene tHormen immet 
roieber bitben unb Deränbein. 
aRidionen Don Sarianten 
finb mäglitfi — unb biM^ 
ift e8 fetten genug, ba^ einet 
aui) nur eine biefer Vari- 
anten et^afcf)t unb g(aub- 
mütbig barfteOt. ^üitin 
mißlang e8 Wo^l nie. — 
aber jutüct ju ber SBei- 
mater ffipifobe, bie freiließ 
nur Inapp jroei 3at)te bauern 
füllte, fo grofte Hoffnungen 
ber TOater utfprünglid) baran 
gelnüpft t)atte!, 

äRit ttnoib SiJtflin ju- 
fammen naten nodi S^anj 
Senbac^ unb SReinfiolb Segaä 
oom Strafen taldteut^ be= 

rufen morbcn. geuetbat^ „j^. m. s.nbftM«™<.sr. ».n bt. «a(M« «u«!.^.!!.. an. 
tiatte abgelel)nt. 9ln Söegaä (8u sriK bt.) 



fc^log fi(^ ber aKaler in Warmer ^eunbfc^aft alt, bie bid gum ©c^tuffe Don Oödtin^ 
Seben roö^tte. 3>te(er t)at immer be« Seiliner iSilb^ueid mü^txüQei können gerühmt 
unb mertiDürbtgeiRHite ^at baS Sefte, mag iBeflaS ft^uf — man fe^e nur baä äRittel- 
ftöÄ beä Sertiner ©c^tD^bninneng an! — grofee innere SSerroanbt^aft mit Södltn« 
Srt, ju (efien unb jw erfinben. ^ut ffleimarer 3fit lebten fie in frB^Iii^er unb t)erjli€^ 
Harmonie, unb al§ !BegaS ftinen Sntnucf fär baä :6erliner ®i^i[lerbentmal gießen 
mufite — ®i))dfDrmer gab tS in ber @Det^eftabt nii^t! — macfite Sikflin gebulbig 
beä greunbeS ®et|ilfen. Iro^ man(I)en aniegcnben SerfefirS — au(^ 2i(jt unb ®u^d 
gloerle, ber bort als Se^rer ber ^nftgejc^icfite tätig roav, lernte S9üillin in SBeintar 
fennen — gefiel ti it|m balb nid)t me^r bort. Xiie Xätigfeit eineö afabemifi^n 
Se^rerS entfprai^ ifim niD^l über^uft nidit unb au^erbem ^tle er Don folditr ^Hg* 
feit anbete, freiere begriffe, als man fie bort n)ün|<^te. SSeimar toar tro^ ata grogeit 
Xrabitionen ein ;it)itiftrü[ed Uteft unb fc^on nai^ n»niger aU einem ^^re ^ttt ec 
tS fatt, rooS rettit beutlidi auS einem Srief ^Dorge^t, ben et im ©ommet 1861 
an einen ^eunb f(^rie6. 'S)a ^ei||t eä unter anberm: ^^\t tä nur einigermaßen 
leiblid), fidi ftünbfii^ fein bi^tn überjeugung mit allen ju ©ebote flefienben SBöfTcn 
tKiteibigen ju muffen unb bann bodi !aum no(^ für e^rlit^ gu gelten?" — Unb 
weiter: „^ Will jufrieben fein, wenn ii^ e^rlic^ burd)d Seben fomme; wenn ic^ bie 
$ätfte Don meinen fflilbem jum tjalben *JSrei« Herlaufe; Wenn m^ fein SRenfi^ anfietit. 



«»6. ST. Welani^iilic. 1971. (Sn 6(il< So.) 

Stter ungeft^oten ImH i(^ Jcin unb meine eigenen iffiege ge^en!" SRon fie^t (i^on an 
bie(en $to6eii, wo ben SHeifter ber ©t^u^ btütfte. ffir mar nirfit frei in S^eimac unb 
fxi^te ilber^upt nii^t für ein 9Imt. „^m ^ienft" ift ein fcfilimmed SBort, nii^t blog 
für einen SßnriluS, mie 3""9 SBerner, fonbeni qui^ für etnen SRalet, unb bie Stffeln 
bni<Iten aSWIiu fo fet|t, baß er fie im ^cröfte 1862 f})rengte. 

S^TD)) allebem toaren bie beiben Seioiater ^affit reiä) an fünftlerift^en Scgeb' 
niffen geipcfen. ^unäi^ft malte er eine fflenuS, bie ?linor auf bie ^a^h fcnbet, etliche 
Silbniffe, barunter ba^ intereffante Xotipetbilbni^ Don Stniaä) unb SSegaS, ben ganj 
alttneifterlic^ einfach getialtenen, rounbeibar fc^arf Qejcic^neten ^opf Senboc^S (3(bb. 14) 
unb baä lebensgroße 9itb ber einft \o ^o^gefeierten SragSbin gann^ 3(">(it>!<^Et 
(?r6b. 15), bie, nadi einfamem SHter, tcie eS ^ei|t, in tiefem ©tenbe in Stmerita geftorben 
ift. 3t bem uerfunnenen, melien ^lid ber fc^Snen giau liegt etroa^ toie eine Stauung 
Don bem @nbe, baä i^r roirttic^ bef<$ieben mar, ein ©i^atten tioffnungStofer ^rouei. 
3n bier Sommermonaten be« So^re«. 1862 f{iiuf »öiflin auf Seftettung bc« Sßafeter 
aRufeum« bie faft 3'/, SKetet breite „3agb ber ©tano" (SIbb. 13), bie i^n f(^on 
länger befc^äftigt ^atte. Sie fdiBne reiche Sanbft^oft, nt\6)t ben $intergrunb bilbet, 
erinnert an bie Ergebniffe feiner erften römifdien 3eit- 3lu(^ aU ^taftifer ^t fii^ 
936dlin bamofS, ongeregt bu«^ ben Umgang mit ©egaS, \a mit beffcn birefter Unter- 
ßü^ung, Derfucfit; er na^m teil an einem SSettbemetb um ein Senimal für Sc^meijer 
gelben, gemann aber ni(^t ben $rei3. Sioc^ tourbe feine ^bee mit ber be« ©iegerä 
im Wettbewerbe, beS Waltvi Stüdelberg, äwfanimenflefdiraiebet unb lom fo teilMeife 



44 

jur üuSfü^Tung. ^n mateiitHer ^infic^t, mit in ibeeQn ^tte (idi übrigen^ ^bdlinS 
Sage nä^renb beS Sßeimattr Stufent^atteS bebeutenb gehoben, ©ein 9Iame gelmmn 
einen guten Slang unb et rourbe nii^t nur burt^ jene iBefteßung bei ^iift^jogb ber 
2)iona cnblii^ auäi Don ber ^dmatftabt anerfannt, aui$ onbe» Seute, ein ^tft ddh 



fflcufe unb bie @ro|i^eijogin oon Setmar tauften Silber Don i^m, er fiatte in ®(^(f 
einen ©önner gefunben, mit betn et fieilii^ ntd)t immer jufrteben rcar, bet ober hoäf 
feinen Stubm mit begrünben ^alf, unb augcrbem tiatte er einen Bdfa^ Don DoIIen 
7000 grinff gefammeft, ber eö i^m ermöglid)te, betn ^errenbienfte ®ute SKoc^t ju 
fagen unb mit SSego^S nad) IRom überjufiebeln. ©ie trafen fi(^ im ^erbft 1862 in 



einer cömifc^en ^eipe dot bcr Porta satai-a. tBegoS nmi mit iBikfCtn in ber enigen 
@tabt übrigeng audi [<^Dn mä^renb beffen erftem rümifi^en äufent^alt jn 39eginn ber 
fünfjiger 3a^re jujammengeniefen unb tS tp tü^renb ju tclen, rooS ber Silb^uer oon 
(einem großen Sreunbe erjö^lt. SSöcflin itattt bamatä ein fiJ{tli(t)eS Silb mit einer 
ru^enben ^iana in buntlem $ain gematt. @ä ging i^m mateiieQ gerabeju miferabet, 
unb er lebte fi^on feit längerer iJeit mit ben ©einigen Bon einem ©ärfc^en mit Sonnen, 
ba« er um einen öajocco gelüuft fiatte, „®nbti^ mar ein rcid&cr norbbeutfc^er 3n- 



^bb. t3. »llbniil bei XDd)ler bi« ffünnTeiJ) Oisu ffmiii Siuitmann). mtilS. 

buftriellcr gefunben, bei auf tai Säifünfcfie Silb aufmertfam gemittet Mürbe. @r fam 
ju SBödlin, ti gefiel i^m oufeerorbentlit^ , er motttc eä fofort toufen, nienn ©örflin bie 
^iana auf bemfelbcn übermalen mürbe. ^ luoSIe nur ben S^alb oHein o^ne ein 
ledenbeä 9Befen barin. i9ödlin, obgleid) ti für i^n bie Slräeit einer (Stunbe gcmcfen 
märe, bie ^iana ju übermalen, unb er (it^ fofort in ©elbufierflufe befunben (lätte, 
lehnte es ab, an bem Silbe irgenb etroaS ju ttnbern; ber mä)t Slorblönber reifte ab, 
unb SBödttn ofe mit feiner tlfamilie lueiter an feinen Sofinen." 

2für ben ©aron <Bi)ad i)aüt Sbdlin tc^on im 3a^re 1860 jroei Silber gemalt, 
rcfpe(ttöe fic an i^n Dertauft, unb ju Seginn feine« neuen römif(^en 9(ufenl^oIte8 
fc^uf er für biefen bie SBicberfiotung bcä Slnaifioretcn, jeneS in feiner 9KaIroei(e fo 



tigenartjg „mobent" anmutenbe äntiftcnDnf ber 3R&nd)txieT ©(^dgalcrie, baS einen 
einfiebfer an peilet 5e(8toanb fic^ geifeelnb borfteBt. fßlü \mtn aWöcenen ^tte ber 
^nftler aha nun einmal tein &\ni unb mit ©diaif audi nic^t. 2)ie meinen Don ben 



(ef^je^n Silbern ©ikHinä, welche Srfiatf für feine ©nmmlung ermarb, ^at bieget birelt 
fd&Iec^t begaött; er gob für man^eä ber Silber luD^t niiit Jo oicle ^unberte, aU eä 
tieute Se£)ntau(enbe ttett ifl. Xn @cof War fic^ babei aber fielet leiner Suäbeuhing 
benu^l unb man mug benfcn, bo^ Stettin autt) lange nadi^et für ben ^nft^anbtl 



u 



H 



il 



nD(^ tein 3)Iann Don gtogen Ißteifen Icai! ^ai mar ein @annnler o^ne Die( 
eigenen ©efi^matf, aber mit bem guten Tillen, bie tiefte 9RaIeiei feinet 3<it in einer 
@toIerie jufammenjubringen, ofine bafi er ejorbitanle Kittel jur Serfügunfl ^tte. 3n 
fünftlerif<$en fingen befafe er feine tiefere Sinfii^t, babei aber ido^I hai ftarte ©etbft- 
gefü^I bem ^nftier gcgenäber, baö mo^t^abenbe fieute in !Ceutfci|Ianb unb anberdtoo 
immer ^aben, nenn fie i^r Ö4etb in SSitbern anlegen. @o erlaubte er fu^ gegen 
^Bfflin alle jene Störgeleien nnb hänienben ©inmörfe, SBebingungen iinb gorberungen, 
toeldie folc^e ^nftgönner nun einmal für i^r guteä Stecht onfe^en. ^ubtm mar er 
^alb erblinbet unb ^atte, luie SBSiflin felbft äußerte, feine @atene eigentti(^ nie gefe^en. 
Sei feinen 9Intäufen roor er Dielfa(^ nur bem 9late anberer gefolgt unb niD et felber 
urleilte unb faufte, irrte er träftig genug, ^rfänlid) ^aben fii^ bet ®raf unb ber 
^nftler nie na^e geftanben unb baS Sßcrfiältniä , baä eiCofdi alä <B^ad feine Silber 
16B<fIin9 me^r taufte, roor, mic tvteq einfa<^ unb beutlic^ ftd) auäbrü(ft, iai geft^ftlic^e 
jniif(^en ffäufet unb günftler. SöJlin, auf meldien etnft $aut ^^fe ben @rafen auf- 
metffam gemacht ^t, fagte felbft: „®(^adf (iat wenig Detftanben. Senbat^ unb $aul 
^e^(e mnßlen i^m bie U^t aufjie^n. SJor einem neuen Silbe Oerfogte er. @t fa^ 
ti bur(^ ben Ofietnguder an (notabene au^ nödiftet 9tä^e!) unb ging bann fc^nwtgenb 
toeg. 9{ad)bem ic^ it)m bie ^tlla am S^eer in Sempera gematt ^atte, berlangte er, 
ba Ztmpna ni(^t folib fei, eine anbete in Öl. Die bejafitte er, aber bie erfte befiielt 
er au^, obne mit einen roten Pfennig bafüt ju bejahten. Unb i(^ t)ätle getabe bamals 
(1864) baä @clb fo bitter nötig gel)abt." '^ai unfolibe SBilb, baä ber gräflit^e S«äcen 
umfonft eriDorben ^ol, ift ^eute eine ©umme Wert, bie man mit fet^ä Siff^ni ffi^reibt. 
@ä ift fein 9äjunber, wenn Südlin übet ©cfiad fpötet ^art gcurteilt ^at, gu einer ^at, 
ba ibm itaü ®efü^t, unwürbig be^anbelt werben ju fein, iai Slut in bie ®<^täfeii 
trieb. ®r ^t in anbeten Slunben übrigen« audi frcunblitlier Bom ®rafen gefproc^n 
unb biefen liebendniirbig in feinem 91te(iet aufgenommen. (Srwibert ^at et bei @rafen 
Sefutt) aber nie. @<^aif ^t an Sodlin, wenn er Silber laufte, gehörig gefc^ulmei^ert 
unb mit feinen 9tnfii&len, roenn i^m etroaä mifefiet, but(^auä nii^t tiintcr bem Serge 
gesotten. Unb SiSdlin, ber bamaligc arme teufet Sötflin, mu6te befi^iben fic^ fügen 
unb — fügte fii^. !Bie jroci SrieffteHcn, bie wir weiter unten (äbb. 106) im gaffimilc 
geben, iftuftriercn ben Ion, ju bem ber Sünftler bem Säufer gegenüber gegniungen 
war, rci^t beutli^ unb taffen aut^ ben Son ötinen, ben \\H) ber Saufet gegen ben 
Sünftler erlauben burfte. 9Iod| braftifdier ge^t ba§ atteä aüi einem Sricfe ^erDor, ben 
Södiin im SWÖrj 1866 an ben Saron — bamolä ^allc ©diaet ja ben ^eigerfe^nten 



49 

®tafentitel no^ nic^t errungen — (^tieb. 3m %0 beS ®ro^en 93ßrf(iniuerfeS (fflonb IV) 
ftnben roic ben Srief abgebruift. $üdlin banft barin für einen 2Be(^[e[ Don 250 Bulben 
unb icfiteibt bann: „Siafe 3tin"t "f"« "tle btei jugeja übten OSemÖIbe miß- 
fallen ^aben, niicfte fo entmutigenb , beionberä ba ii$ bai @egcntetl ju ^offen 
geniagt, baß £ag um ^og Derftreic^t, o^ne mic^ bem ^iett mertltc^ nät)er ju bringen. 
®D übetfenbe icti 3^nen, oere^rtefler $Ert SBaron, bicje ;iQat feilen unb uerfiiare fernere 
Stnjeigen auf einen j^jöteren Stief, ba oui^ biefe« ilberuunben fein roirb!" 
Sffiieöiet Iragif liegt in ben legten aSorten! 

aui^ ber jmeite rbmift^e aufent^alt Sörflinä, ber Don 1862 biä 1866 
gebauert ^at, brai^te bem Stiinftler ©Degen unb Stufregung genug, unb in ber etften 3t't 
finb nienige von feinen bebeutenben SSerfen eutftanben. (Sä mar eine 3^i^ ^^ ©ui^ä 
unb ber fiinftlerifc^en Umgeflüttung unb Bor allem eine 3^** ttr mü^eBöHften tedintfi^en 
@{))eriinente. gaft jebeS 93itb, baS ber @SemälbetataIog aui jenen 3o^>^£" oerjeii^net, 
t|at eine anberc SKalteclinif. ^ie IraftDoKe ©afp^o, bie er 1862 naifi einer öfifte ber 
Silta Stlbani begann, ift in antiter, entouftifc^er SRanier gematt, baä befannte fflilbni« 
3ofq)I| Don Sopf« (1863) in Sempera, ber goun mit ber «mfel (Slbb. 16) in öl 
unb baS iSilbniä oon grau SSbcflin (9Ibb. 17) in SSet^roui^malerei auägeffl^rt unb mit 
3Bac^ fiberjogen. Eine Meife nai^ SReapet ^ftc ben ^nftler mit ben pompejanifc^en 
@emälben unb Dielen anberen 9Ber(en alter ^nft befannt gemadit, bie ifin ju SQer' 
fui^en anregten unb Koffl über(|aupt er[t boju 6rai$ten, über bie @efet)mägigleit in 
ber i)farbengebung, bie 2)ofierung unb Verteilung ber Sarben in einem folori^fc^en 
©anjen tiefer nacfiiubenlen. Setannttic^ jelgen aut^ bie rein betcralioen SRalereien 
ber ^ompejaner nad) biefer SJti^tung einen fe^r fiodi entloidelten ^efi^mad unb jtel' 
bemugte $ra^g. über biefe Umroanblungen in bem ^ünftler geben Diele aufgegeidinete 



®t}pxädjt mit @ct|iit unb anbem reii^e Sluff^Iüffe — auü) barübet, wie bie ^tift ber 
^talttner auf i^n Sinbrud madite, o^nt abn biie!t in [einem ®til füt|tbar gu toeiben. 
HSödlin, in (t) Olelem ein glänjenbeS iöorbitb, ifl ed oud) in ber ärt, tme et oon 
ben Wten, übei^oupt, mit er oon anbein tetnte, o^ne itmaiä audi nur eine entfernte 
IReigung gur 9Iac(iat|mung ju jeigen. $ei t^m ^tte jebei Sinbrud, ber Don aufttn 
tarn, Bon Statur ober Oon &unft, erft eine Umroertunfl in ber (turten eigenen $et(5nlic^' 
feit buit^jumocfien , e(ie er nieber als tünftlerifdie Xat frei rourbe. 'SÜx in ben SeEir- 



Bbb.M. Scflbliiiflilflintntuna. 3iDll(6(n isTi unb 1S74. <Su 6eilt w.) 

jähren foäufagen, bie mon mit bem SBeginn ber fec^jiS" Sa^re nio^t für abgeirfitoffen 
Ratten lann, Wirb ^in unb «ieber ein bitefter ©influfe beutlii^ — ©diirmet, 3)reber! 
®;iäter t|at er fleluiffe ältere, uamentlid) niebetbeutj(^e SReifter mit ^eifeer Snbmnft 
uere^rt, aber nie im geringften geattertümett ober genaiüelt, roic eS anbete SBete^ter 
ber Stlten toten, ©o ging eä it|m erft mit ben italienifc^en Quattrocentiften , bann 
mit ben ißan ber Serben unb anbeten. I£r fa(| t^nen SeffereS ab: toie man Sorben 
bu«^ Äontroft jut SQJirlung bringt ober abfc^mäcöt, luie man bem 6(eniülbe bie gröfet- 
m&glic^e Sauer in ootlet ®d|öntieit fit^ert, roie man Dtcdeii^t im 3)ienft£ eineS ^ö^eren 
malerifi^en Qwtdei bie fc^ulmä^ige ^orteft^ett einer gorm ober 91aumgeftaltung jum 



51 

Opfer bringen taitn. 3)aä birelte 9!a^^nien ber SHten Ui ju ben ^altwci ber nadt- 
gebunfetten ^Üne unb ber braunen ^tina beä c^emiic^ terSnberten girniffeä roor 
i^nt unDecftänbltc^, ja einfni^ tomi^^. „Die Sitten ^abin \a qu(^ leine 9(nti(en ma^en 
MDHen," pflegte et ju (agen. 

Über Söcflinl Seben in 9tom finben roir eine tiübfc^e Slnbeutung in ben „SebenS' 
erinnerunden eineS aSttb^nerS", bie Sofep^ tton Sopf auf gef [^rieben ^t. aRan fieW 



boiau^S, Don nietdi retdier |)erjenlgiite ber 3Reifter toat. Obgleidi er mit feiner grogen 
Samilie felbft faum pa^ in feiner engen SBotinung an ber 93ra Sabuino fiatte, tub er 
ein frifi^ angelommcneS jungeä SPaar, ben SRaler $. mit jeiner ^rau, fi(^ bennot^ al8 
fiogiergäfte inS $aud, um i^nen ben fo^fpieltgen ^ufent^alt in IRom ju ermügtic^n. 
9IIä bie grau fpäter meberfam — % mar injniif(^en in ein Sttelier umgejogen — 
na^m SBödtün bie junge SKutter mit bem SReugeborenen miebei ju fitfi. Sll3 bie S(rme 
ftarb, naf)m er fii$ aüüf bti ^nbe§ nodi an. @r raupte |elbft nur ju gut, mie bitter 



52 

Slrmut in einer jungen fiUnftlecefie fc^meift. ^n fftom i^ üBöcfKn f(^on früfiet mit 
%tütibaiif ju[aminengetoiniiien unb btefec mar jut ftürmtfc^ften tBemunberung Etingerinm 
burcfi ^SdliitS Sunft, fo bog er auerief: „^ mufi von Dorn beginnen!" I£r oerfetirte 
Diel mit £9ücfltn unb bitbet mit biefem, SlegaS unb bem Supfecftecifer milge^e]; gurammen 
ein ®e{angäquartett. SüdÜn ^at in g^erbac^ nontentlidi baä grogc &Dm(iDfitionätaIent 
anerlannt, bie audgejeid)nete Begabung für WS 3)efDratiDe, bie unfer SReifter gerotg 
felber in geringerem aflafee belaß, a(8 maniic anbere materifc^ lugenb. Die gonje 
©i^iaffenäMeiK geuerbat^«, ber „mit einer gar&enibee beginne unb erft nni^fier einen 
@egenftanb boju fuc^e, ber nie ben ©ebanlen eined S9iIbeB im Sinne ^be, fonbem 
bie SBorftettung, boft bo8 Silb roie ein ligian ober ein ßarratei ouäfe^en muffe", -Ber= 
urteilte SBödlin mit fdiorfen Sorten. ®r jetber war ja in aUcm anberS! 

3n ber er^en niie gefagt, rclatib weniger fru(f)tbaren 3eit Itine« jmetten Titmi{<^ 
äufenttioltä, arbeitete SBötflin fafi nur Heinere Soi^en, bie offenbar faft immer ber ®egen= 
ftanb tet^nifdier Sfperimente maren, barunter relatiD oiete ffliftmiffe unb @tubienfb)]fe. 
Der ©niaufti! feiner „^app^o" ^at er oiele 3^'* unb 3Rü^e geniibmet. ®r fudtite noäf 
einer mügliiflft baurc^aften ied)ni( unb ließ fic^ bie 3Rüf)ietigfeit jener ontitcn ffiail^- 
malerti nit^t Oerbrießen, bie eine meniger intenfioe SBidenähaft fi^er abgeftofeen t|öttc. 
3)ag $(rbeiten mit ben jätjen SBai^efarben , bie er jic^ bocfi erfl fetber f<^ffen mußte. 



1875. SSItfUitt« «ultum ju BtfSlou. (8» «ritt M.) 



6.47. 3»SII<- "J6. 



erforberte] unenblt(^ ®ebuti) — abtx Sötfltn iDoDte eine S^n^nifi fytbtn, rotlö)t bte 
gtifiier^attunfl be# Soloritl auf tange geroä^rleiftEtc. SJietItidit fi)ielten bie Ouenge- 
leien ©cfiadi ha bereits eine 9toDe. ^egen bie reine ÖCmoIecet 1)attt ber Künstler 
iebenfaQS frü^ eine Slbneigung gefaxt unb feine fortienreic^ften i&iunbectiierfe finb aucEi 
auäfci|tie6fid| in äKalmeifen ausgeführt, bie ju irgenbeiner ®attung oon Sempera jä^Ien, 
loobei bie Ötforbe oft noä) jur letzten Überartieitung in ffrage lom. Son bet Dlfatbe 
fagte er, jie ^be auf bie $htn^ nerflot^enb geroirft, tote baS Staoier ouf W HHufif. 
3)eT ^appf)0 folgte in ^<^nialerei ber befannte ^ümertopf mit bem roten HRantet, 
bcä Silb einer Stemeiin (©ignorina Stara) mit fe^r auabrutfSBoUet $ianb. SSilbniffc 
gofep^ Don SopfS, ber ^rau i85iflin a\S ^Diufe mit offenem ^aar unb ti^tem, reidien 
^Itengemanb , bann mit rotem ^ame^ (9Ibb. 17), mit ft^warjem ^aame^ ufro., ein 
©DppelbilbniS beä Sünftterä unb feiner 5rau, bie burdi eine $erbfllanbf(^aft fc^reiten, 
ein fSilb oon hti ^ünftleiS frü^oerftorbenem 3:Qcf|terIein Sucia, baS fo fi^lidit unb 
ganj anfprut^öIoS gemalt ift, mie ein 2)efreggertbpfd|en unb nod| anbere Silbniffe. 
Stuc^ ein paar Heinere fianbfi^aftäbitber, TOie bie fdiüne r5mifdie ®et)irgS(anbidiaft mit 
ber iBrüiie unb ein ^Ibbilb, bog bie Stuttgarter @alerte befigt, entftanben bamalS. 
SRetfl tnnbelt eä fid) bei biefen (Sachen um fleine Sormate. ^ie erfte bebeutfame 
Snii^t biefer römifdien 3«it ift bie ißilta am SKeer Dom 3af|te 1864 (Stbb. 18). 
Über ben ^n^alt btefeS ©emötbeS, bog in ^eutfciilanb au^erorbentlii^ populär gemorben 
ift, ift meitete iSrBrterung nidit bonndten. ^cr ^ünftler ^t in bie melanilolifdEi 



ßtoftorttfle Sanbtc^ft rine ©tim- 
mung bei Xrauei um ben legten 
@))ro|fen eines ru^tnieic^ @e> 
fc^Iec^tefl, bet in ber genie ner- 
ft^oHen ift, legen niD[Ien. 3)ie 
bunfeffltffeibete ?frouenfleftaU , bie 
feliniüä|«9 in bie aSeite befi SReere« 
titidt, erläutert biefen @ebanlen 
mit jener jroingenben (ätimmung^ 
gemott, toelt^c ©ötftinic^en Staf- 
fogen \d oft eigen ift. S3er nim» 
ntennübe ^ei^nifei ^atte bol ^Ib 
mit äSei^raut^ unb Sanbiog ge- 
malt, bie mit Gaffer Dermifdit mit 
ber ^xbt nenrieben tDuiben. 33ann 
ttäntte et bie glöi^e mit getdimDl- 
jenem äBac^. ®raf @d|a(f I)at 
jidl betanntlit^ bte Vu^fütirung ber 
für i^n beftimmten ajilber in 
Xem;)eio tKtfteten unb fo tarn t& 
ju ber oben ernannten Üffäre. 3)te 
jwette ^iz[\m ber SBiUo am SBecr, 
bie fflörflin bem unbefriebigtcn 
3ßäcen liefern mußte , ^t ber 

^eruntergematt. anerbmgö (d)eint 
er ba8 S9ilb fdion im 3uni 1864 
begonnen unb bann faft ein 3a^r fte^cn getflffen ju ^ben. Die Sonfaft^oft ift nur 
in ber großen Stnlöge bie gleii^e, in jeber (Singel^eit übet wranbett. ^ben öuf bem 
erften Silbe bie mut^tigen ä^preffen nur bie i^arafteriftifi^ Skugung aller om SKeere«- 
ftranb regelmäßigen ^inben ausgefegten SSäume, fo erf^einen fie ffitr mitflii^ oom 
©tutme gepeitfi^t. fflleigtaue ©itoKoftimmung ftatt beä mannen Mbenbgotbeö oom 
erften Silbe liegt übet ber Sanbfc^oft. SBeifeet ®if{f|t fäumt bie an« Ufer raufd^enbcn 
ffletlen. 3)ie Irctiiteftur ber Sitia ift reit^er gegliebert unb im SRittetgrunbe fe^n 
mit ein ontife« Srunneniuerl. Suft unb 3}Jeer finb mit Seimfarbe gemalt, bafi anberc 
bann mit Ölfarben baraufgefeßt. ®ie8 Silb, ba8 SB. ^et^t in jmei Sormoten rabiett 
bat — einmal für ben aRünc^ener Sunftoerein — , ift cielleii^t nodi me^r oerbteitet 
unb aui^, roenn miJglidi, no(% f(f|öner unb großartiger all bie erfte 3aff«ng, roeldie 
übrigens ^eute groeifelloS matter in ber Satbe erfdieint als fie urfprünglit^ Ipar. 
airnolb SBiidlin I)at noi^ btei anbete „SJitlen am SReer" in oerfdiiebencn Beleuchtungen 
unb mit immer tierdnberter Sanbft^aft gefdiaffen unb j|ulegt nod) eine Storiante bei 
Siat^t. ®S ift oon großem Seij, ju beoba(^ten, roie feine gormenpVtir" rei<f| genug 
ift, betartige SBarianten (o jU geftolten, baß (ein glerfd^en auf bem einen Silbe 
ber gleiten ©teile auf bem anbern gteid)t, roie ©timmung unb S^tben unenblicfy 
oerfctiieben finb unb bot^ ber große ©efamteinbrud bleibt. SS ift fc^roer, im ©ebäc^t- 
niffe bie SSoriantcn ber Södlinfi^en SßiQa am HHeer ober ber S:oteninfel auSeinanber- 
^fubalten. @äbe man fie nebeneinanbet, fo roütbe man fteilidi elementare 3ierfi^ieben- 
beilen ertennen. Die brüte SSerfion ber Scilla am S^eer läßt bie Saubfc^aft ganj 
oon 9Ibenbglut übergoffen erfdfieinen unb ift DicQcicEit ni(^t bie glütflidifie, ift nii^t 
fo crgreifenb mie bie anbern in i^tet tulie- unb traueroollen Stimmung. Uüfter 
unb traftooll mit f(^»etem bunfelblauen ^immel ift bie bierte S3arionte (Don 1877), 
bie Stuttgart befigt. Iial 9ta<^tftü(f 0Dn"lS78— 80 gehört grei^erm W. oon ^K^l 
in Darmftöbt, bem glütfliiiien Signer fo Dieter SKeifterttierfe SütflinS. Saron €äia(F 
bat Södlin 1.3. 1864 in JRom befuiiit, roäfirenb biefer an ber erften SBilla am 3Keer 



arbeitett. SBödftn fiotte bamalS mit Senliadi unb Don $agen jufatnmen ein gro|e8 
ateliet inne, wo er boä SSilb, wie ber ^avon meinte, in „unfotiber lerfmü" f(f)«f. 
<S(^ac( erjStitt üticigend ganj unbefangen Von feinen SiÖigeleien unb baOon, ba^ a 
bie beiben 99ttber behielt, ei, bet bodi nur einS unb no^ basu redit gering bejaEilt 
fiatte. Sieft man 
feine Stufjeii^uun' 
gen in bem, atö 
gef<^i<^tli(^e8 SRa- 
terial genommen, 
fetjr intereffanten 
«allein : „SKeine 
©emätbefammtung", 
(o er^ä(t man ben 
CHnbnid, bafe er 
fi(^ gelüiß nie ir« 
genbeineä Unred^tö 
gegen ©örflin 6e- 
muftt mar. ^enn er 
gtetc^ mit ber unbe- 
fangenen Stüdfic^tg- 
lofigteit be§ <Saäi' 
unDerftänbigen an 
58&c(tin ^umlrit- 
telt, ^at er boc^ 
auc^aSorieber^ik^- 
ften SJetounberung 
für t^n. 3>a8 ^in- 
bert i^n nic^t, bad 
SBilb,53ie2Siefen. 
quelle " in ber 
SluSfü^ng „fofe^r 
mißraten" guRnben, 
,ba6 et eä in Siid- 
tine eigenem ^n- 
tereffe nii^t auf- 
jufiängen magte". 
Unb tiKtl ber not- 
leibeitbe Wafer ftdi 
biefe ^immIif(^eStn- 
magung gebutbig gc' 
faden laffen mugte, 
meint (ein ©önner: 
„Er bclüäfitt fi(^ 
atä eistet ^ünftter, 
tnbem er mir mein 
unumrounben oul- 
gefpro(^ene8 Urteil 
nicfit Detübelte, uiet- 
me^r eä batb felbft 
aldriditigerlannte." 
D, ©elbptäufc^ung! 
3n ffljo^r^eit ift 

baS ©engen unter «6».19. gloio, aiiimtn fttfgtnb. »»»on p <i>»in «lalfcnnet. 1B55. 

bie SReinung eineS (S" stUt u u. m.) 



57 

Säten, uon bem et a^^änoig nui, itpa^r^aftig nic(|t gerabe ein ^mtü beä eckten 

SünfrtertumS, fonbern nur ein SBerociä ber eiiitcn 9Iot, in faet unfet SRatet fhÄe! 
Unb bann toifien mir auä ©i^ictl Stufjeidinungen , wie fet)t gerabe biefe«, 1869 öotl- 
enbete !8ilb bem aJieifler cnä ^iecj geroa^fen, roie tieffinnig e« en^ifunben, wie geiCt- 



«66. M. %icU. 1877. (gu SctK 98.) 

retc^ es buri^bat^t, toie forsfom ed auf aQe feine 33iitungen berechnet toar! äSer 
SerftinS anaterei bDOfoninien beifte^en roiD, mug biefe auSfü^rdi^en Sufseidinungen 
ftubieren, bann nirb et etfennen, bag tS für ben HRalet ^SdKn im iSilbe übeT(|aut)t 
nidits 9IebenfQ(^Iii^eB qab, niiiis, njaS nidit roiebet feine Segiefiungen ju anbeten 
Seilen beä 9SetfeS Vtte. Sein $a(m unb leine Ißlume tft etitpa nut be^^alb DPt- 
^nben, toetl bei SRalet eben getabe einen ^alm unb eine SStume an jene ©teOe ju 



58 

(e^fit Suft ^atte; jebei $alm unb jebe bunte 9tüte ^at befonbere aRttfion in bec 
a^lbetii^einung, etfüßt einen, bem 3Rater bemühten, bem tgefc^uer nur in ber SBirfung 
beutli^n ^votd. ^lum ift biefe SBiitung bei SSiflin tmmet fo unge^er intenfio. 
2)ie inotiitKift Iünftlerifd)e Srbeit, bie an ein Sßerl gemenbet ift, fommt ja imtner 
Ritebei als Sinbruif auf ben 99ef{^auer aufl i^m ^erau^. ^ me^r ein S^nfttec in 
einem SSerle Don feinem ^efen gegeb«n ^t, befto länget ^ätt ti auä) feft! ^ened 
OueObilb, um baä tS ilim fo fe^r ju tun mar, fiat SMEin befanntlii^ uugcjä^lte 
anale umgeftaltet, bis er jufrieben nior. <SS entlaub junät^ft im :^l|re 1868 au« 
bei füi dotta geaibettden ©nfailte „^it @btter ®neif|enlanb8" in ganj anbexer 



aw. S2. CtoTon. 1817. (3u Seite ss.) 

Sorni, rotfc^e jefet unter bem litcl „SiebeSfrülling" im ©efige beä Jpettn otn ^ic^l in 
SSormä tft. ^itx icirb bie DueHn^mljfie od« einem jugenbUi^ (t^Bnen goun belaufcfit 
unb SBöcftin, bcr bamots fdjon immer iielberoufitet naiJi 15in^ettticf)feit beä fünftterifc^en 
®ebanfeii3 im ^ilbe ftrebte, fal| in biefer Slnbeutung einer £icbe@fjene ein noUeHiftiff^eS 
Slloment, bog bie ©runbibee oerfc^leterte. "Eie Duette in biejer grüfitinflÖtQnbfi^aft 
mit t^iei erfrifc(ienben unb betebenben äBiitung ift baS XQotiti unb altes anbere, bie 
at^mp^e niie bie gaune unb ber entjüdenbe frfjnjebenbe ^uttenfrauj, foU nur ben 
einen ©ebonfen Herliefen nnb ermeitern. 3" bieiem ©inn muß man ben $5dlin feiner 
reifen 3"' immer oerpetien, ob nun fein SBilb „©(^weigen im SBoIbe", „loteninfel" 
ob« „aneere«fHHe" Reifet. SJotabene: Sic Site! Söcflinff^er Silber, fo treffenb mant^e 
Hingen, finb oietfac^ nic^t Don i^m, fonbern erft im Sunft^nbel cntftanben, @r 



11 

n 

ii 

il 
n 

•I 



feiger rooQte meift nte^i unb weniger im Silbe fagen, aÜ folt^ ein Xitel ouä- 
biüden lannl 

Saft gteidijettiQ mit bei jmeiten ißiQa am HReei erlieft ®iaf @t^{f bie „Vit* 
ri)mtf(^e ^einfctienfe" {ILbi. 19) bom ^nftCer, ein iBitb Don fol<$em Steij unb tol(^ 
güHe ber (anbl^ofttii^en Som^jofition, bofe ber ftfiufet ent^ufiaftifc^ aaSntft, e« fei fo 
eigenartig in ©rfinbung unb ©efianbtung, ba6 et teinen HRaler oltet ober neuer 3"* 
Kenne, au8 beffen $^ntafie ä^nlii^ed ^ätte Verborgenen fßnnen. „@i ^alte ti logar für 
unmQglidi, baS S8ifb gu fopieren!" $ier jeigt <siä)ai boä) eine ftarfe S^nung Don ber 
®rB6e fflödlinS. Da« aHotib beS Silbe« ift au« ber Stgenb Bor ber $orta bei poporo 
in 9{om genommen, rao e« VinouSge^t jum $onte moße, ber „trefflit^en Snicf, bie ga 
©d&effet« Seiten no^ einen feuc^tfrölilirfien Mu^m befol. Sludi oon bieiem Silbe ^t iwr 
SReiftet ein paot Varianten gemalt. Sia« fttr6enpra(^tige Urbilb in ber Sc^flolcric 
gef)l leibei mit ^inbe«eile bei 3^l^t^^"8 entgegen. S)ann ent^anben etlidie fi^öne 
giauenfB^fe, bai konterfei ber berftorbenen ^au SRä^lQ, eine« bei lietireigenbften Srauen- 
bilbniffe, bie je gemalt motben finb unb bie „Sßiota* mit bem grünen ©c^Irier, an 
melf^ei SBMin gtcic^ieitig mit bei „Klage be« Wirten" arbeitete. Sie« lejtere ©ilb 
(»bb. 20) ^at Dcrtc^iebEne Sitel gehabt, unb ttei|t audi na^ ber gbqlle be« Itieofrtt, 
meli^er ba« fSSloHv entflammte, „iitupifnii unb Simar^Qi«''. fSi i^ rooi)i ein« ber 
meipgetannten 2Bei!e bei ©i^jgalerie, gleii^ beaaubcinb buit^ bie Unmut ber f)alb- 
niüc^figen 3üngling«geftalt , roie buid) bie märctient)aft'ge^etmni«DDlIe Srfc^einung ber 
S^mp^e in ber ©rotte, bur<^ bie iDunberüoHe ^uSfü^iung ber Slumen, Srüäfte unb 
ffifcuronfen, bie £ieute nac& faft bierjig ga^ren noi^ ouSfe^cn, al8 mären fie gepern 
«ntftanben. Iiie milbe, fanfte Stimmung beB SSilbe« ift mit munberfamer Uin^Iii^Icit 
buri^gefü^rt, in Serben unb Sinien, im ^uSbruiI ber ©efii^ter unb im gangen ©egen- 
ftanbe über^upt. Siie mollig • tbeiiiie aJtübigteit eine« tauen 3rüVling«taß« liegt 
auf aHem. ©in ^ormonifdiere« SBerl ^at aui^ fflödtin nie gejc^affen. „S)ie SÜ^mp^e 
möchte man onbei« roünfc^en," fct|utmeiftert Sc^ad. ^n Stom ^at Siiiftin aui^ meiere 
Sitbniffe feine« greunbe« fienbo^ gefc^affen, bon bem i^n ba« geben balb brennen 
foUte. 3(u8 ben t!fieunben jtnb f)>dtei joinige, nac^tiagenbe getnbe gemoiben, bon ' benm 
feinei bem anbein me^r gereift mürbe. 2)er Urfadie biefer Seinbfc^aft nac^jufpihren, 
bie anläfetic^ eine« gemeinfam gematten ©übe« be« Haifer« Srönj ^ofep^ ou«gebrm^en 
fein foU, l^at Wenig 3««*. S)ie Äflnftlei roaien fn^ no^e getreten, ol8 jroei i)od}- 
ftrebenbe geniale junge aJIaler, meiere ba« @d|idfal jufammenfü^rte in« glcii^e SRitieu ; 
fie Ratten innerlid) menig gemeinfam , ma« jafitreic^e äu^eiungen be« einen Wie 
be« anbent bejeugen. S^amenttic^ in bejug auf !Bi[bni«ma[erei Ratten fie Weit aud- 
einanbergefienbe Slnfic£)ten, bie jeber tiaitnMig oetfoc^t. ©benfo V^t*" f'^ '" ^^^" *^- 
öon ben alten aJieiftern gu lernen, ftar! biocrgierenbe iBmnbfäfic. Sötftin Dcrfotgte 
aui^ beim SSilbni« ben @runbfag bei lünftlerifc^en Sin^eit, mollte, bo% «Ifarbe unb 
Snorbnung, ©emonb u|tD. bem fflefen be« Uibitbe« entipiöc^en. gör Senbai^ ift bie 
C^loiaTteriftil be« Sopfe«, ba« $eiauaaibeiten be« ^nbibibueHen in biefcm allein baß 
Ütu«f({)Iaggebenbe unb er fegt feine ^bp^t o|ne Stüdfic^t auf bie« ^nbibibueüe in eine 
allgemein malerifi^e Umgebung, ^üi Südlin mar, beffen innerftem SBefen nadi, bie 
^anb^abung einer auSgeHiobten ftereot^^ien SDialeiei für alle 3ibed!e, htenn fie aui^ mit 
fo glängenbei äßeifterfdiaft betrieben mar, mie bie Senbac^i, ein Sing ber Unmöglich* 
feit. Sür i^n begann bie Jlfiage be« 2Bie? in bei SRalciei mit jebem Silbe auf« neue. 
Unb raie er nie etioo« allgemein, fc^ematifd) ongefaSt bot, fo ift aud) in (einem feiner 
fflilbniffe ein garbenfled o^ne Sebeutung. SBdlin war aui$ in bcjug auf SHlbniS' 
maierei eine „inummer", jäl|lt boc^ ber Silberfatalog etlidie fiebjig Sitbniffe bon feiner 
$anb auf; ba lonnte ei »otit f(^on mitieben. Stufierbem gab c« für if|n (ein gac^ 
in fo enger Umfi^reibung , wie [it ber Segriff „^ßortrötmaler* barftettt SöiHin ^t 
aQe« gemalt, mai i^ra malen«wert fd|ien, ja er ^at übert)aut)t aQe« gematt, au^er 
mobcrne ©enrebitbcr, Sotbatenftßrfe ober ^iftorie im aKabemif^en ©inn. SRan lann 
aucfi leine«meg« mit Steigt fagen, ma« fo biet be^au^jtet Wirb, ei fei in allerer^ 
Sinie Sanbfi^after genefen. ©eine Sntwiiflung ging jmar bon ber Sanbfi^ft au«. 



I! 

= s 



ii 



62 

aber bie Sanbidiaft mar i^m fpäter mei{tenS nut ein 2^1 iti malenfc^en $co6fein#, 
unb Sanbfi^ften, bte ouf ftflflttti^ Belebung utib ißefeelung gaii) Dergiditen, finb ft^on 
Don Gnibe ber (ei^jiger 3a^rt ab bei SBädlin birtfte %[u8nfl^nteii. 3ebe ßanbldiaft ober 
DerlSrpect bei t^m einen Ütebnnten, nie gibt ei bad me^r ober minber unmitteUxire 
konterfei einer @egenb< ober eine pto^xammatiSä^t ^ugenbticISftintniung. @etabe banim 
pügt ber SBegriff „Sanbft^aftet" (o üu6erotbentti(^ f(^Ie(^t für i^n. ffirft buti^ if|n ift 
baS SBeftteben, bie Sanbft^ft mit ^oetenaugen sub specie aet^mitates anjufefien, wie 
el @ugen %h;a(f|t unb Don ben jüngeren äBelti unb Utban beilpiet^roeife tun, roieber 
ju S^ien gelontmen. ^xt Sanbfi^aft im alten (Sinne foQ !|icrburi$ felbj'tDerftänblic^ 
ifire fBeiet^tigung in (einet SBeife angejttieifelt Werben — eS fei nur feftgefteHt, ba§ 
fie ein ganj anbetet ift. Sie ^ält fc^öne Spifoben ber 9Iatur feft. S&cflin^ S(uf- 
jalfung monuntentaliliert btefe. SJöiflin malte bie Seele bei Sanbfi^aft — anbere 
f(^ilbem i^re ßUrperlit^fcit in roc(f)ietnber Sefeui^tung. iCer Untcrft^ieb jWifdien biegen 
beiben Sluffaffungen ift junä^ft ein Unterfi^ieb ber 9ti(^tung, nic^t bti SltDeauS unb 
raie platte 9Iacf|atimer iSMtind gezeigt ^ben, fann man audi in feiner Weitung nunbtr' 
DoH „titjc^en". 

9luf ben jroetlen r5nttfcfien Slufent^lt, ber ben Silnftler fo bebeutfam umgeftaftct 
ffat, folgte 1866 bi8 1871 roteber ein «ufent^olt tn ber SJoterftobt, ber ni^t nttnber 
fniditbar fein foHte. @r 1)atlt nai^ unb na^ allen @)runb, fi<^ je^t in ISafel eine 
angenehmere ©Eiftenj ju etmarten, nai^bera fie bort fc^on eine Sleibe feiner ffierte 
getauft t)atten. S)ie ©c^ufpfltc^t ber ^nbei rief i^n gleidifaDS nac^ bem 9Iorben unb 
DteDeidit na<^ bem römifdicn ßig^unerleben aud| ba9 angeborene iSebflrfnid na^ ben 
georbneteren Set^ältniffen ber ^i""""'- S^cj "°(^ Iwr Überfiebtung Oertor er, burd) 
einen ungtfiiflictien SüfaU beim @;)ie1ett, fein iSdi^teriein Sucia, ein Serluft, ber tf)n 

mdct|tig ergriff. (St fytt bai 
Sini Tpäter unter ben Sngeln 
feiner ^ietä oereroigt. 3>a# 
nädtfte eiögete SSerf, bo§ 
DoQenbet nmrbe, nwr „¥e = 
trarta an ber CLuellc 
Don 9Jauclufe". ©c^on 
im grü^ja^r 1864 War ba^ 
SBilb begonnen, baS Sertig' 
geftellte ging aber butd) ben 
2:ran3()Drt faft ganj ^u- 
grunbe. Shibolf ©i^id, ber 
9i»dtin im SBinter bed S8ot- 
ja^red in 91om lennen ge> 
lernt fiatte, berichtet und 
ausführlich über baä @nt= 
ftefien bicfed SJilbed unb mir 
erfahren, mie jebeä detail 
bei unenblic^ reidien unb 
tiebtif^en Sanbfi^oft, bie mie 
ein unmittelbar gefc^auteä 
@titd 9tatitr erfc^eint, in 
äSafirbeit a\x§ tieffter Über« 
legung f)ert)orgegangen ift 
unb nie er ferner aDe bie 
jufammengetragenen €injel- 
beiten in ber Statur ffubicrte. 
5;ann folgten oielerlei iBifb- 
nilarbeileii auä ber ^iimilie 
aee. b». «iibni« ticT i^mu Dan euioita. (Su Stile 100.) ^urif^orbt, bie gu fetuem 



Ate. BS. »it (litSmbi «Holiaica. 1878. {3u Sri« 8! u. 100.) 

engeren Umgangälteiie gefiBtte, unb !868 bie „Trauer bcr SRogbolena an ber 
Seii^e e^viffi" Cübb. 21), eins ber ergreifenbften oon Säitinä fflitbem gleichen 
unb DeriiHinbten ©toffeS. Sin ber ©ntfte^ung be« üBilbeä ifat Saloti 58urcftiarbt in(ofcrn 
Vnteit, ali er ben Wtaitr: überrebete, baS ^aupt (S^rifti gegen ben iBe{c^auei jujubte^en ; 
!6Ö(!lin, bet ben Sopf etp ganj fteif im Profit gemalt ifaitt, gab naä) unb mar fpäter 
fe^r Stgeitii^ boTübei. 2>ie ftarre @leOung ^atte ^rber geroirtt unb $i)(flin ^at fie 
in fpäteren PetäS au[| raieber aufgenommen. 9tamentlic^ bie tSerliner ^etä Don 1873 
jrigt ba« ^upt be3 ßeii^namä BoWommen in ^ofit. Qn ber eigenartigen Ißieta üDn 
1877 ift boS Oeficfit ber äRutter fo ie^r ton ©(^merj Derjcrrt, rote bie« not^ loenigc 
3RaIer barjufieDen geioagt (|aben. S)a3 oulgcmeinte Üntli^ lögt aber aucfi burcfi ben 
ftontroft baä ®eiic^t beä 3;DteR in lounberbar frieblidjer 9iu^e erfdieinen. ^n Safet 
£)at SSötflin bantalS bie 3Jiagbatena OoHfommen auä bem Sopf malen unb ben a«3- 
btud beS ©liimerieä an fi^ (efber im ©piegel ftubieren muffen, ©ä fet|lt i^m jebeä 
äRobell — baS getiten beS geeigneten SDIobetlä toar für i^n ja gerabeju ©^idfolt 
§ier freitit^ wirb nicmonb einen SDiangel jene« SitbeS feflfießen Tonnen, ber etloa biefem 
iDiiggefi^id entsprungen lein (tonnte. i)ai ^ttif&Hnxi ^ÖiflinS ju SSunf^orbt, bai biiä- 
^er fe^r freunbjt^aftlii^ getoefen mar, blieb Don ba an gefpannt unb namentlit^ ff^eint 
Suritiarbtä eifrige« jireinreben bei ben SRufeumäbitbem ben ^^"Iiwl' no(^ bertieft 
ju (laben, übet bie (Sntfte^ung ber beiben CueQbitber, meiere nad^ ber äHagbalena 
in Arbeit tarnen, rourbe fdion roeitec oben berietet, ©imä^nt fei nur noi^, ha% bie 
SBiefenquelle Don einer, für bie bomalige 3eit unertiörtcn fettig (eit ift — Diellei(^t 



65 

rm^S bkB, mag ®i{|aif Q6geßD|eii ^at? Sd ift ein richtiges ^leinnirMIb, fceilidi inner- 
halb biefet ^o^en Si^tfüQe bon gi5gtem Sfieiditum beS Soloritä unb nic^t, nie biete 
l^ilbei her t^})iitf|«n peinoitgeit, ouf swei ÜSne, tvann unb tait, geftimml. STtä bie* 
Uc^te SBecI 1889 in bei: SBEütejett bet Brettic^tmaleiei in aRünd)en jur äluefteHung 
tarn, meinten nii^t roenige, Sörftin ^a&e mit bem Sltbe bem Suq bcr 3*'* eine ü6er« 
ra|c^enbe ^onjefjiDn gemacht. @r mar aber nur beim ^Raitn feiner 3^1* ^^ Jicangig 
3a^re »Drau« gemeien, wie etwa Stbulf SRenjel einft ben „Watutatiften". 



5)ie große Sebeutung jeneä SBalelet 9lufent£ialte« lag für Södfin barin, bog 
er nun enbli<| ®elegen(ieit fanb, feine fiunft an großen SBanbfläiien ju erproben. 
3unäd|ft malte er brei greltobilber im ©artenfaale befi )Rot8^errn Sarafin unb bann 
roarb i^m ber bebeutfamere Auftrag, baa Ireppen^ouä beä iöafeter HRufeumS 
mit greöfobilbern ju ft^müden. 3)ie Sreäfen finb ja fidfier nic^t ba« Sefte, mai 
SQ&Hxn gefc^affen ^at; bai Sßaterial iinb bie röurnlii^e üBegrenjung brachten eö mit 
fi(^, baß er fid| nic^t fo unge^inbert aufleben tonnte, aii tS für baS boQe ©elingen 
9. Oftini, eMlln. 5 



feinei 3Berte immer nötig mar. @in fo freier @lei{t mJe er braudite au(^ ^^t im 
(»(^ffen! 9tn ber Arbeit im ©arafinfdien <&axtmffaai ptofAt er juniSi^fl btt X^n^ntl 
au8. (£r fc^uf ^ier brei SHtber: ben ^rfe fpiettnben ftönig jJoBib in ber SJWtte 
unb jit beiben ©eiten Sonbfi^ften, eine italienifc^e SiQa mit ber Slaft auf ber Srlui^t 
nai^ ägQfilen atö Staffage unb eine anbere italienifc^ Sanbfdjaft mit bem ®ang nad» 
SmmauS. SJie beiben @eitenftü(fe finben mir atd Xem))eragemätbe Heineren Sormate^ 
in ber ©i^dgaterie, roenn aui) in öerönberter gorm unb tieferer Stimmung, »ieber. 
IBte Xet^nil ber ^edfomaleret mag [xi), Vnt gefagt, ^üx iSMIin fpejiea nii^t fonbec- 
licEi geeignet ^aben; fo trefflidi er fte haut bt ^errfdite , feine äßalerei erfcfieint ^ier 
ftotrer unb fälter o(« fonft, weniger frei unb reit^. 3)a§ baran r?>e§iell bie gre*lo- 
mänier bte @cf|ulb trägt, bemeifen am beften bie ^rtonS ju ben ^emälben, bie um 
ein SRerfli^eS Iei({)ter unb anmutiger finb ai& bie $ilbn fetbß (fie^ flbb. 27). (Enbe 
SloDember 1868 begann Sodfin, anfdieinenb nii^t o^ne $erjfIo!)fen, mit feinen &t' 
mälben im äßufeum, brei gemattigen SBanbflä^en über ben ^obeften be^S Xre^Jiien- 
(joufed unb brei aRebaiQonii. ^aS erfte ^Ib, baS er in Slngriff na^m unb in fünf 
^oc^en boHenbete, nur bie „Magoa mater" (Magna parens ^ei|t baS Sitb bei €(^i(f), 
eine SarfteHunfl bti fc^Bpferijt^en 9Iaturprinji()8 , eine frauenhafte, fiDÖeitSooffe ©efrUt 
mit tJoiet unb ^elttuget, auf riejenbafter SHufdiel Don Bier ^affertentauren getragen. 
$)er SluSbrud beS ilfrauentopfeS ift bebeutenb, rei^enb bie ängftlii^ flüd)tenbe ^tten- 
fdiar. 3Ba« aber bie SReecmänner betrifft, fo ftefien pe an ftraft unb ffirfinbung weit 
tlinter a^nlit^en fpäteren ©efi^üpfen !B5d(infi$er ^^ntafte jurütf. üaS fi^önfte ber 
brei Sitber iß mo^I bie Slotra, roetc^e ben grünen Xeppic^ flbei bie ^lui breitet ^ier 
ift alleö reine Unmut unb SiebenSmüibigteit unb boifi ni^t o^ne jene ^rb^eit, bie 
mir bei SöÄin nie ganj entbehren mBttiten, Iiie Wbitbung 27 Iflridit für f\^ felb^. 
%m menigften geglü(ft ift ber ^oUi} mit bem ißiergefpann ; ti ift, aU ^abe ber ^n^ter 
biei bie Suft oerloren. !8ebenfli[^ fe^It tS namentlidi an ben gerben, rvaS er übrigens 
fetber gemußt unb berebet ^ot. Studi blefer Stpoffo ift lein mürbiger iSofin Sörflinfc^er 
SRufe. ®{änjenb tiinmieberum finb aber bie brei aRebaiQDnä, tveldie bie oemiditeitbe, 
bie »erbiffene unb bie bumme ftriti! barpetten follen, bie SKaSle ber Sßebufa, ber 
fititiful (flbb. 26) unb ber grBIenbe 33ummling. 3He SBebufo ift, wenn man fo 
fagen barf, bie ^nfrau eineä feit ber „Snlbetfung SB&rftinS" roeiteeriroeigten Oe« 
fc^lediteä getnorben. £feine ber jobllofen ißadibilbungen im neuen Stil erreidit aber 
ba8 Urbilb in beffen grauftger ®c^5n^eit. 3}ie beiben Iöftli(^ Sm^n be« Sritilu« 



unb bti 2)ummlingd m&gen ioot)I bem gereiften @roII be# ^ünftlerä gegen bie oft 
teroiefene Engtietiigfeit mant^er ©a(e(er aßitbärflet if|t ÜJafein Uetbünfen,' unb ou^S ber- 
felben Duelle ftammen DieQddit bie fet^ä f(aift!(^en (SanbfteinmaSfen loeldie bie 
©attenfoffabe ber tSafeler Sunft^IIe fi^mfiden. @rimmiger ift iai $f|ilißeitum nod) 
nie uertiä^nt noTten unb grimmiger niitb zi nie OeiEiö^nt nieiben. SSi^in ift ein 
großer ^umotift geh)e(en, neben bem öirien anbeten, morin et gtofe gemelen ift; brachte 
er bodd atLti mit, mai baju ge^Srt : ein fi^arf beobai^tenbeä Suge, eine tiefe, tefignierte 
äSeltfenntniS unb jene i^ofie (Düte, bie immer gu einem ^umor getjßrt, meldtet be- 
fteienb luirfen foB. SBdIin ^at bie SDlaären (9tbb. 33 u. S4) im ^a^re 1871 mobeUiert, 
man fagt fogai, jum Steile fetbft auS bem €anbftein geliauen. Se^tered toirb aber Oon 
anberer ©eite mieber beftntten. ^ud| bod toirb beftritten, ba| tS fi<^ birelt um 
Satifaturen (einet SBafetet SQMberfodiei ^anble, unb eineä 8Min S^nft f|otte ja aui^, 
TOenn er bie Üeute mit feinem 2Bi^ treffen lüoHte, hai bitcfte Sonterfei nic^t nBtig. 
3^t SBefen Wirb er fction gettoffcn liaöen. gebenfalia finb bie ^ä^Iit^en SarDen Don 
^inteigenber Somtf unb fo inbioibueH ntettraürbig , bag i^te Srftnbung burdi bcn 
^nftter tnieber einen erflaunlic^en Selueiä feiner 5i)rmenpf|Q"'''fK bietet. 



33if Sflfeler Beit Don 1866 &iS 1871 tebeutet IDo^t »Drflinfl fnic^tbücfte 
^äja^tnSpmobt; t% iß gerabeju unglautili<^ , maS ec in biegen 2Efl^nn fleleifftt f|at. 
©ine gonje iRei^ feiner Säerfe, mU^ btc ©c^adgaterie befißt, ip bamaB entftonben; 
ferner, 1869, noä) bie ©eburt ber SJenu« mit gniei amotetten («bb. 28), bie ©cnn 
von ^^[~tn Worm6 gehört. 2)ied Stilb tft überaus ^cd unb gort in ber ^ortw, gons 
auf 91au geftimntt. Shibotf Sc^id erjä^it, bag Elurcf^arbt ben aReifter gerabe bei 
biefem SBilbe befonberS buti) 3)reinteben geftört unb geärgert unb gutaten gemünfi^t 
))aht. 93B(flin äugertc, iSurifborbt meine immer, eS fetjte i^m an ^been unb tOnne 
ni(^t begreifen, mie bai Maltn ein fortroä^renbeS Slbfdineiben unb ißegrenjen äber- 
fdliiffiger ^been fei: ein forttoä^renbe« @elbft!ritifieren. 6S tft ba8 eine grofee, fc^lic^te 
SJatir^eit. — S)ie ®eburt ber ^enuS bot ber Sünftler nocfi metirfoc^ Doriiert. fifilmer 
unb fieg^fter fte^t bie ®Bttin ber Siebe in bem tBitbe Don 1873 bo, auf bem 91ü(ftn 



K66. El «m Ouell. 1879. [3u Seite 101.} 

eineä riefigen Sif^e^. fon einem ftronje bulbigenber Siebeigütter überragt. 2)ie Som- 
ppfttiongform eineS auf bie S^i^e gefteüten ÜDreiedä ift geblieben. @S fotgten SBilbnifTe, 
ein Dbqffeu«, ber am SDIeereäftronbe bie Slrme fe^nfuc^ttg in bie SSeite ftreift, öer- 
f<^iebene Umgeftaltungen beä Itjemaä „ S; i e 9t a c^ t ", eine büfeenbc SSlagbalena 
{®a(erie 9^acäi)nä!i) unb, aUe brei im 3o^re 1870, ber „SRörber, oon gurien 
»erfolgt" («bb. 29), bie „3beale grütilingälanbfc^aft " {%bb. 31) unb 
bie „gelSf^t"*^'" (S^*- 30), brei Herten ber ©(^tfgaterie. 3n biefen ^rr- 
Ii(^en unb mit rounberfamem ©elfte erfunbenen Silbern ift bor allem einS bemerTenS- 
mert: bofe SBStflin ^ier oom Sänne ber italienifrfien Sanbfdiaft frei roirb. 9Id(^ bie 
©orafinfcfien ßanbfcbaften finb ganj im ®eifte feiner früberen römifi^en ?lrbciten 
tonjipiert — bie fturmburi^fegte ©umpflanbfc^aft , in ber bie Furien i^reS Op^txi 
^arren, ift norbifd^ unb Bon erfrifttiEnbem giealiämuS ber Sarbe. Slaä gilt aud| 
Don ber ^üf|IiugäIonbf^aft , tro^ ber italtenif(^en ^StQa im ^intergrunb, unb tion 
ber ^erbftfturmtanbfi^aft, bnri^ welche ber Sob reitet. Sie Iräftigere, frifc^farbigere 
unb breitere SDlalerei ^ängt niot|l bireft mit beu ©rfo^rungen auS SBüdllin« gw«'o- 



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72 

arbeiten gulamnien. SSer bie ^elsfi^luc^t tith:o^et, mug loo^I unlDiUtürlid) an (Soet^e# 
3RignonIieb unb bie 3^1"^ = 

„3n ^etilen not|nl bH Itia^en alte Srut, 

(B llfiTjt bei gcB unb aber i^n bic glut" 

benfen. <S8 fc^eint aber, bag bad Säilb ntd)t birett burdi bie ^dEitung angereet, fDiibern 
SSdltn ecß tDä^renb beS ©[Raffend an ben venoanbten (Sebanten eiinnert rouibe. 3)ie 
5tbee ba fianbfi^Qft mit ber ©riirfe unb batübewitenben Ocftalten ift ja e^t SöiJIin^«^ 
«nb (e^tt in feinen SBetlen me^rfac^ miebcr. <Sä)aä fc^reibt: „Die Sotalitot gematint 
an ben ®Dtttiarbpa| unb bie über ben Strom fß^renbe $iüde an bie Xeufeläbräcfe." 
Xo« grü!itinflöbitb ift eine ber ^eiterften, jubelnbften Bertierrtic^ungen bei SJenjea, bie 
je irgenbeiner @unft gelungen finb. ^n bie(em iBilbe ladit, fingt unb tiebt aüti, »om 



Mb. 65. Xiiloninfamnit. 1880. nuitan in Slagbttlirt, (gu Stiti 88.; 

toeißblauen $imme( biä ju ben fpietenben Sßutten. ©er „9titt be« lobe«" {Wb. 32) 
entpnnb 1871 im Stieg§ja^r unb, wie man (agt, tiat ber äliafer tton fern^ bie 
ftononen bonnecn pren, alä et baran malte. Sin großer Strauber ge^t burdi ba& 
aSerf, atte gtemente fmb in SIufruf)r, ©türm beugt bie Säume, ein greller 9ti^ bringt 
baä 91og bei un^eiutlii^ften aller Steiler jum Scheuen. i^ieÖei^t ift au(f| baä ger- 
ftärte @ebäube im $iintergrunbe eine SInbeutung an ben ^xieg, ben SBdfin feit ben 
^rifer Bluttagen öerabjcfieute. 3m 3a^re 1870 fial et aui| ein jerfd^offenei ^u» 
in Se^I bei ©Itafeburg, Wie eä Reifet, am Soge nai| ber Übergabe biefer S^tung, ge- 
malt unb im Sebruar 1871 trat er, tote ©i^mtb ju eijfi^Ien meig, bem Stiege no(^ 
nä^er, benn et mar einige 3eit jum SSai^bienft bei ber Sourbatifi^en Mtmee ein- 
gejogen. ©treiiger SBaffenbienft ift eS aber (aum gewcfen, roaä beö ÄünplerS reiifteS 
Sctiaffen in iener ß"' beroeift, 9lurf| bie fc^öne, bamalä gemalte fianbft^aft ,Serg- 
ft^Iofe" ^t eine friegerifc^e ©taffage befommen. 

fßon Safel ift 9Irnolb Bikftin 1S71 nai$ ältiini^en übergefiebelt, rao er über brei 
3a^re blieb, eine glßcflif^e, tt»enn am^ nic^t immer forgeiifteie 3^'' oertebte unb fehte 



ging :95(f(tii beti Malttn buci^uS nii^t auS bem SStge. 3üttDc W.ü\lzx jog t^n j. $. 
mä^ttg an unb todre jener nidit geftotben, fo märe iBbdlin inofit nidit fo balb ouä 
ÜRflndieit fort. Stoi^ eine üSefannt((^aft ^t SBQtflin in ben anüni^eiier :^f|ren gemai^t, 
neldie ftc^ ju einer bauernben unb fruditbaren Sc^unbfi^aft au^mui^S, bie t(bo(j 
StaQerSbprferä, beS genialen ^unftfennecl, ber bem SSittor SRÜQer'^eife ange^Brt 
unb feine (diönfte Sebenäaufgabe barin geJEfien f)at, ffünftler jenen Ärei[eä, tpie Södlin, 
Siioma, ^iber, ©täbti, nai{| Säften ju füibem. <£r tiat bieg mit rüEirenber Xnm 
getan, unermübtic^. iRie nierbe ic(| fein ftratilenbeS ®e[ic^t Deigeffen, aii ti i^m 1895 
ober 1896 in 3Rün6)m gelungen mar, SBtffinS fierrltrfieS Sireiftügelbilb „Venus genitrix" 
ju einem ^o^en greife ju Herlaufen, ber unDenninbert in bei günftlerö Sefi^ über- 
ging — fflr Dotte 60 000 ÜKcrf! ffia nwr baä erflemal, bafe Söctlin einen folt^en 
Raufen ®elb beifomnten fa^ unb er ^ot ficft beffen in feiner ftitten Art loofit oudi 
gefreut! 9ia^ bem 3)Iön[^ener Mufent^att ift ^öcflin mit SSa^eröborfer bann in gioreuj 
jufammen geWefen. iffiie SBtl^etm SfiJeiganb in feiner ©inteilung ju SBa^eräborfer« 
naii)gelaffenen Schriften erjä^fl, bur^furfite biefer bte alten äRaltrattate natfi Ste^epten 
für feinen unermüblic^ ejperimentierenben greunb. @in Jammer, bafe biefer ^ann 
feine Slufjeirfinungen über ben SBerfe^r mit Söiftin, namentlit^ bie Slorentiner 3eit, 



76 

Elinteilafftn tut. @r ^atte tiefet in b«S 3KeifterS @H(e gcfef|tn, old irgenbein anberer 
unb ijöttt boä 3nHmfte übet i^n ju (ageti flc^atit. Iiie Seie^runfl, mit bet et on 
SBÖitin ^ing, nwi ßtenaeitloS. fflagerabotf« tonnte einen testen, bie ®t5fee biefe« 
SRalecä in ailem ju erfennen, roal et fi^uf, auäf im raeniget Segliidten. 3n äRünci^en 
begannen au(^ bie — negflticien — Slejie^ungen i8B<fliniS ju 91t(^atb IBognet. ^>er 
33ict|tet'fii)mponift ttiünfi^te Don Sötftin ©jcnerien ju (einen SSJetlen — offenbar bem 
„9ting beä Shbelungen" — unb ti tarn auä) bü ju einet ©fijge bd Safnet atd 



«ib.as. Duell in btr StU|(«Iu«t. ll»l. (Su Sfile 105.) 

Stolpe. Stbet nic^t weiter! SBöcftin, bet in bejug auf SDtufil fe^t beftimmte «n- 
fit^ten tiotte «nb gang bcfonbetS nuf bie Sitten fi^ioot — auf Sat^, ^nbe(, ®Iucf 
unb SKojort, abtt wobt auiii Söcet^oOen! — mar gegen SQäagnet bitclt übte^nenb, 
niä^tenb biefet i^n lüo^t ju n)ütbigen oecftanb unb bejügtid^ feinet ^elocationen meinte: 
„S)o3 ift voai füt Sürftin, bet allein fiat bie tic^lige $tiantofie boju." Stbet er et^ob 
aui^ roieber tet^nifctie anfpcüdfie, bie S9öcflin füt fünftterifi^ unetfüffbat t)ielt unb fo 
foni lein Sufnmmenatbeiten juftanbe — Iciber! fiofiuS etjä^It über eine Sufim»«"' 
fünft bet beiben äRännet ein luftige^ ®ejcf)i(^ti^en, boS DicReidit nur ben einen ffiotjug 
ni(5t bat, ganj roa^t ju jein: 93b(ilin toat Don SQJagner auf bcffen Sonbii^ Dot 



H 



Sleo^tl eingraben rcoiben unb lam in bet ©onnengtut mit ßteuliditm Durß ba^in. 
^ici mürbe bei SSIalet, bem bti Xuift bdannttidi in beti Si^b gutoibei loat, tnU SDhiftt 
wflaliert ftatf mit einem W^Un IrunI, unb jroat \o (anfle, bafi er bie Odiutb »ettot. 
311^ iljn nun !6iagner fragte, tote ti i^m gefallen fyiU unb SSSctlin ein grhnmigt« 
(Sefidit fi^nitt, foQ jener gefagt ^aben: ,%[(^ fo, Sie oerfte^n ja nit^t titel bon aRuftl'" 
— „3q, ebenfuöiet mie ©ie ton SWalerei!" £ia6e Böditn geantWijrtet unb (ei fpotn- 
ftrei(^ in bie nä^fte &nt\pt gerannt, feinen i)urft gu befämfifen. ^n ber ^uptfat^ 
nwren eS erftend bie (£t|aratterunterf triebe , tuelc^e bie beiben SKilnner auSeinanbcx 
^ietten unb jroeitenä meit auaeinanbei getienbe SKeinungen üb« bie fiunft Sikflin, 
ber mit geroi|fenEiafter @enauig{eit bie Utrenjen inne ^elt, bie er fic^ für bie SRalerci 
gejogen ^atte, lonnte ffic bie 3bee bti H^iiiit'unftttieTtä'' ntd|td übrig ^ben. ^ 
feinen iBifbem ift roo^t aRufif, nber er madife ju SRuftI leine Sitbei. Ct ifl ein 
$oet in tieffter ^erjenStiefe, ober für i^ n»ren bie Aufgaben ber Sic^ttunß Don boten 
ber SRalerei ^reng gefd|teben unb et fud|te fi(^ gelegentlich mit feiner @m))finbung 
ftfbfi in Serfen, roenn i^m ein ®ebönlc ni(^t matbar erfi^ien. 3)qS ^eifit, menn tt 
nii^t ein^itlic^ bargufteHen tcar! @in SaQ, ben mir einft SBctfinS St^tviegcrfo^ 
ber ^tlb^uer ^eter SSruifinann ergä^lte, ift t^ptft^ ^erfüi. 3n 9tom ^tte eine S>ome 
eine ©jene auf ber Sßia Äp^iia beobachtet, bie fie möditig ergriffen ^atte, einen ZeidjtK' 
jug; bem @arge folgten atS etnjige Seibtiagenbe gtoei fleine ^nber. €ie meinte, bie 
fdlltcfite 3;ragt( biefed SebenSbilbeä inmitten ber gro|artigften ©jenerte fei gemig ein 
^Dcrauif, bed $infef8 eines l£9üdttn mect unb er I5nne i^n too^I im %lilb deretoigcn. 
Sin i^rrtum, ober ein cntfc^ulbbarer ! tBätltin meinte aber, man tonne ben Qhbanten 
nici^t malen. 3)te 3^e nar ju genre^aft für i^n, nii^t mit einem Slid }u ü&cr- 
(i^Guen, fonbem baä ffirgebniS einer ©ebanleniei^e! Stc Überlegung, bafe in bem ju 
motenben fieit^gug, ber fetbft trriebei nur ©toffage eines gro^eftimmten Sanbfi^ft^- 
bilbtS fein tonnte, bie einzigen fieibtnigenben juiei Stnber feien, tonnte ber Sefi^uer 
erß in brittei ober vierter Stelle f äffen, bie ^nbergrufj^ie mar in SiktlinS @inn 
nic^t gum geiftigen !Dhtlett)untte beS ®itbeS ju machen. %m anbem Siige fi^ictte bei 
^nftler bet X)ame bie fotgenben fi^önen Setfe: 



^m Xdmmtrf^ein 't^tt' id| jutiid gut @tabl, 
SSeirkftenb auf bet Sin üppia 
Die QliabntrfimmeT, Toel^ ftl^tneigenb emft 
@cn ^immel fc^au'n. 

Sit Biri Sfeff^ti^et Iflflen uiobEmb bort! 
Sffiie vitlti Geib mag botl begraben {tin! 
SBre roei& baoon? BoriSbcc ifi tä feil 
^a^rtoufenbcn. 



2)0 nä^rt fic^ ctntönign 0efang, 
Sin XSSnc^ trJigt einen Keinen fiinbetfatg. 
Sin ^efter fingt [«in ttautig 9ttquttm 
Unb bitfen folgt 

Sin fliinee $aai, baä taunt fo eihn biui, 
®c[4u)i^CT finb tS imtt Sttäte bort. 
3^t fßatn tot, bie 9Butter im ©pital, 
©ie ganj allein. 



^m Unglöd ift bei XRenji^tieit bauetnb GoS — 
aSei: ge^t buti^ Geben oline Geib? — @kbulb! 
anit Dir ou^ i^'ä botöber einft! — S<^on feit 
Oa^rtauitnben ! 

^te ißerfe finb bo)]))eit ergreifenb für ben, ber emt>finbet, mie burt^ bie le^tt ©tiop^e 
bie tief meknc^otifdie ©runbnote bet ESOdlinfi^en SBeltanfd)auung fltngt. SJie ^- 
geiftening für ba8 ©t^önc unb (eine (tarle, teine SKaun^eit liE^en bie(e buntlen ©eiootten 
freilii^ nie fetten merben über i^n. 9I6er oft genug reben fte auS feinen Häilbem, oft 
genug ^at er mit (eifern ©(^auber bie Stange ge^iirt, bie ber fnMieme Stebelmann 
^nter feinem JRüifen ertönen lie^. 

"Sixö) in äHfinrfien toar eS (o, mo er (onft in ftö^lid&ftet Sün(tterge(eHf(I|oft, 
j. St. bet ,?lIIotria", gern mittat im Sreife ber grü^lii^en. ffiaj ^Ibetf ergä^It Bon 
einem loKen abenb in biefcm SreiS, reo 1873 bet (ii|Dn fiebenunbüiergigjSIirige SBötflin 
bei einem imprDDi(ietten tSancon — otine tarnen — tapfer mittat, ^a^r^aft tiefe 
Statuten DermBgen frü^tii^ ju fein jur rerf)ten ©tunbe, aut^ wenn fie aüe« ©«^metj- 
(ii^e beä 33afein« DoH etfaffen. SRan fe^e nur unfete gifl&ten bentf^en $umoripen 



an, 3ßtt^(in SBu[(f| unb ben, aud| Don ^üdtin \ei)X ^odf gefcEiSt^tm ObertSnbci: tmp 
öftere ^tobaUftn itS &ibaii lam eS gar nic^t geEien! Unb feltiam! @eit Obet- 
[änber ri<^tig gu malen angefangen ^t, jeigt er manchen 3^6 ™tt ^QJIin genteinfom. 
SKi^t offne Sebeutung für aödlinS iititerlii^e 9Ieigang gut ©tfimemiut tft eä audi, 
bag gu {einen nienigen mufita(il(^en iQecfuc^en eine Vertonung Don ®ott^eS Sieb „3Ser 
nie fein SBrot mit Stänen ag" gekürt. ^ucEi nienn er p^ntafierenb am Harmonium 
fo6, liebte er buntfe, getragene SBeifen. 

»Ötflinä erfteSaSilb, ba8 1871 in SHttni^en entftanb, War jener ,4ieitige ^ain' 
für ben ®rafen ®i$ad, auf bem ein SinEiorn jivifc^en tß^Ionen mit ^uerft^Ien 
ben eingang betnac^t. Stn «Sloni um eine Sacdiugfäute' folgte, bann eine 
„'Bapp^o" in einem ^ertlii^ gematten ^int, bcr ein toenig an bie ©jenerte beS 
ijjttraica gemannt (SIbb. 35). ®leii$jettig faft lourbe bie munberfdiene „äRelanc^oIie" 



80 

(Stbb. 37) DoQenbet, bmn auSbniilSOoatS , faSjinierenbcd @kfu^t in ha n«!^ bie( 
bebeutenbeten „3Ru[e bed Stnafteon" toieberle^rt unb, tvie betfit^ toiib, bem Xqtjud 
Don iB5[fIinS Siix^tn: ISIara entffiiic^L 3)ad (Deficit ber iungm Harnt ^at fie^ bann 
bun^ einen idimeten Iqp^u« im SEBintet auf 1873 ftarf öerönbert, toätiteiib SMin i^r 
S9ilbnid (Stbb. 39) malte ; bieS blieb barum unoollenbet. 3)aB bie Wlu\t bed ^nalrton 
unb bie 3ßelan(^Dtie bei SSödlin ©dDveftem finb, ^at ebenfaQS feine tiefere Sebeutung. 
üuä) bie $ieiterleit jener SKufe erfc^eint gebänmft bucdi einen ©(^leiet Don trifer S8e^- 
mut. Siem Stufe: „greut (Sa^ btS Sebend" folgt immer ein 9tad|Hans in 9RoII: 
„SSBeil nm^ baa Sämfu^n giftet." aui§ bie „ffiuterpe" mit ber |)irf^!u^, We 



ab». 7«. £irr Kampf ituf Kr Siüdt. 188K. 9)i)A attsp. (Su erilc 106.) 

nai^ ber SIKelanctioIie (jemalt rourbe, trägt güge ber SBernwnbtfiiKift mit biefet; baS 
SiJerl iff ber SRufe beä ?(nQlreon ebenbürtig unb jeigt baju noil) ein Stüi (diBnfter 
SWtinf(^er Öanbfc^aft. 3)em gleidien StimmungStreife entftommt baS berühmte ©elbft- 
bilbniS mit bem fiebelnben Job (abb. 36). SSieDeii^t f|Qt ^lolbeinä fflüb be« 
©(^timeifterd SBrqan Iu(e in ber Sffiüni^ener ^inofot^e! ben ®ebanlen gu biefem 95ilbe 
in beS ^nfflerä Seele reifen taffen, aber iebenfaCS ifl in Ölebonlen unb SBirlung beä 
mobemen SReifter« SBerl feiner unb innertirfier , alä baä feines alten SBafeter $eimot- 
genoffen, fo meiper^ft bteö gemalt ift. ^n biefem fommt ber ^erbtrodene lotentanj- 
tiumor ju aSorte unb ber Sob auf bem Silbe fagt nii^tS, alS: „SIui^ bie Sleidien 
muffen fterben!" Übrigen« fod ^ier ber Sob erft Don frember ^anb inS Silli gemolt 
fetn. SödltnS Sttb brücft jene munbetforne Stimmung ber Se^mut auS, bie ftart 
empfinbenbe SKenfi^en oft mitten in &\M unb ©enufe, mitten im SBirlen unb ©treben 



8t 

beföBt, nic^t loie ein betoufeter lobeSgelMnfe, nur mit eine faunfte SRa^nung, ein lelfer, 
^I&oerftanbener ^ong. Unfer äReiftet f)at i^n, luie gelagt, oft genug Dernommen in 
feinem Seben, bis enbttt^ auä) bie te^te ©aite bei giebfeil t)inter ieiner ©t^uliet 
entjnici fling. @^ra(tenfli{(^ für Södlin ift ü&rigEn8 bie au8 „Sönbem, Seinen 



unb ©ebein" gebilbete ^anh beS lobe«. Qi ift teine ffelettterte tnw^entiflnb , wie 
bei ^olbein — für ben ftetä logif»^ empfinbenbtn iBBJtin tcor eS motil unbentbar, bafe 
eine folt^e ben Sogen fütite! 

©leid^ nocö biejem SEßerle tterliefe ein anbete« Don SödltnS ^uptbilbera bie 
©tüffetei, ber „Überfolt einer aKeeteStiutg burcfi ©eeröubet" (Äbb.SS), In 

B. Cfllni. SAitlln. 6 



82 

ber 3bec idd^I, glcit^ b« SBiUa om Sneet, ^erDorgeganflen au« einem bet 3BebeHiib[t^ 
gredtobttber, Stber ju meltliec gttogtat bet $^ntafie fiat fic| btefl urfpriingUdK 
aRotiD ou^geioadifeii , mie fü^n ^at bei analer bie Sanblt^aft geftaltet unb nie m&^tig 
ift bieg iingtauMit^ in^Iteteidie ^ett in ber Sorbe! Qn biejer Sonbldiaft ift oHeS 
in Slufrul^r unb bocfi oQel burc^jogen Don einer grofien, ru^DoQen ^nnimie. 31ie 
ffiätere ^ieber^olung ddh 18S6 gibt bte ^uptanlage im ©inne eines ©tnegeltiUbe« 
umgele^rt roieba unb lei^t bet Sutg, ben gtifen unb ber Srüie einfachere gönnen. 
$iet ift ti befonberd baS munberbar gemalte 3Sa|let, hai bem 9tlbe ^o^en ^ert gibt, 
grei geftaltenbe malerifcfie ^aft ^ot mo^l nie noi^ eine gro^tttgete @generte erbiu^t, 
als bie ber btennenben iSurg! %uif bie erfte „®terbenbe SleDpatra", ein Qitb 
Bim frembattig teijDoßent (JarbenRang oon Sleifi^ton, gelblichem ffiffen unb violettem 
@d)leiei, entftanb in biefem ^a^i. Unfere Wbbilbung 56 gibt bie äBiebei^oIung bom 
3ü^re 1878 teiebcr. ajictteti^t tfl in bet etfteten Raffung bet ©dimerienSauäbrurf be* 
SlntüJeS noc^ feKelnbet unb ge^eimniBooKer. Qi ift eineS »on jenen gnnj in fee(if<^em 
SuSbrud aufgelöften ©efii^tem, mie fte aui^ mieber nur unfer Süetfter malen fonntc, 
3Iuibrurf, ganj frei Ben ^ßofe Dbec ©timaffet ©eine ©atome, beren feine, finnlic^ 
g'iüflern Dor bem ^tutgeruc^ auS i^rer entfe^lic^n ©liififfet ft^aubem, auf ber 
„SHeereiftiDe" bie fifdifi^niänjige ^au, auf beten ^ntli^ fo Diel Unzeit lauert, finb 
roeittre groben biefet ^nft. 

3n 3Jiiinc^en, 1873, f(^uf Söilin feinen erpen „Sentcurenf ampf", eine 
©jene Don fellenet 2Bu(^t unb SBilb^eit, eine SßetKtpening bei SiafenS entfeffelter (£te- 
mentarmädite, mie fie toller ni^t gebacfit nierben fann. XuS mar unerhört in feiner 
grellen ^^antafti! unb feiner Sü^nfieit. Ein guter Seif be« beutfc^en $ublifumä ging 
nicfit me^r mit unb ein nocti gtiifietet £eil bet beutfc^en Stitil tat be^Ieidien, mamenb 
ober ^ö^nenb. 9I1S [JfaRatifei beS $äg(icfien fi^rien bie $ot)epnefter ber S9analität 
Sööctlin aus, unb and) folcfie, bie fic^ für roo^Iroottcnb bietten, fa^en i^n auf Srrmegen 
ober fte fc^oben i^m etnia gar ^i müfte ^fc^en na<^ @enfation unter, ^^m, SSdtin! 
Siefer äRonn, ber fo rein mar in feinem ©trebeu, baß nie ein jroeitet ben ©ditlb 



Vlulnint }u üald. (9u Stile tos.) 



%6i>l09ia|i^ciwi1ag Di 

(einer Iünpteri((^en (Sf)U blanfer getialten ^t, njurbe Don bcnen, bic berufen waren, 
(eine Offenbarungen ber ftumpfen 9Be(t ju übennitte(n, bem näc^ftbeften ©c^rtotan 
g{ei(^ge^alten ! ^n jener 3^t ift ber "ütamt iSSdltn toeit me^r buri^ baS ®ef(^iin))fe 
unb ^ejeter biefer ^üter ber SJergangen^eit befannt genorben, aii burdi bie ©timmen 
beret, bie feine ©röfee afinten. a)en erften ^ntauren!flm(tf t|Q* ^^ Sftifelec SJlufeum 
erttiorben. SlUf biefem 9)ilbe toben fünf ^ntauren in roüftem ^nt^fe gegeneitianbn ; 
ein fec^fter liegt tot im ^intergrunbe. ?(uf bent jnieiten, nic^t ganj DoQenbeten, aber 
im eigenortigen Perlmutter feiner Sarbe bcfonberä fc^bnen ^ntaurenlamfife , ben 
Dr. ^trtti in SKünc^en Don einem ©o^ne Sötflinä crroarb, finb bie ^ntauren mit 
riefen^aften Siegern im Streif unb in bem Heineren ffentaurentötnpf oon 1878 (Abb. 54), 
ben ®. aJietner in Seifljig befijt — e8 ift bie tottfte Somttffjene oon allen breien — , 
ip tnieber bo8 ^a^tenoer^ältni« beä erften Silbe« fiergeftetit. auf aßen biefen ©c 
mälben tommt ber nilbe, feläfc^Ieubembe Kentaur linfl Oor, aber feine Sinie ber 
Sompofitiim ift nur jtoei perlen gemeinfam. ^n unferem Stilbe na^ ber legten 
Sßerfion ift befonberi ber nrilbe, faft graufige iiumor gu betonen, mit meli^er bie auf 
ber CErbe liegenben Serie gcfc^ilbert finb, Don benen ber eine mie ein biffiger Slffe 
ben älrm beS anberen jerfleifc^t. Unb gleii^ ba^inter in bem STuSfc^nitt jraifi^en ben 
^ferbebeinen beä ^interften Sentouren bieö tounberDolIe ©tiiifc^en Sanbfi^aft mit ben 
fturmgebeugten ißappeln in @enntterbeteui$tung ! fH i^, al3 ^obe ber ^nßler uniS 
für bad ®raufige gleiifi toieber burdt ein Sr^abeneS entft^bigen tooQen — ober ift eS 
au(^ tnieber eine TOotil beret^nete gontraftroirtung , berechnet, jeneä bunfi biefeS ju 
^eben? 9(ud| (onbfi^aftlic^ ift jene greQerleuc^tete i8aumgntt)fie oon Sebeutung. @ie 
jeigt uns, bag bie fd|ieferfarbene SSoIfennianb nic^t einfai^ ein beliebig» ^intergninb 
fei, fonbern ein ft^TOereä ©eTOitter bebeutc, beffen Stoben eben burc^ bie rafenben SRofe- 
menfi^en f^mbotipert ift. 



84 

SBon ber „aSuJe bei «na(reon', ber „Senu8 anab^Bmene" auf bem 
Sif<$, bie etienfaQS 1873 fertig loutben, voax ft^oit bit Siebe unb aui^ ein anbere^ 
$ai4itmett biefeS ^f)xei, bie „^pietjt" bei: ©erltner giationalgaletie («I6b. 40), »utbt 
bereits Iuej eimäfint. iiki Silb f|at a)ikt(in urftirüngltdi ffli ftd) gemalt, nic^t um 
el ju Oerlaufen; bie Sngel in ben SBotfen tragen bie S^^ itintt oerftorbenen ftinbci. 
Zier Sönftier ^at ba8 äBett nie^i:fa(^ oeiänbert unb ber obere 3:eil mit ben (Sngelit 
toar aHitte ber ai^ljiflet 3o^te, Wie $on8 3Ioer!e ol« |)erau89cbet öon feineö 5Jater« 
9iotijen tierii^tet, noi^ nidit otn nictit metir auf bei 3Jifet gu fetien. 2)ie ^uptgniptw 
ift DieDeii^t aud bem ^rotep gegen iSurcf^arbtl Sinmenbungen cntftanben, toeld^e ben 
^anftlet einft ju einer Stbänberung feiner Trauer äliagbalenol Dcranlogten. ^ebenfalld 
fommt ber @^meij biefer die ouf bie redite ^anb DoOtommen oertiüQten ^efblt 



«S. J«. 3m Vltttt (SKträBtCWnecH. ItJBi. (8u Siiti 87 unb lOJ.) 

neben ber Seit^enftarre bcä nadten Sörperl bur(^ mc^rfödie ffontraftroirfung — ^ell 
unb bunfel, nadt unb befleibet, fteif unb betnegt — mäci^tiger jum Sliiflbtuit, aU fetbp 
bur(^ bie ^eirlicfi i$araften|ierten Seibenijüge jener äRogbolena. Sine rüfirenbe unb 
tief ))Detifc^e 3bee ift bie leifna^me ber Engel am ©i^metje ber HRabonna! — 
SBilb auf %itb entftanb in bicfem Raffte, bieHeic^t bem fcuc^tbarßen in 99ß(tlind 
gauäem ©d^offen, wenn man bicS überhaupt abmcffcn fann. ©in grü^fingäbitb mit 
fingenben. Saute fpielcnben SJtäbc^cn, eine ißügenbe fflogbalena, angdita, Oon 
einem ^rat^en beroadit, nö^renb Sluggiero ju ifirer IScfreiung naf)t, bie fifcEienben 
$one, bie in i^rem Üief eine ^iifc gefangen ^abcn, ein Soct^ulfeft unb bie groteSIe 
©jene aua SIrioft, Wie äflolf mit bem Raupte DriHö baöonfprcngt , alle bicje SBilber 
Detlegt ©dimib nodi in biefeä 3a^r. Unb jcbenfaH« feegonnen ^at ber äKaler 1873 
ben „Iriton mit ber 9fereibe" (9(6b. 41), ben ©^ad aii te^teä Silb Sötflinä 
für feine ©oferie (aufte unb für iSödlinä gro6actigftc8 SEÖerf erflärte, Sr ft^reibt: 



„Sd ^cn(i$t ein nilber ^ubel in bitfer ©jene; man gtaubt, bai ©aufen unb 3S3e^ 
beä Siaturgdfteä, ba3 SS"»«^**!» bft ©(ementatgeifter im ftompfe bcr entfeffelten HRÜdite 
bc3 aneete« unb ber Süfte ju oemefimen." Iriton unb SRereibe ifl ein Ittel, ber 
nichts {aßt. 2)a3 93in> fteOt ©lÖgereS dot, a\i ein ))oat mQt^oIogifi^e @efc^öpfe, c« 
fc^ilbert niie aDe biefe Slilber SDdlind eben baö 3Reer tn einec feiner ungegä^ttcn, 
ewig mei^Ielnben ©timmungen. SSJenn bet SReiflet ein anberea fßtal bie ginjamfeit 
kS ftiden 5Baf(et8 barpeUt, gilt (ein fflerl ^iet ber SBeite ber beTOegten Stut, ber 
gigontifcfien SebenIfüQe, bte tS ent^tt. ISia^n bied animalifc^ tSe^ogen ber ^erelbe, 
ber übermütige anufcfielfiomruf beS Iriton«. 8on ä^ntic^en ©runbgebonfen ift bte 
ajerfion Bon 1875, loeli^e ber goinilic ©imrod in ^Berlin gehört, unb nodi (c^&ncr 
t)iellet(f|t ift an farbiger Stimmung eine ©^mfi^onie in graugritnen unb blauen Siönrn 
mit (eltfnm fahler Seleuditung. ^ier ift ber Iriton ein SKcerlentaur, ber mit je^n- 
fü<^tigem, faft ([^merjti(I)em ÖM tnS SBeite (ie^t ^ bie 9iereibe aber ift ein üppiQVi, 
iei(^tl|erjigeS @ef(i)S;if, niie auf bem erften ÜSitbe, audi inmitten biefer Unnietter^mtnuns 
lofen ©^erjen ni(f|t abgeneigt. 3)ct ftopj blefeä Iritonö ge^Brt mofil ju S5<flinä 
auSbnufäbDQften ®efi(^tem. SS ift, ale fe^ne er fi(^ in leibenfdiaftlidier Qual aui 
feinem ^Ibtiertum fierauS. goß bad gleidie ^ar ftnben tuir in S^riton unb Slajobe 
bon 1875 loieber. Sier aßeerfentaur, feftfamermetfe ein Stuber brauc^enb, trägt feine 
fi^öne Siajübe auf bem JRüden burt^ bie ftflruitfc^ bewegte gtut — 3eften ber Siebe 
entgegen, nie ber Iteine @Dtt mit Ißfeil unb Sogen mvt&t. Weiterer im ®runbton 
{inb berfi^iebene XritonenbiOier ani ben aditjiger ^^ren, bie baä ©pie( ber SBäffer 
in lorfienbem Übermut »erfinnlii^en. 8Iuc^ auf bem Silbe „Iritonenfamilie" rfiielt 
fi{^ bie ü))f)ige SSafferfrau in trägem Se^agen, roS^renb i^r berber (Statte baneben 
fein ©e^nc^en auf ben ^ien fd)aufelt (9(bb. 65). 3m „©fiiel ber SSellen" tion 
1883, bem ))0))ulfir geworbenen Sitbe, baä ein ©ilia^ ber ißeuen ^inalot^ef in 9RQn<^ 



. (8u S«iM 9S unC 108.) 



«ee. 7a. eacätenal (OIWtnfeB). 1885? (gu Stitt 107.) 

i^ CiSbb. 75), tteft^ raii: DieHeii^t bie finefte unb fiotie^e tSetätigung SSadtinfc^en 
§umor8 unb flleiiJijritifl getiStt rt ju ben feinpen Sei^ngen feiner Sarbenlunft. S)er 
rodlblonbe ffoiif ber Süje im SBorbccgninb mit bem ^ange ijurputnet Sllgen, it|t 
{dliKernbeT Sif^fi^nxinj unter äSaffer; btefeä SffiaffeT eines mächtigen SBeQentalS übet- 
^m)t — maä für glängenbe aRoterei! ®erabe on biefem Silbe raurbe befonberä 
Diel ivegen ESerjeidinungen gemäfett unb gerabe ^ter finb fe befonberS belanglos, ^n 
ber SBemegung IBnnte leine ber Figuren — man (e^e nur bie untertauifienbe, fltti^lenbe 
%imp^ — bcffer gelungen \nn. üfirigen« etfc^eint aud) bie uieiftbelrittelte SSIonbe 
im iSoibergrunb im farbigen Original gauj anberS, ali t|iei im Derfleinemben Sc^tvarj' 
bruif, mo aQe äRobeQierung ber Sitrjieifoimen Detloien ge^t. (Sin ^^r f)]äter tvurbe 
bie gb^tle „^m 9Heer" (8166.76), ouc^ „©eetingettonget", gef(fyiffen, e6enfaa8 ein 
SBetl reinen ^umori unb fogor Biefleii^t ber ©elbflperpfiage. 3)et ttio^t6eIeibte 
^arfenfcfiläget im äKitteltmnlt fiet)t bem aRalet felbft ganj jWeifenoS ä^nlic^ unb bie 
l)Iärrenbe Olgmptie auf feinem SBüden, bie ju^örenben Iritonen, beren Köpfe Brie leete 
^rbiffe auf bem Sßaffer p fi^roimnten f^einen, finb tion gloingenber Somit, ^od) 
Üppiger ge^t t& in bem „(äpiel ber ^ajaben" bon 1SS6 ju (8166. 81). Kopfüber 
iDpfunter purjetn bie iaud)jenben, loi^enben Kinber beS Dleonpä burc^einanber, ja 
bie eine fü^rt i^ren legelret^ten Snttomortale ouS. 6udC|t man nadi einet ©qmbotit, 
fo i^ ^iet too^l ba3 8(uf6ranben ber t^ut um eine Siippe gemeint, ber glut, bie 
llatf(i6enb anS ®epein peitfctit, fii(| überfc^fägt unb in ©ift^t jerfticbt unb bann bo(^ 
tDteber tlar unb unverle^t toeiter mögt. Sitefen Stojaben ^at :@i)(Itin tegetred|te 
Sfdlfii'^ct unb fein „gefpalteneS iRftcfgrat" gegeben. Überhaupt pflegt er feine 
berartigen ®efcf|öpfe immer mieber unb mieber ju Darüeren; fie meifen ,8lrten unb 
äßarietöten" ofine Snbe auf unb finb nichts rocniger als fteteof^p. 9tU(^ barin liegt 
eine feine Slrt ©qmbolil, eine ©qmbolil bei gormenreic^tumS ber im ÜReere ft^ffenben 
9tatut. 3)aS IDIeer ift bie 3Siege aUeS fiebenbigen, ein emigeS Beugen unb ®ebären 
ift in ber Slut. Unb ba^r flammt ber 3"9 DDÜföftiger iSSitalität, Bon ®efunb^t 
ftrogenber ©innlic^teit biefer Südlinfrfien SReer^auen unb ©eegBttet. ©ie finb etwas 
onbereS als üppige ^i^mp^en, bie oerlangenb noi$ i^ren f|aI6 tierifiiien ©efä^rten bie 
ttnne reden — fie finb Göttinnen beS SebenS. Mm fc^ünften ßieaeit^t, tro^ beS etroaä 
mifiratenen SopfeS beS einen Kinbel, finbet biefe ^arftellung beS fc^affenben ^rinjipS 
in ber „OTeeresibgtle" »on 1877 (8166.85) i^en SluSbrui. ©ie aSofferfrau 



mit i£)tem ©öugling ift eine flranbiofe SBetlBriwtunß be8 Segriffefl aRütlettidif eit , mü> 
ptäi^lifl ift bec Oegenfa^ it|ret tocii^cn, tebenäroatmen Süße J« ber berben Ser> 
ti)c))ening ber jeugenben Kraft , bie mit in ifiretn @enia^( erfennen. ©on ber 
.SmeeteSflille" (3l6b. 83) mar f(^on wiebet£|oa bte SRebe. @4 ift flottier ju fageti, 
maa fc^Öner ift on biefem ^utücl ÖBcHinfc^cr Surft: ber Jlarfibnul, mit bem bie 
©efamtftimmung einer brüifenbcn, fr^roülcit "üafff. oor bem ©türm ^rauSgebiadit mürbe, 
bei fietgblii^enbe Seit* beS ÜReemieibeä ober bie ^o^e Sunft, mit ber ^ier »iebec 
aßeä in Sarben gefegt unb erfunben ift, biä ju bem quotibeügen UnEioIb, ber mit 



ai>B. BO. StlifttUbni! Bon IMS. (8u Seite 11«.) 

feiner ©rfilangenlrottiatte int grünüd)en 9Saffcr DerfinÜ. Ober ift cä ber auSbrud biefer 
^olb »erträumten, \jalh lüfttrn faucritben ^^t, bie erft ber loiSbrecfienbe ©türm niieber 
jU luftiger Sebenbigteit luccfcn Ißirb? Scffer aU irgenbein anbcreS SBerf beä äßeifterS 
lagt biefeä ertcnncn, wie bei iBBiItinö SBitbern folc^cr ?trt giguren nicfit eine eräälitcnbe, 
fonbetn efjer eine fqmboliic^e SBebeutung fiobcii unb mit ber Üanbfi^oft einä finb. 
Unb beffer aii irgenbein anbercä feiner ^Bitber jeigt eg Dielleid)t, roie tief biefer 
3Ronn ber ^alur in i^re bunften Slugen gefe^en ^at. 

Se^ren mir jurücf jur 9teiEie ißödlinfc^er ©c^&pfungcn aus feiner groeiten 9Kün' 
diener geit. S>em Iriton folgte ein 99onbbilb auf Seinroonb, bal ber Sünftler in 



bie %ri$tte(tui eineS ©t^eifejtmmei^ fjinein, in einen Sogen fitier bem SSÜfett malte 
für iai ^anä beS CEifeninbufttieUen HRa; Suftemtann {'übb. 42). Wian baif biefe 
ru^boQ unb raürbig grut>4)ierten, auf SBoIfen ttfronenben (^eftalten mit itiren lietiUc^en 
^tlenpaüten oteüeiifit ola biejenige uon SScflinS befotatiDen ^Icbeiten bejcittinen , bie 
ol8 SRourageftattung bie gdungenfte, öbgetunbetfte ift. 3n bei; ?rarbe ift baä Silb 
\t^x ru^ig unb »eidi gehalten, offenbar jum biaunen ^Dtjton geftimmt. 2)ann folgt 
bet Sßan, bet eine SBoci^antin auf bem SRücfen trägt (abb. 43). 9Ii(t)t oK ®ntfiit)rer 
trägt er bie ©c^öne baoon, fonbern aii gebemütigteS Leittier, baS mit bem S^^rfo« 
angetrieben toirb. Saä 93i(b einer blumenpflfitfenben , auf einer 33iefe liegenben 



«bb. Bi. Xaf epifl ))([ gisiubtn. 1886. nulcum ja »uicl. (8u Scitt 87 uiift 114.) 

grau, bie burdi bie fRaumeinteUung eigentümlid) ricfent)üft erfdieint, bürfte gleic^füDI 
in jener 3"' fei^'ig gcluorben fein, ebenfo bie „Srü^infläftimmung", bie unfe« 
Kdbilbuno 44 niiebergtbt. ^o3 junge $aac unter S9Iüten, ba§ ba ben Senj anfingt, 
ift in feinem uiroüdifigen Übermut et)er tomi|<^ als ib^tliic^ aufgefagt, jebenfaUS Uon 
erquidenber §erb^eit unb ®efunbf|eit, §. 9t. ©c^mib fügt biefer Sitberrei^e {^rono< 
togifdi au6) bie „^eftalin" ein, bie iniebec eine ganj anbre ^infelfit^rung unb ruhigere, 
breitere Sebanblung jeigt, aii alle ebengenannten Silber, greilic^ liat SMlin oft 
genug oon 9Serl ju SBJerf je nai^ ben gotberungen ber Silbibee feinen ©til oecönbert, 
ber für i^n ja nie eine ftorre (Ironnel mar. 2)ag Silb ^at aI3 Walerei übrigen^ 
Semanbtfd^aft mit ben „^tonnen", bie auS gleicher @po<^e ftammen mögen; beibe 
SBerte gehören bem glürftic^ften fflijdlinf ammler, grei^erm Don §ei)t. 2lu^er einigen 



90 

tldnern ®a(^en malte ^SUm in tiefen SH&n^tt ^ifvtn audi noc^ bie bittte Saffung 
[einer „üSiUa am äHeer". 

3n ber jroeiten ^ölfte ber fitt'i'fl« 3*^« geroann er eine ©egie^ung, bie für 
iE|n fe^r btbeutfam toar ~ eine Sejie^ung jum ^nft^anbel. Sin nütl|temed 9kr- 
tragSDer^älhtiS mit bem iBeiliner Sunft^änblet 3ri^@urlitt, bai basiats tn bie 
fflege geleitet mürbe, tour für ben Main jebenfQlI« nü^Iidier oö alle früheren S3e- 
jiefiungen ju nbrgetnben unb f(f|lec^t beja^Ienben 3Räcenen. iSon bamalS an ^t 
Södlin feine 97i)t me^t gelitten, menn aittti natürttcfi nic^t alle materiellen Sorgen 
ODm ^orijont feines fiebenS uerfifiroanben. ^kx^u liefe efl ja einerfeit« befl genialen 
SDtanne« n>enig mirtfc^aftltt^ Sinn, anberfeitiS bie ®rdfee ber gamilie nic^t fommen 
unb ein ^uS^alt nie biefet, ber ftänbtg ben ^o^nfi^ uei^felte, oerfi^Iang o^neMeö 
bebeutenbe JDttHel. Ba roat nun ber (Seminn einer einigermafeen fielen «bfajfiene 
für ben älRa(er Don grofient 9Bert unb ti ifl roo^t om $la^e, ^ier bed äRonneS ju 
gebenlen, ber fie einem iBQAin urfc^ffte, ü\i ber erfte beutfdie ^nft^änbler, ber 
fein @klb an i^n nmgte. Q^omeliuS <i)urlitt berid|tet: ,^a2 IBer^ältniS jtoift^n Reiben 
nur fe^r einfach unb Oar. SRein Sruber fibema^m ti, fßödüxiS unberläuflic^e Sir- 
beiten an ben S^ann ju bringen, HkU er an bem ©iege emftet ^nß nid|t juetfelte; 
er nerfi^affte fii^ ben ^ebit, um SgOiflin feine flJUber abiufaufen. iBö^in Derfprodi, 
fie juerft i^m anzubieten. SKein SSruber fe^te feine ganje ftraft ein, ^olie greife für 
bie Silber ju erzielen. ®a8 War in briber ©inn. ®enn mit bem ^ert ber Silber 
muc^S aSS^ind äjerbienft" ^i^ @urlttt fe^te bei feinen %nfäufen feine befc^benen 
SKittel, [eine 3ulunft, feine gefi^äftlic^e ^te ein — jene öietgepriefenen SHäcene Wie 
@(^ac[ unb SftacjgnSfi rtSherten nid^td, als ^QdiftenS einmal ben Seftf) eineS mtnber 
guten Silbee. Xiarum $ut ab nor bem fiun[tt|änbler, ber bem äieiftänbnie ber SRenge 
toeit genug BDrouä Wor, an bie fiebere äufunft eine« SiJtflin ju ginnten! Sunp ^t 
ber Sunft^nbet für Sötllin nie baS geringfte gewagt, fonbem nur Don 95<!tin, als 
[ein @tem enblii^ DoCl erftra^lte, enormen gewinn gebogen. IBcn ©i^aben, bafe [le i^ 
nidÖt früher erlannten, ^aben freilief) bie Snnft^änbler fetbft gehabt. SBer toon ben ac^t- 
jiger ^a^ren an Iüf)n zugegriffen unb groge Summen in SBetfen bei großen aJteißerS 
angelegt t|ätte, ber ^ätte 3)ü1Iionen berbient. Üliod) gu beginn ber neunziger 3a^re 
berbreifat^ten ful) in ein paar Qatiren bie 5|Jrei[e »üdlinff^er SBtlber. Sa« Oorlier ber 
orbnungämö^ige , Domelime $anbel nii^t genagt, beforgt Don ba ab bie milbe, nilfte 
Spdulatißn ber „üufföufer", bie im mobetnen SunftDertrieb eine fo HKnig fi^ilnc, 
aUe aBerte Detfd)ielienbe unb mit ben nieberträt^tigften äßitteln bie äRaffen irrefü^renbe 
gtoOe fpielt. 

9molb aSödlin war nii^t gum langen ©ttdefi^en am gleidien Orte gefc^ffen unb 
füllte fi(^ balb auc^ in ajlüni^en — obwohl er fpdter einmal bie 3)tün(^ener ^'fyce 
olö mit bie gtüitic^ften f eine«» Sebenä bejeii^nete — ntt^t me^r mo^l, jo er fi^alt 
rec^t ^erg^aft über tiefe Stabt. 3)er ißerle^r mit ben SoQegen mar jum großen Seile 
tt)enig erQuitflicti unb mit feinem ehemaligen greunbe Senbai^ tiatte er DoÜRommen 
gebrochen. Stui^ bie St)Dlera ängftigte i^n, Wegen feiner Samilie. Unb f^lie^li^ 
mag bie wiebererWac^enbe Se^nfu^t nacli Italien Wo^l eine mSi^tige Xrieb^bcr 
abgegeben ^aben. 3m $erbft 1874 fiebelte er mit ben ©einigen nadi ^oreng über, 
Wd feiner ein ^reie fünftlerifi^ oerwanbter $erfSnli(^teiten Wartete, Wo er bad reii^fte 
unb fru(5tborfte ©egennium [eine« Seben8[ommeri Derbringen [oßte. Unenblic^ ab- 
wei^flungäreidi , unei[c^ßpfli(!^ quoUen ba balb bie @tebanfen aus feiner ©eele; eine 
formenf(f|üne, groglinige unb farbenprfii^tige 9Iatur, eine ^äSt alter $funft aller B^ten, 
bie Umgebung Don gletdigeftnnten SRenfi^en, bie il|n Der[tanben, beWunberten unb 
fiSrberten — aQeS baS Wirfte ju[ammen, um biefe SebenSepoi^e tSöcKin« frui^tbar gu 
gestalten. SSon ben ^unben war Slbolf iSa^erSborfer mit einem ©tipenbium ber 
ba^[(^n ategierung gleich mit, ober [i^on Bor Soillin nac^ ber ttmoftabt ßber« 
gefiebelt, wo er faft \täfi ^a^re Derbradite. 2)er junge %6ert Sang, ber SOdltn 
bereit« in 3Rün(f|en nä^er getreten war, ^aiite [einer in Sloreng, wo Slbolf ^ilbebranb 
mit 4wn3 Don aHar^eä im romantifi^en alten Slofter ©on granceäco bi ?Pauln »or 



ttW. 81. «ccbftgCbanTcn. 1886. (3u Siite 114.) 

ber Ißorta Stomana ^u^e, no ßarl ^iUebronb einen intereifonten Stiäi um fi^ 
oetfornmclt unb SBlabimit Don ©Dertlc^tpff fid| niebergetaften ^atte. S)ie Söcflinic^e 
(!|amilie mar DoD fio^ec Hoffnungen, als fte anfam. ^n ben erften ^h^cek fteilic^, fotange 
jene ftunft^nbeföterbinbungen no^ nittit in bie SEBege getcitet TOaten, ging eä Söiflin 
niditd mentger aÜ glöngenb. $ec ©elbtierbraui^ bec großen gamtlie mar int SBei- 
^Itnid ju ben Stnffinften immerhin ^ortenb unb iSüdlin mugte ft^ner arbeiten, um 
aufjubringen, ttws er aufbringen mußte, ©eine bitterften Klagen in ©riefen unb 



®efl)rä$en ponimen too^l ou8 jener ßeit. Sluf (ein ©<^offen mar bo8 aber nid|t Don 
not^teiligem ISinflufi unb leinem feiner Florentiner Silber roirb man anlegen, bag er 
„nie ein Siagelö^net otbeiten ntu&te, um feinen SSeftenungen nacttgutommen". ^u^Sdift 



itbrigend ^attc er eine ganje ÜRtnQt unuertaufler 93ilbcr im Atelier fielen, loenn aut^ 
fi^on x\aä) unb itad) bie beutfdien Sunft{animler anfingen, i^n ju rourbigen unb feine 
Silber jii eriuerben. ©in ganjer Sln^ong öon jiingcn 2Kaletn inor iibrigend mit 



94 

SCcflin nüü) Slorenj Qcfinnmen ober (c^Iog fii^ ^iet an i^tt an: ^i( bon ^iboll, bie 
Soleier ^anS ©anbreutet unb Bbolf ^eiSloer!, fpäter, 1878, fütn ouc^ ©igmunb 
Sarbfiitget baju — ^eute no^ ©anbituteca Sobe mit SBetti bei einjige, nc^tige 
SQ(fliitf(!^üIec , ber in bet ^nft eine 9loQe {(lielt. Sorübergt^b tmc ber DCibienft- 
toHe geflenroärtige' Seiter ber Kationalgalerie in ffletlin, ^lugti Don I^ubi, ber in 
3Bort iinb lat früher fo erfolgreich für bie Slncrlennung ber ®x'6it ©fldlinS getoirft 
^at, in Slorenj. 

SöcHin (i^Iug (ein ©tubio im Wtelier^ufe SBlabimir bon ©öertfditDffä auf, 
beg ntffifi^en SunftfreunbeS unb treffUt^en ®laSmattti, Don bent ein farbenpräi^ttge^ 
®ta:SE)iQ) über einem Xrefi)>en))obe^ bciS alten 3Rün<^ener Sfaitionatmufeuml tiiangt. 
©öertf^Ioff "£|üt auäi in taftBoaftet aBei(e im Sfatt« 1875, aU iS bei SBdlin retftt 



tnapp ^erging, buic^ einen „bringenben Sluftrog" bem £&nftler auS ber Verlegenheit 
geholfen. @o ent^anb ber fi^äne, farbige Sarton jui blumenftieuenben „Sloi^a" 
(Slbb. 49), ou3 bem fpäter mieberum ein fleinereä ßtbilb geworben ip, ein 28erl ton 
Eterjerquicfenber ^arbigleit (Xitelbilb). Seibei fctieint ein @Ia8biIb tia^ bem Sarton nie 
ausgeführt raorben ju fein — bieQeit^t ^oü noi^ einmal jemanb bie S^renpflidit 
naiii, baä aJerl beS föünfüere feinem maiiren Sreect jujufü^ren. S)a8 erpe, nwS 
©öthin in gtoteng malte, bürften bie „Sirenen" (?lb6. 45) gewefen fein, jenes 
Silbc^en Dod eisten ^umorö, iaS einft im SSefi^ be§ genialen ^ontünftlerS ^ermann 
Seoi in äRündien gemefen ift. Slol Stitb ift auf aufeergemötinlii^ bcrbfBmige 2dn' 
loanb gemalt unb mit löftlirfiec ip^antafie I)at Söcflin bie jWei Sirenen erfunbcn. 
®ie ftnb Don einem SelSblod berartig geborgen, ba^ bie Schiffer Dom äReeie auS 
nur i^re „beffere" §ölfte felien lünnen. 3)en f (^cuglif^ ' tomifi^en ffiogelunterleib lonn 
bafür ber Eßefd^uer beS Silbed in Wv.%t betrad)ten. Unter ber einen, biden €irene 
liegen bie gebleii^ten @(i|äbel bon Opfern, wie gro^e (Siec, bie baä SBogelungetiim 



95 

eben gelegt. @in Tfaat Don ben Etritonetic unb Staiabenbitbern , niedre in ber nfit|ften 

3eit entftanben unb fo fd^ßnc $ioben oon iSBilinä reifstem unb gröfelem Stil be- 
beuten, ^ben Kit Weiter oben \(ifon betrai^tet. 63 folgt bie , ©infam fett", eine 
giüfiKngälflnbfifiayt ton ^o^er $oe|i£, nur ton einer einjigen ©eftolt belebt, ouS beten 
©eele ^erauS bie Janft metanc^clilc^e Stimmung beS SBilbeä empfunben ifl. Su(^ in ber 
etften SBctfion ber „^toc^aeitäteife" Don 1875 ifl bie grü^lingSlnnbfctiaft rounbet- 
fc^ön, nie benn übei^u)]t bie teicfie lanbfc^aftlii^e Umgebung ber „iBIumenftabt" am 
Stmo ba(b SSebeutung auf SBiffinS SBitbem gemonnen ^at. 9hd|l blo^ bie @[^ä|e antiter 
Sunft ^anben i(im offen unb gaben i^m Stnregungen in %v.Ut, anäf ber genialtige 
®ä)aupla1^ antifen SebenS unb fetner SJorpeUungSnielt umgab i^n, bie SBiege jener 



»e.M. Gulanna im »ati. IBM, (Su Ccite llft.) 

Äultut, bie er intwitio richtiger unb tiefer erfaßt ^ot, at« trgenbein «nbret. Stuc^ bem 
aReere nur er natie. €S i^ immer feine groge Sitibe geroefen, baä SReer, unb nii^t 
aCIein feine ©eete ^at foftbare @(^t^e au8 i^m gehoben, aud^ btr tetbenbe ^Srper tSMind 
^t oft genug Teilung in ber füllen ©otjflut gefui^t unb. gcfunben. ®3 ift ton un= 
enbli(^em Seij, ju terfotgen, n>ie \ii) oHe biefe Sinflüffe in be« aHeifter« SBetlen 
fpiegeln, mte bo^ tto^ aQen @innel füt bie ^ormenroelt beS ©fibenS unb ber ün- 
tite, ber ftatfe beutfc^e Sinfi^Iag feiner Dtatur butifibrii^t unb tot aQem, nrie 
fi<^ bie 93u(^t feiner eigenen $erf5nli(^leil bor aBen fremben Stntegungen gettenb 
ma<^t. 33ieQei(^t finb eS junädift bie Öuattrocenti^en gettefen, bie i^m in Slorenj 
Cffenbarungen boten unb namentlii^ bie 3(nmut unb tiebtii^e Unbefangenheit Sotticelliä 
^aben bieS fidier getan. 3)ion tann bie @pur mo^I in mancher feiner grauengeftatten 
terfolgen — aber wie tteit iß ber aßaler ba ton jener Übii^timung, entfernt, nie 
fie etroa etliche ber engtifc^en 5ßrärai)t|aetiten getrieben! SBie blutleer finb beren 



»6 

fi6eiÖft^etii(^e @(efc^Spfe gtgen ©eftalten tvie Sö^ind .gtoia*, bk ^errttc^e .Slio', 
bie anmutige „feoffnung" ober (eine „Sautenjpieletin am fflodi" (Abb, 46), 
ober bie brei „©ingenb«n Sßäbifieii" ddh 1876, bie ebenfalls an einem Soc^e 
!|intDanbeln. Wlan fietit ]o let^t, niie tBQctIin, beim Stubium bet Sitten, eä immet 
oeiflanben ^t, bie innen iSebeutung Dom oeigönglidicn ®«n)anbe beS ®titö )u trennen. 
3&m ift auB ber Umarmung btr ft^öncn ^»elena Mntifc benn bo(^ mc^t im S9€fitje ge- 
bUeben al3 baä leere Seroanb. 

35ie ,3b5nc'' (?tbb. 47) geigt un8 eine itatienifetie Sarionte be3 „^on im 
©i^ilfe", bie flnffiidie $eiter(eit ftatt ge^eimniäDoKen ©diaubecS atmet, ^tn ^^re 
1875 malte Sßdltn bie farbenprächtige btumenftreuenbe Slora unb ben eriuöfinten Satton 
gu einem ©taögemälbe für ©oertfc£)ti)f( (Abb, 49), ein 3a^r (pätec eine onbere „giura* 
Don nj}[^ tieferem <sinn unb in reid^erer @kftaltunQ, toefc^e unfere %bbtlbung 50 
roiebergibt. $ter fte^t bie f)olbe ®ötHn in ibeater florentinifc^er r^rü^tingSfanbf t^aft ; 
fie roetft mit ben Klängen auä i^rer ^arfe bie SBIumen unb gleirfiäeitig Bier finblic^c 
Otnien, totläft bie Planten Derftnnbilblic^en. 'Süi \o oft, t|at ber Sunftler ^ier einen 
f^on tanbfdiaftlidi auggebrüdten ÜBegiiff burc^ aüegorifi^e ®efta(ten »ertieft. 9IE>er 
feine Stdegorien finb gar lebenättwrm unb perfönlic^ im ©egenfa^e ju ben aße- 
gorifc^en Srauenjimmeni, ^utten unb SRannäbilbern, meiere unfere „amtliche" Sepräfen- 
tationdtunft auS ber ÜSarodjeit übernommen ^at. (Sine ESödlinfi^e ^Qegorie ^at nie 
eint ©pur jener teeren SBegriffööertörperung , bie nur bur(5 Butaten !enntti<^ wirb. 
SBie padenb fprec^en feine „filio", fein „SJroma", fetne „Srei^eit". SÜur bai 9lot- 
menbigfte an äugexen ^uti^ten, an fennjeidinenber ©etoanbung unb ®eiät gibt er ben 
®eftalten bei; Suäbrud unb Haltung fagcn bo« meifte. 3n jener Wumenroeilenben 
gtoro ifl namentli{^ baä ©rWac^en ber ^nber mit ItebenBtoürbigfter Snnft jum SIu8- 
brud gebracht, burd^ Dier Stabien verfolgt. ^Sorn liegt ein Heiner $utto noc^ int 
@(^tafe, ober unruhig. 33ie löne ber ^rfe bringen ft^on in feinen ©(^(ummer hin- 
ein. 5)er Steine boneben mit bem SRorgueritenfranj öffnet eben bie ferneren Siber. 
2)er brilte, unenblidi ^olb unb finbli(^, jietit, bereits aufrecht fi^nb, ein roenig btöbe 
mit ""8 feinen oermunberten, tlditungcmD^nten Stugen. Unb ber Dierte Sfungc frabbelt 
fdion ^ellroadi im ®ränen um^er. 

"Sm 3a^i 1876 ift aucEi baS Geburtsjahr ber üielum^rittenen „Sieujab* 
no^rae", eines ^ilbeS, baS manc^ertei ©(fiidfütc ge^bt ^t unb (ange ^o^re ner- 
flaubt unb Dergeffen in SttdtinS ^ufe lag. SSteQeii^t ift eS ber 3arbe nat^ fein 
gröfeteS 3Äeiftemier( geWefen, roenn auc^ bie i)iroportioncn unb bie 3fi(t|niing über- 
^upt mant^erlei ju toünfi^en taffen. gloerfe gibt bie Srftärung für foldie gelter 
in bem SBitbe mit wenigen SBorten; 23ie ftreujabna^me — ein für Södtinft^c Söer- 
^ättniffe großes, britt^tb 9)teter breite« Sitb -^ „ift in einem Diel ju fteinen Sttelier 
gematt roorben, in bem man nit^tS überfe^en tonnte". SSer abev in biefeS SBcrl 
längere B^'t t^ DerfenH, ber wirb immer meniger geiler barin bcbauern unb immer 
rei(|ere ©i^iSiif)citen an i^m entbeifen. @S ift ein farbiger BufatnmenTtong Don ^ödifter 
^o(f)t unb güUe unb aucfi an traft beS ^uSbrudS ift Satftin faum jematS nä!|er 
an bie <9r5&ten unter unferen atten beutfdien 3)Ieiftern t)ingefommen , mie in btefem 
SEÖerte. ffiS gibt Watire Offenbarungen in bejug auf garbcn^ormonie , in ber Slinft 
eine Sarbe fo inS iBitb ju bringen, bog fie fi^on für fi(^ felbft, einfadi atS optifcf)er 
SSert wunberfd|ün ift. Unb rote wirft ba jeber farbige ^(etf roiebet ju allen anberen 
3:ei(en, ofjne ba| bie teu(^tenbe Ißrai^t, in i^rer 3lrt jum ^iebagewiefenen gefteigett, 
bem tiefen ®rnft bti Sanjen Stbbruc^ tüte! ®ang befonbetS metfroürbig ift bie Ber. 
Wenbung beS Sffieife in biefcm (Semätbe. Die gegen baS Suiitel ber S^f^ffTfi unb 
beS fc^iefergrauen ^immelS ^cQeuc^tenbe Sirdi^ofSmauer ^ebt unb beeinftugt oOe 
tJarben, gibt ben ijiguren ber ^auptgruppe if|r SRetief unb brängt bie gonje Sanb- 
fdiaft jurüd. Überall baS ^i^i^fte ^Raffinement ber ©egenfätse im ganjen fflitbe, in 
lonnwrten unb garbe, wie in SluSbruif, ©cbärbe unb 3crm ber ®eftatten! 3S\e er- 
gtcifenb friebti(^, wie ,er(Bft" liegt ber Srlöfer ba mit Weicti tiingegoffenen, oon ^ampf 
befreiten @(Iiebern unb wie ift, im @egenfage ^ierju, in ber ®eftatt ber ©otteSmutter 



jebe Sinie (Errefiung, <S(E|meTj, iStianitung bct Qefolterten SterMit bis jum Qgcmitn'. 
3^1 auSgemeinteS, entiütftti Üntli^ ifl ergteifenb mit bad feiner jmeiteti $ihftinfi^ 
anabonna, fetbft nt^t baS auf bcc intereffanten $ietä tmn 1877 (%6b. 51). S!oa ®T56e 
iß ber ©reifenlDpf beS Sofep^ Don StrimotEiia auf bei ^eugabno^me, mte au3 einem 
äßeifteitoerf ^üxeri gefdinitten. Unb boi^ ^t baS 99ilb lange lein @lüd ^djabt. 
<£rfit ju iBeginn ber neunjigei 3of|re iß eS in aßüni^n auf einei KuSfteÜung bei 
„Sejeffion" ntieber auSgeßeCt unb Dertauft moiben. ^ie berliner Slotionalgaterie 
|at ee [einericit nic^t E|a6en mollen unb SlUFlin ftibß ^tte no^l bie Srcute batan 
Derloien. 

3m 3a^re 1876 bef^öftigtc fi^ bet fiünftlei Diel mit einet SJotßeDMng bet S^oleto:- 
bet %ob, auf einem biai^enartigen Untier figenb, mö^t mit bei Senfe bie äRenf^en 
nieber. 3)aä SBilb tam aber ;(uni(^ft nirfit jur fdiöfü^ntng unb erft in feinen testen 
©(^affenSia^rcn ^at E8S{flin ben @ebanfen mieber aufgegriffen, ftatt bei Spolera aber 
eine anbeie @ti%ti ber SKenft^^eit f ^mbolifiert , bie ißt\t [libb. 102}. (Js folgte ber 
@ratilegung eine Dierte Seifion ber Billa am SReer, bie eiinä^nte $ietä mit bem 
fettfam fc^meijDeijerrten äßabonnengefi^t , bie fc^One fi^lafenbe Siana, oon 
t^aunen belauftet; ein IQilb, bad und in SBeilegen^eit fegt, noS mit me^i 6e- 
munbern fotten, bie äanbfi^ft, ober bie ©eflalien bei gaune unb bet fi^Iafcnben ®dttin, 
bie Don \o twdenbet Sebenbigfeil finb. ^i feme SBalb, bei fc^tveie, retd)abgeftufte 
SBoItenI|immel , bie ©teine im igotbetgtunb mit intern üfifjtgfatbigen Übetjug bon 
aJIoofen unb gleisten — ein Siing, bo« Södlin immei meißet^aft ft^Bn malt! — ba« 
toetteifeit aDefi an SSoQenbung unb ^i^timitöt bei XiarfteOung unb ^t eigentlich @fetd)< 
HKttiged nur im Sanbf<^aft[i[^n unfetet alten beutfi^n ^Reiftet. 8Iuf SBilbem (£rana<^ 
unb 911tbotfer€ ftnben mir fcldK inbiDibueÜ unb bebeutfam geftaltete Sanbf(^ften, 
namenttii^ bei bem leiteten, ber fo mandien Qn^ mit unfeiem 3Reif)ei gemein ^t. 
Später (1884) I)at SMlin ein ö^nlii^eS SRotio, abei mit ganiliff) betänbettei @ituation 
in ben Saunen bei bei Cuelln^mp^e betianbett (Bbb. 78), abei fünfter, |>oeti- 
f^et angefaßt, in SßoQ übetfe^t, ntenn man fo fagen batf. Sie Saune, bie auf bem 
etftetcn SBilbe fibei bie ffleije ber feuf(^n ®öttin föimlit^ ju eifi^reifen fdieinen, fiften 
fjier in frommet, anbdc^tigei Sefdnuung. Sie fleine fct|Iafenbe SafTernqm))^e fte^t 
i^nen „animalift^ nö^ei", alä bie teufi^e ®öttin bet Stockt. Übrigen« finb bie gounc 
am Cuell einä ber Dometimßen unb auSgegtit^enften bon SBÄinö ^Serien bicfer 
®tu)i))e. Obmo^l bie Sanbfc^aft einen fetir befi^eibenen Staum einnimmt auf ber 
Xafel, ift bod) ^iet mit ooUcnbetet {hinft aU.ti Slnelbotifc^e, ^jä^lenbe jugunften eine« 
großen ißatureinbrudg jurütigebrängt ; eä ift eine S^erfinnbiCbtic^ung ber erquidenben 
3RittagSru^e im äSalbidiatten an feigem ©ommertage. SIeinere Silber, bie um 1877 
fettig mürben, finb bet „iBäja^fflitti" mit feiner imtiDfant mitfenben Shefenfigui, 
bei „Setenbe ffiinfieblei" in loilbet, jcrtlufteter gelfenlanbfi^aft , bei fo ^armo- 
ni|d| in ben Slaum gebrad|te „Sharon", ber bie Schatten einer iSraut unb anberti 
in feinem ^Rac^en übet bie äSaffet ber Untertoelt fubrt (Slbb. 52). 

2)ie ganje fonnige, farbenfiif^c ^eiterteit ber ontilen SBelt, in beren XSefen er 
immer tiefet einbrang, bot SBdftin in ein ^er! gebannt, nieldie§ et 1878 füi bie 
SBetlinet inationalgoterie malte, bie „Oefilbe ber ©eligen" (8I6b. 53). 5ßai^ 
längeien ftm^tloien Untei^anbtungen übet bie $ietÄ, ju beten ^Tbünbeiungen et fi4 
nid|t entfditie^en (onnte unb über eine neue ^erfton ber aReerelib^Se, melt^e bie SanbeS* 
funfttommtifion nic^t ^aben roodte, fanbte SMlin biefet u. a. ben Sntmutf jur 3nfel 
bet ©eligen, bet angenommen unb balb au^efufiit mürbe. Sad 8ilb bat in Secfin 
bie $^lißei unb ^unftueiftänbigen ju ben niütenbften ^oteften oeranla^t unb jenen 
„®turm Don ^trüftung" ^etDorgerufen , Don bem oben f^on ^übfdfe groben ge> 
geben niurben. 3}erfte^en lann man'S ja fdimei, bag ein ^etf ddH fo ^inteigenbei 
SdiÖnlieitafreube, biefe Ouinteffenj au3 hti HKeifterä Haffifdien ©tubien beiartig 
SSiberft)ru(^ ftnben fonnte, ftatt lauten Rubels. Sie ©c^utb batan Ratten roo^I bie 
garben, bie füi bamalige SeifiältnifTe fieilic^ Don öeiblüffenb fettem SSoUflang Ruten. 
€o höftig ^t bei ^ünftlei nit^t oft met)r jugegtiffen. Saä äßotiD ftimmt eigentümlit^ 



mii. 8B. SiatllngtQliniK. 1888. StibtiiAc« Stnicuni i» üfiliiifl. (Su Stile US.) 

übcrein mit bei SteQe aui gauft (II), Wo ber Kentaur S^iron »jäCitt, bafi er 
bie f(t)Öne §eleno ouf bem SKücten tcuQ, abtt baä ffierl bei 2)i(i|tet8 war eä nii^t, 
ttiaä ben aRaler onreßte, unb er ficmertte (elbft «ft später bie übeteinfHmmung mit 
jenem. ®r njoKte nirfitö lueiter geficn ats bie ®ef ilbe beö SlgfiumS, nicfet eine ©jene 
barauä, fonbern bte ganzen feiigen ®efilbe in i^rer SRäumlirfifeit. Unb bie(et (inb 
bie ftot)en unb anmutigen giguren untcrgeorbnet , i^rer Vertiefung bienen f«- SSöilin 
felbp f^ceibt barübet: „33ct SBefi^auer foHte ben ffloum füllen, lein ©egenftanb batf 
ifin longe feffetn unb fo tonnte ei aüäf nid|t aii für fii^ aKein bafein unb c 



«bi. 89. 3utiU4. I»M. (3a €cttc 117.) 

nerben." Unfere Slbditbung %ibt baS 93ilb iin ganjen trefflit^ toieber; um abet gu fefien, 
tpie ie^r ber SFieifter ertricfit ^«t, mo« er iDDlIte, mufe mon biefen, einen ber fatbigften 
aller SßBtflina im Original Dor fw^ ^aben. 33enn fein SHittel, un8 ben ffiaum fügten 
ju machen, raar eben bic gotbc- „Un(ere ©itbtofel ip eine gtäi^e, unb um biefc 
^iäd)t cäumUi^ ju geftalten, mufi icE) i^ren S^ratter als ^ää)t cufEieben ^ unb 
baju, ^at ber Sünftter nur bie gorben!" fagte er ju fiiifiuS, aU er an ber „ßebenS- 
in(cl", einer J})Qteren Variante ber ®efilbe ber ©etigen malte {9bb. 90). aSenn bie 
9iorbergninbgru)]))e in ben {euc^tenbften t^rben be$ $riSmag l^rangt, fo t|ai ba^B ^ut)t> 
fäcEiIicti ben Sif^^' ^^ lanbfi^aftlidien aRtttetgrunb roeit jurüifjubrängen. 

®in .gentaurenlampf (21b&. 54), uon bem fc^on bie 9lebe mar, eine 
meitere „Silfa am ^cer", ein Sentaur, ber, am Sßaffer liegenb, ^6) am ©piele 
ber gifi^Iein oergnügt, ein Mebufen^aupt in quabratif^em {Rahmen, ein (^rauen- 
porträt unb bie bereite befptoi^ene „©terbenbe SteD))atra" (?lbb. 56) nwten 
lotitere grüdite biejeS erlrag8reid)en 9(rbeitäjat|reS. 3ene^ Säilbniä ber grau 
OTat^ilbc ®uaita (Slbb. 55) barf man SöÄttnä fctiönpen unb innigften S8ilbni3= 
arbeiten beijäfilen, mie benn überfiaupl (eine iporträtB ber gtorentiner 3''* be(onber« 
anjie^enb jinb, äJteift Überfluß einfat^, rote ias Qan/, fi^lit^te Sonierfet äßa^eräs 
borferä (Slbb. 48) unb ba3 eble ©elbftbitbniö (mb. 60), befien «IW bem ffle- 
Schauer fo mäd^tig in bie ©eelc bringt, geben fie bie $fgct)e beä Original» mit tief nai^* 
fpürenbcm ajerftänbniö »ieber. — „Stuggiero befreit Slngetila" (9Ibb. 57), eine 
Sjcnc auä atriofl, gemalt 1879, Wirlt rounber&ar einbringlidi bnri^ ben ftart ^eran^ 
gearbeiteten ©egenfaj jroifc^en bem ftalilblauen , gcroappneten gelben unb ber lofigen 
SRadt^eit bct fcdam^ft fiäi Qbroenbcnben S)ome. ®in guter 3u8 noiöen $umor8 ftedt 



101 

in bei ((^ämigen SBeneaung bec ^ungfcau, unb bec abgeft^Iagene ^ec^tfopf beS "Sixaifert 
\tlb\t, ber ju bem ^oie f)tnouf btidt , jdgt fo niad nie ein ironifi^ ©rinfen. @d 
mannet, blü^enbeS 3rauenflei{i| f)at ißödlin eigenttt(^ nur einmal mieber gematt, in 
feiner ,2Reece8Pil(e'. ©in paax anbere Sßilbet oua flleidfem 3fl£)te, bie „SReeteS- 
bronbung" (?l6b. 58) unb bet „grü^lingaabcnb" (Mbb. 59), finb roiebet be- 
lebte ©timmungöft^ilberungen Don jener Slrt, für bie 91idiarb äRut^er in feiner @in- 
fülliung in bie ©c^adgalerie bcn treffenben StnöbniÄ gefunben ^at: „Sie (Stimmung, 
bie eine Sanbfdiaft in i^m erregt, fe|^t ftc^ um in bie Knft^auung oon Sebettiefen, Don 
SBefen, bie wie bie tejte iSerbii^tung be8 9iaturleben8 felbft, mie bie greifbare Ser« 
lörperung be8 SKaturgeifteä erfi^einen." Qn bet SReereöbranbung oertiJrpert bie 
grau mit ber SKefen^arfe, mdc^ in ber geBfpotte ber Uferflippe le^nt, ben braufenben 
3:Dn beS anftürmenben XßeereS; ber ftStenbe $an, bem bie 9tgmp^en tauftfjen, ma[)nt 
an bie loeiifie, träumerifdie Stimmung beä «^rü^Iingöabenbä , ber aud) bie IDilbe SBe- 
fletirlii^feit be8 S'fflfiflot'sä ä" fünftem ©ctima(^ten milbcrt. 3n bem tBilbe ,S(m 
Ouell" (l&b. 61) foH ber iSefifiauer mieber ben erfcifc^enben ^aud) beS nieber- 
riefelnben SBajferg empfinben unb bet 9(nblid einer ümajone, bie nm^ beS Sampfeä 
$it)e fi[f| in bem lüften OueO erquidt, töft ieneS @efü^t o^ne meitered auä. SRan 
fann äfinltd|e S^^ bur(^ aQe !£9ilber SSQdlinä oerfotgen, bie ttbertiaupt Sanbfdiaft unb 
Figuren oerbinben. 9Iie fte^t Don feiner jloeiten rSmifdien 3*it ob eine jrigur teer 
unb nii^töfagenb , etroa nur ctS ?farbfled unb ©toffage im trioiaten ©inn in bet 
fianbft^aft, ftetä ift fie irgenbmie Siermittterin beB geiftigen ÖSeEiolte«, ber ©cele beä 
ffiitbeS; fteilidi oerftcfit eä bet SDiatet meiftetlidi, foldi einer gigur aud) noc^ anbre 
ffierrid&tungen aufjutoben, burc^ fie farbige unb räumtit^e Qwtdi ju etteic^en. Slu(^ bet 
„SritDu" Oon 1879, bet auf einet Slippe fi^enb in fein äRufdiet^Drn ftb&t, i(t eine 
Serfötperung ber 5DIeereäftimme. 

Sttnolb Sßödlin malte 1879 ncK^ ein inteteffonleä iBilbniä bet grau giebler, 
ba9 je^t bie berliner SRationalgatetie beft^t unb ein onbeteä ber grau fto^f oIS 
„SUelandiDlie''. 5)ie 9Hetan4otie ^at ber Sünftlet immet miebet unb miebet bot- 



mb. 90. Siceefitnlltittr ISBB. (Sil <Scit( 100 unb I. 



102 

jufteaen gefudit unb voät eines feiner legten SBertt ttjdiäftjgt fidi mit bent X^enta — 
er icfieint ober nie befriebigt flenwfen ju fein. ®aU eS bodi bie ©runbftimmunfl feiner 
eigenen Seele in einer graucngeftolt ju oerfQttiern, ein Untetfongen, ba« trielfeidit übcr- 
(laupt für i^n unausführbar mar. Hu^ boä „Heiligtum be« ^terolleä" (W^b. 77) 
»utbeim Qa^te 1879 begonnen, nai^bcm bie figurenloft, (irädittge Sianbf c^aft „ © t u r m 
om 9Keer", bie $. ?t. ©climib mit 3lect)t a(ä ißorftufe jn jenem SBerle btjeictinet, 
ju einem ausgereiften Silbe geroorben fflör (?Ibb. 62). 9Han fann biefe podenb« 
©(^ilberung eines ©tunneä nodi lieber ^aben, fte ein^eitlid^er unb gcroattigei finben, 
at8 bo8 „Heiligtum beä ^erofleS" feJbft, in bem, :9ö<Ilin§ fonftigen ©eiuD^n^eiten 
unb ®runbfä^en entgegen, eigentlich eine siebenfache burt^ bie beifpielloS gefi^iiHe StuS" 
füt)rung jur ^auptfat^e gcTOorben ift; bie aui oerfrfiiebenartigem Pateriol aufgef^id|tete 
Ouabermauer. ©ie ift totföc^lit^ ju gut gematt, alä bafe wir retlit on §EtaHe«, fein 
Heiligtum unb bie bemuffneten !8etei benfen lönnten ; unmilltürli^ ffiDt ber ißlicF immer 
nrieber auf bie mit petrogroiJ^ifi^er Irene bargefteQten Unterfc^iebe ber Steinbroifen. 

^m Stütljafir 1880 DoOenbete SSödlin jeneä SSerf, in Wet^em baS äSefcn feiner 
£unft am monumentalften t>erfSr))ert , mit welchem fein ^ame fo untrennbar Derbunben 
ift, bafi un3 beim ^ong biefeä SRomen« ouc^ bie HSorftellung biefet ©c^öttfung mit 
Quffteigt: „Sie loteninfel" (Sbb. 63 unb 64). S)ie erfte Saffung, iejt im SSefi^f 
ber gamitie ©imrcd in SBerlin, tie| ber SSater einfttneiten flehen unb roanble fii^ an eine 
iweite, bie er fcfort fertig malte. 1883 folgte eine britte, 1884 eine eierte, eine fünfte, 
njelt^e nun bem ßäbtifdien SRufeum in Seipjig ge^Brt, im ^^re 1886. Sine te^te 
Raffung, ^ieber^olung einer früheren, mürbe 1900 noi^ aui ®an ^omenico noc^ 
aJiündien derlauft. Iiie loteninfel, beren SRotiO, wenn aut^ junöt^ft »ietleiiit un« 
beimißt, beim ©efu(^ ber lotlbmoIerifdEien tßonjoinfeln in be« SfünftlerS ®emer( blie6, 
Bon biefem aber felbftbeiftänblii^ DoDlommen frei umgeftaltet mürbe, ^at er ju- 
nädift auf ben SSunfd) ber ®r5fin Don Driolo gefi^affen, roefi^e bei einem Sefudf 
in gtorenj beim Sünftler ein SBerf biefer Art befteOte. Sei i^rer SHÜfe^r, fD 
wirb erjätilt, führte fie SSiJtflin not fein SBert unb fagte etioa: ,©ie erhalten, 
roie getuunidit, ein Stilb jum XrÖumen. @ä mug fo ftiße mirlen, bafi man erf(^riA, 



K3mrif4)aAt. 8«>tilt Saflunfl. ISBS. 



103 

menn atideTtolift lotrb." 
Unb fo tiefergreifenb ftide 
toiift ti au(^! 9tie tft 
mit ben aJHtteln bet Sonb- 
fi^aftSinalera eine inner* 
lid&ere aSirtung en:ei(^t 
moiben, feine yQnbf(^aftä- 
lompofition, bie mir Icnnen, 
i(t gtofeäügiaer unb origi- 
neller etfunbcn. Unb baöei 
lein milbeS ^at1)oi, fein 
atabemiji^er Sinienfi^Mung, 
fonbent eine Statuma^r- 
^t, bog man meint, baS 
[title Silanb m ü ( ( e tr- 
genbWD in bicfer büfteren 
®cf|ön^eit aud ben fluten 
fteigen! @anj o^ne ftfl&t' 
lid)t 3utat ift freili(i bie 
(tar(e, feeti^ii&e Sinbring- 
lidileit biefer fiompofition 
nidEit erhielt roorben: ber 
Sa^n mit ber meinen Sßrie- 
ftergeftalt unb bem ©arge, 
roeli^ei bei 3nfel jugefü^tt 
mirb, tnirtt mä(^tig ju bem 
Sinbrucf mit, eine Staf- 
fage, bie fo g(ä(fli(!^ er- 
funben ip, ba& [it ein 
unentbe^rtit^ ©tüd bei 
®anjen bilbet unb Dom 
ftünpler in allen folgen- 
ben Raffungen an glei- 
chet ©teile mit angebiat^t 
würbe. Vieler Sabn gab 
freili* auc^ ein Ljüg^ """''■ »ti»ni. «..MH.b «,!.„.. >88». ,3- s.». ns., 

üü)ei SUiittel ab, bie aßaffer- 

flä^e gegen ben ^efc^auei ^erauö in ber Sbene auSjube^nen. Stuf allen Raffungen ftet|t 
bie Uferlinie ber gelfeninfel ganj na^e am unteren Silbranb unb boi^ rüdt bie ^nfel 
eben burc^ bicjen Salin loeit inä Silb ^inein jurüi!. ffiä ift überaus reijDoB, bie fünf 
aSieber^otungen ber Soteninfel jn oergleit^cn unb ju fe^en roie feilt fie in atten Sinjel' 
Reiten Derfi^ieben [inb. iBalb ift bie Stimmung, wie in bet t^ffitng II (Sfbb. 63) grau, 
büfter, bio^enb, balb ftnb bie j^rben ht€ ®efteind bunt unb leuc^tenb, nie in ber 
jmeiten Stßiebetöolung (Stbb. 64), bie gtau 3. @(^ön in SotmS befifit; bolb fteuett bafl 
aSoot in einen buntlen fc^malen $afen hinein, balb einem ttep^enartigen SanbungS^ila^e 
entgegen; ^ier bauen fid) bie ©rabnifdien in bonpelter Steige auf, bort ift nur eine 
fii^tbar; tiier ragen bie g^P'^fff"'. We bun!Ie äSaffe, auf bet VPtlÜdll'i^ bie fc^tnere 
dlufje ber 33irfung benitit, weit über baä @teftetn ^inauS, bort fi^ntiben |ie mit ben 
tlöi^ften ©»Ji^en ber Slippen ab. Färbung unb 6f|arafter be« SBaffer« toedifeln in 
gleid)et SBeife unb luenn man bie Silbet tieigleic^t, ^at man ben @nbtud, als tiabe 
ft{^ ber Sünftler in tciner S^ife baran mübe gearbeitet, ja im ©egenteile biefe 9}eu- 
geftaltungen afä antegenbe Knftlerifc^e Aufgaben betrautet. Sui^ bie „iRuine am 
aWeere", bie im gleidien 3a^te, roie bie S^oteninfel in i^ter erften ®eftolt entftanb, 
t|at er fo me^rfadi — fünfmal! — umgemobelt unb ein fpäteS Xemperabilb Don 189S 



Hingt ebenfalls noii) ftaif an iai SRotiD an, hai ei immer o^ne ^äilit^ 3»^^ 
be^nbelt ^t. ®ie f^itn i^m, bem unglaublii^ fein (Smpfinbenben unb tief Übet' 
legenben, mo^I birctt ^Srenb. „@d ttiat einmal," fagte S9ö<flin, „baä ift'l, roaS aaä 
bcm SiCbe fpredien mug." 6r braudite feine romantifi^ 3»*'!*«". ""f"" ^ ^"* 
romantifi^e lätimmung auäbniden tvoQte. 2)o8 Sieb Don jertrümmettec ©töfie, oon 
ben breibo^ipelten @[f|auem ber 1£infamfeit, bie buic^ fDl<% tieiraüftetee ©emäuer tve^, 
roirb laut, audi o^ne SRenfi^^mmen. 33ie ISSOet Saffung ber Suine am 9Weer 
ift in SSreitformot gehalten. Die Kuine felbft mit bem Sogelic^morm unb ben fhtrm- 
ge&euflten Sqpreffen ift füft gonj gleich jener ber jweiten SBieber^olung t>m 1883 
(?lb6. 66) mit iliret eigentümlich fa^lrötlit^en Seteuc^tung. 3m Sorbergrunbe erjö^Ien 
^ier IRefte eineS portales Don oergangener ^^ra(^t unb ^errlic^Ieit. Die er^ SSiebcr' 



Hbb.n. Xet «ans gum »ac4u9tEinp<1. iroo. (Sa Sein 1I9.) 

^Dlung, bon ber SlingerS 9{abianabel (mie oon ber ^otentnfel III, Sfbli. 64) eine 
präd)tige tRoc^bii^tiing — ober feine Sopie! — ft^uf, ifl loDfit bie roirffamfte in i^r 
großen Einfachheit! 3n ber „SBurgruine" mit ben jraei freifcnben SRaubüiSgeln fe^It 
haS Wetx ; man f|at ben (Sinbrud geKialtiger ^ü^e, con tcelc^er ber Sliif int Unmetter- 
Iid)t über iWite« ©etönbe ^injc^roeift. Sie legte Sßerfipn Don 1898 ift in bem feinen 
3IlteräfttI SüdlinS gehalten, mit bieten reijOoQen @injeltieifen, roeli^e bie mannigfac^ften 
farbigen ?lbftufungen geigen, unb ftürmi(ii| ju ben flippen aufbraufenbem SReere. 3)ie 
podenbe SBuiit ber erften Silber i)at biefeä nii^l. 

3n baä 3a^r 1881 fällt eine jener unerquicflic^en ßpifoben, bie bem großen 
äRanne fo rctc^liifi jugenieffen toaren. ^ijcflin fotlte für baS Treppenhaus beS MufeumS 
in Sreälau beforatiüe ^anbgeniälbe fdioffen, gür bie erfte Sffianb roat baB fOtoüv 
ber @infüt)rung beö ©tiriftentumS in @rf)lefien Dorgefc^en unb Södlin, ben bie Slufgabe 
reijte, führte a(8 ffinttourf bie unter bem 9Iamen fcrtur lux in tenebris befannte 
ßljtijie aus, bie im SKittelbilb eine, fe^r originell erfafite ®eftült Script mit Qofianne« 
unb ^auluS enthielt. @ne gemalte 99ogcnfteIIung follte bag $ilb ben brei retf|tec(igen. 



105 

bun^ ^(ofter getrennten $)anbp(f|en ein))affen. Stuf bie gegenütieititgenbe Sßanb 
rooQte ^üdlin int ©egenla^e ju biefen büftec gestimmten Silbetn, fo beiiditet @tC)mib, 
ba« ^eifetfte unb Sieblii^fte malen. Slbet bie öon SBtftin geforberte ©umme bon 
60 000 3natt iDuibe ni^t aufgetiiad|t ober on ^ebingungen g^ü)>ft, bie bem ^nßler, 
ber \6}Dn no^ iSreStau überfiebetn iDoQte, nic^t ;iagten, unb bie Saifie jeif^üig fi<^. 
©ine 3tonie beä SufattS miß eä, bat je^n ^a^te (^Jöter getabe ödh einem SBreötüuer 
Snnftfreunbe , bem ©e^eimrot Dr. Sßiett Sieifler, für ein ©taffeteibilb , Venus geaitrii 



a»b. M. Xit Xoi^tti Ute «ciotiae. 1891. (Su @ci» IIB.) 

(^b. 98), bem ^ünftler iene ©umrne gejat)tt muibe, roetdie bie DffijieQe SSelt für \ti^ 
greife SQanbbilber nic^t übrig ^atte. 

3n ber nöc^flcn S^ü ft^uf et nodi eine Stnja^t Boripiegenb ober rein lanbfc^ft- 
lidier SJerte Don aller^äii)ftem SReij", fo ben »©ommertag" (Slbb. 67), eine Stim- 
mung , bie ntirificfi IriftaDifierter Sommer ift — mie ^at ber SReifter t)ier mieber bie 
einjig paffenbe ©taffage gcfunben! — ber „OueK in ber Sctäfi^tut^t", ein 
grü^Iingälieb oon munbetfam rei(f)em l^rifdien ®eöalt (Slbb. 69) unb ben „^eiligen 
^ain" Don 1882 mit feiner er^ebenben geietlic^teit (Wih. 70). SBon tefterem CEiftiett 
unter bem Sitet „3)ie geueranbeter" eine meitcre Soffung aaS bem Satire 1886. 
SKit bem ^eiligen §ain bec ©diadgaterie ^ben bieje SBitber roeniger l^nlit^Ieit. Sinen 
gang anberen Sanbfi^aftStQiiuä ^ot ber, in feinen aßotiDen ftets aufä freiefte abmecfifeinbe 
^nftler in bem ©otenjug oon 1881, ben ^rometfieuSbilbern i'Ubb. 73) unb 
nnberen perlen — aud^ ber „ffampf ouf ber Srüde" (Wbb. 72) get)5rt ^ier- 



106 

t|er — be^nbelt, gto^tttge Veignatur, btren ))aifrnbt Silb^eit bun^ untteimlii^ 
aSettttbeleu^tung nodi Qt^oben tinib. 3n ben ^iDtnet^euSbilbent fytt ^ ina aber 
ben Sergen lagembe ^ttei jur ®eftatt be9 m^tEfifi^en Slieftn Derbii^tet, ber, beim 
erfttn 9lnbtid ats Sißuc taum eitennbai, ^di$ oben ouf bem ^mm baS <9ebiTge0 aii' 
geff^nriebet liegt. Unten toft iaS ffiaffer wiber fenhet^t abfaßenbe Älipfmi, Sli&idKin 
^eift übet bte SBipfel beS ftuimgepeitfi^ten UFerma[be(S. @ine SBiebert|otung — tocA 
natürlich anäf ^ier niebec foDiel fogen roiQ niie eine 97eufd|ö)>funQ ! — nennt ^ktt bon 
^e^t in SJarrnftabt fein eigen. 

3u ber ftolgen ®eftatt ber fic^ ent^üOcnbcn „SBafir^eit'' (^b. 68) befi^n 
mir einen le^rreii^en Sommentar in einem ®t\pt&äft beS SHeifterS mit ^toerte, einen 
^mmentar, ber ^ier angeffi^rt toerben mag, h»nn et {icf| au(^ auf bie gtoeite, 
grbgere, 1886 in 3art(f| jei^örte iQerfion ber „aSafir^eit" begießt, ^n bent ©ic^* 
entpQen \a1) ^bdtin ben eigentlidien @ebanfen iti 16ilbe«. %er fieg^afte @toIj 
unb bie 9)ein^eit bed ^^ren Hntli^e« mußten babti jeben (Stebanten an lü^eme (£nt= 
Fleibung unmöglich ntai^. SIber in ftoljer Seuft^Ewit mugte bie 9Batir^eit i^re 
@eftalt geigen: „Dorthin allein mn% iaS Kuge; benn nur in biefer fBetDegung liegt 
ber ©inn be8 SSilbeä. — ^ finbe jefrt, mo fie fertig ift, baß it^ fie ju Weit entbißfet 
liabe, baS Uuge Wirb obgelenft unb ni(^t gegtuungen!" Um anbem Xage nur ba$ 
ganje lebensgroße Säilb abgefragt unb hai leere Srett ftanb ba! 'Siai Rxir ber äRann, 
bent fd^ulnteiftembe ^tif tveil ®Dtt n>aS für Sribolitäten nodEifagte. Unb fo tvenig 
ßoni))romigmenfd| mar er, bog er bie ©eftatt lieber abfragte, aU bag er etwa einen 
@d|Ieier Ober bie aDguneit entpQten ^rtien beS Ifiniglicfien Srauenteibed gemalt 
^ötte! ^ tociter man SlBdltnS ©ifKiffen nac^ftiflrt, beßo reiner unb freier bon SRenfdi' 
tidifeiten erft^cint feine (Seftalt unb be^ erftaunlit^ tiM<^ft und auäf baS 3Ra| ber 
geiftigen Sebeutung, ber genultigen iSlefe^mägigteit feiner Siinft. S9ei i^m ift nie ber 
3ufaQ Sater glüiäüdiet bitbnedfi^er ®eban!tn gemefen; fie uuiben aQe au8 beroufit 
roirfenber Itraft geboren. 

(Ein ^ar glänjenbe ^aupttverfe bradite baS ^a^r 1882 — „^id|tung unb 
HRalerei", ba« gemalte fünftlerifi^e ©taubenSbelenntni« ämolb ©WiinS unb ben 
„Mbenteurer". S)a8 erftere Silb gibt unfere Slbbilbung 7t Wieber: 3)ie ibeclcn 
grauengeftalten, buri$ meli^e bie beiben im Xitel genannten ^nße oerfinnbiMcEit finb, 
fi^öpfen au« bem gteidien Ouell. OMlin berfudite e« juerft mit einer ©äuIen^aQe atS 
^intergrunb, önberte aber bann biefen, fe^r jum Vorteil beS Sangen, in einen Sorbeet- 
^ain um, ber luotil al« SSaleret ju feinen ^aunenSnerte^n Slaturfd^ilberunQen ge^brt. 
3ebe« 91£itt(f|en an biefen SorbeerbSumen ift naturtieu. 3)eT tanbi(^aftlit^ $inter- 
grunb tcar in jebem @inne Dorjujie^en, ber gemetnfame iSom für ^oefie unb bilbenbt 
^nft quillt ja mirntdi in ber freien 9Iatur. Uli farbige« ©ange« ge^Brt ba« ^Ib 
ber reidiften @rupt>e iBikftinfi^er ©emälbe an. 3)ie Sdileiergenünbet ber beiben 
SRufen prangen in ben ^eiletften garben. ä^xa , Abenteurer", ber Don feinem 
@(^iffe on unbelanntem ©tranbe au«gefet)t, auf fi^aubembem Stoffe über gertra^enbeS 
gebleidite« @ebein lanbeinroärt« reitet, gab bie ritterlii^e @eftalt be« JRuggiero au« bent 
Strioft bem Sfinfttcr bie Anregung. Aber in ber au8fül|rung rouc^« bo8 SBerl be« 
beutenb über alleä ^tlu^atiDe ^inau« unb geroann einen großen, allgemeinen menf^- 
(ic^en @e^att. @« niurbe „ 3) e r übenteurei* fi^Iedit^in. 9Sa« für ein impofanter 
JHeÄe iff biefer tolllü^ne SKann, beffen ®eft(^t beuttic^ an bie Srf^nung be« ^rang I.- 
SBilbniffe« Don liglan im Souere erinnert! 3Rit wetdier 9lu^e reitet ber gifeme über 
bie @ebeine feiner Vorgänger ^in, bem Ungeiniffen entgegen. Sus Stoß aber be> 
fiiinuppert, roie o^nuna«ODll, bie fit!od)en im ©anbei 3)ie Sremer ftunpbaHe ift im 
SSefiee biefeä großartigen Sffierle«. S^m folgte ber „^romet^eu»" (Kbb. 73), ba« 
nunbertJoH breit unb faftig gematte !8i(bni« ber grau ®urtitt mit i^rem ^nbe, baS 
faft an Seiblä aRataeife benfen läßt, bie ^o^eitöBoKe MOYSA ZEMNH unb bie i^r 
ebenbürtige ®eftatt be« Srama. SBeibe @eftaltcn finb bidit in nKic^nftfimiegenbe 
®emänber ge^üQt, me(d|e au<^ non ben 9lrmen nic^t« ober wenig geigen. SSStflin 
^atte eine befonbere Sotliebe für foldie ©teQungen. «utii fein Db^ffeu« oon 1883 



■W. K. 3n bcr eaTttnlaubc. 18S1. «finnitiflt1ta|A«ft ju SüriA. (Sn 6riK 119.) 

fte^t in ötintii^et ©erfaffung auf ben Jjfetfen bcö aJieerEöuferS bei ber (i^önen ffal^pjo 
«nb ftarrt in bic aBeile (Sl&b. 74). Ser unenblic^ ftimmunglteic^e „gEü^linaätafl* 
mit ben Ocftalten ber „Sßier ßebenäatter" unb boä öiclfa^ erroö^nte „©pief ber 
SJetten", fottiie Berponen bei loteninfel unb berSßillii am Hieer |inb ?ftfl(^te 
beS gofire^ 1883 unb rootil ouc^ ber .©eetinfleltangel" (?lb&. 76} mürbe no^ 



108 

im SBinter 1883 begonnen. 3m grfl^jo^t twrauf folgte baS „^eiliatum beS 
^eratleS", Don bem otien bte Siebe mar (V&b. 77), mie audi fd|on oon ben Saunen, 
bie eine f^llafenbe 3iiimpi)t tielau{c^en (9bb. 7S). SRani^en SESiberf {inK^ , ober beffer, 
fetir menig SSetpänbnil, ^at ein anbeceä fflltb qu8 bie[er 3eit gefunben : „®ott-S3ater 
jeigt SIbatn ba8 ^aiabie^", unb boc^ enthält ti gong befonbere @(^3n^etten. 
3)ie gatige SJälerlic^Ieit bed lieben (Sottet in feinem roten, ftembefititften SRantel ift 



getabeju rü^renb ^tauggebrai^t unb hai tinfijc^ öötjecne, ja blübe 9Se[en beä no(^ 
ie^r jung gebuchten Stbam ift mit roo^Iberougter 9lbfid|tlii$feit aii ®egenfa^ ju bem 
tneifen unb milben alten ^ertn betont. Unb biefe Canbfc^aft mit i^iem leijDoQen 
Sontraft bon ober, mit aRooä unb MIgcn beh)a(^fener ©tctnraüfte unb ben ©eptben 
be« ^ßatabieieä! SDlit bem (eetenüoHen unb liebenämütbigcn aSerfc etraa gletitiieitig 
TOutbe ein anbeceS Silb beä 3Heifter3 fertig, bo8 ebenfadS aiuäftufi retnfler Siebenö- 
roütbigteit ift, bet ©eigenbe Sinfiebler oor bem 9KorienbtIbe in ber SBerlinet 
?2ationalgaIerie. 3Ran möchte oerfui^t fein, gu fagen, ia% bieg @cmälbe „raeniger 
Stödün" fei, otä irgenbein onbere« Silb bc8 3KeifterS, »eil ber ma(etifrf)e ©ebünte 



109 

mc^r ^inttr bem gesenftänblit^en Wotii) jurü(ftntt. SIbet EBödltn^ ^efen ifl eben ni<^t 
Dom engen Stammen einer It)eorie atifie((f|tofTen unb er (ie6t e8 — namentlidi aaäi in ber 
malertfi^en ^uäbnidaroeif e ! — gelegentlii^ bie fetSftgejogencn ®renjen ju buri^bred)en. 
2)ie testen bebeut(amen Silber, bie 1SS5 in gtoreng gemalt mürben, fivb baS 
Socct|ona(e {a\iif unter bem SRanien Dltobcrfeft belannt) unb ba« Schweigen 
beä SBälbeg. Sa« »ac*ana(e (SIbb. 79), iegt im ^t^t ber ®at«ie Snorr in 
XQüni^en, getiört fii^er ju bem (ü^nßen Soi^^nfeuertoert, iai ber aßeifter to^ebronnt 



%bb. n. giancc«ra ba Stimini unb ^iiolii 9Ialatr|to. I8»g. (gu Stitt HS.) 

fiat. 2)ie Seb^aftigfeit beä ^olontd, baä ^eig unb laut tft unb boä} in eine raufdienbe 
^rmonie jufammenltingt , entfpricIEit bem übermütigen QSrunbgtbanfen bn ©angen. 
„SRiiufi^'' !önntc et Reiften! 3m fflaufdie (inb pe aQe, ber fteifgetrunfene ^eg#mann 
rei^tl, ber träumt, er iei in SBeiti unb Olieb, (ein Samerab, ber birelt auS ber gtofc^t 
fi^ ben SSein in bie StfjU giegt unb bie gange flbrige @)efeQ{cfiaft Don tangenben, 
jet^enben alten Snaben unb äRäbc^en. ^ie ^anptgruppe auf bem dlafen in i(|ten 
greUeuc^tenben (Senwnbem in Oelb, Stau unb JRot grenjt ftarf on bie ftaritatur, 
lodienber, bacd|ifi$er Übermut f)at bem ^nftler bie $anb geführt unb ber Sormurf 
gab i^m miQfommene @etegen^eit, ft<^ nieber einmal lei^t in iilarben austoben ju 
tonnen. „Dag ©i^TOeigen be8 SSßatbeS" ift in unierer $eimol fo i)oputür, irie fonft 



uo 

nui »enifle 8öiIIin((^e Sitb«. ffi« ift in aSetfc^Ianb gemott, übet butc^ beutfc^ 
S^nnennulb reitet bie See auf i(|retn gtfpenftifi^en Xier, unb Don und gennanifc^ 
SioibtSnbetn !|at toot)! jeber fc^on einmal bie ge^etinnidDoIIen @i$auec in SBalbe^Riam- 
leit empfunben, meli^e ber Main but^ fein ©üb hwien rooBte. SBeden »oltte? 
Stein: meA! ^eQei^t ^at ei nie bie erftiebte SBirfung fo unroiberfte^ttc^ enreii^t, 
nie ^ter! 2)ie mei^ei^aftt Srftnbung beS Sobeltiere^ t|at (ogar SRenjel ancitennen 
muffen, ber (onft ffir feinen fltofeen Äntipoben fo wenig ü6rifl ^afte. S^btx anbete 
^atte niot|I ungefö^r haS trabitioneUe ge^Bmte $ferb a\i Sin^oin gemalt. %äv Oötflin 
mat baS ntdit ge^eimniSboII unb biedeit^t aüd) nidjt — natutgelc^tffitlic^ genug. Sr 
berbanb ben 9ßferbe-S:^(iu« mit bem ber SBieberfäuer ju einem tJ^antaftifdftn unb bocft 
organifdien @anjen unb gab bem Xieie erftaunte, ja erfc^roifene Slugen. Kugen, bit 
fdiaubern madien unb fetbtr bor bem Slugbtid auä bem ^unfel inä Sii^t jurücf' 
ftftaubecn. Unb in bem SM beä liereä fammett fit^ bie ganje SEBirfung bicfe« 
©Übe«. ©0 rcijDoIt bie fi)ulVft-f(f|öne ®eftatt ber ffiolbfrau ift — aaH) toenn biefe 
9Ieiterin ouf bem 9tüden beS Sin^ome fehlte, mürbe bei SBerfee üuäbrud nü^t um 
tielei ofigefc^tDäc^t fein. 

S)ie Florentiner ga^re, wö^renb loelc^er SBÄin natürtii^ nidit immer fe^afe, 
fonbem bie ^ften unb gnfeln Italiens roieber^olt bereifte — er mar unter anberem 
me^rfad) in ^^ia, Ido er fic^ auc^ bai Abenteurer -SRotiD geholt fioben foK — 
waren für i£)n oieHeic^t bie 3[a^re ber flörlften fünfüerifdien Anregung, be« tfl^npen 
malerifc^en ^uf f c^WungS , bie it)n auf bie DoHe $ö^e feineS Schaffend fSIirten. €r 
geno^ unb em))fing ^in alles, roaS baS SSunbertanb i^talien einer fo rei<^ unb 
aufna^mefäfiigen Seele ju geben ^tte. ßu ©onbreuter i)ai er fic^ einmal geäußert: 
„^n ^'■iliEi' finb bie Farben in ber Statur Diel me^r au3gef)iro^en, aiA bei und 
unb man ^at bort eine unerfifiö^iflictie '^Qt reijenber äRottoe, bie ben ^nßler 3UB1 
SRalen anregen. S» ift melir $oefie in ber SJtatur. SBo mon ^inbliift, ein 
abgefditoReneä SBitbt^en, fei eä ein blumennmranHea aJiuttergotteSbilb, fei eä ein SRönt^ 
unter einer 3^1)"ffE ober ein überwucherter @iarten mit IiaQijerfallenen @tatuen, unb 
unWitl[Iür(i(^ greift man jum $infel. Unb bann ringS um und fierum bai betonte 
Seben, bie audgelaffene grSfitii^Ieit!'' Xroffbem biefe SSorteite i^n mit gewattiger Statut 
anTodten, fa^ fic^ flmolb Södtin im ^o^rt 1S85 nadi elfjähriger Slnwefen^ett in 
i^talien Wieber oeranlafet nad) ber fdjWeijerifc^en ^mat jU berjie^en; wie frü^ fi^on 
einmal, tief i^n bie Sorge um bie tieranwai^fenben @b^ne nai^ ^ufe. Wo er biefen 
eine beffere l|ßfiere @d|ul(ii(bung gu geben ^offte. Unb et fetbft berlor nid|t bei biefcc 
überfiebelung ! 9Bir wiffen a]s& ben ©t^ilberungen Don ßafiuS nnb Sre^, bafe i^m 
jet^t in 3<ind|, Wo^in er fic^ ber ©c^ulen wegen, flatt nac^ iBafel, Wanbte, eine Qät 
f[^5nen, freunbtii^en Se^agenS juteil würbe, bie aui^ enorm teiii^ war an fünft« 
lerifc^en (ärgebniffen, bog ber ©c^meljer in i^m Wiebei ju feinem Setzte fam unb 
fd)Iie^tid| eine F^^eunbfdiaft i^m erWuc^d, Weldie bie jWei Seften feines SotfeS gU' 
fammenfübtte , bie mit ©ottfrieb bellet. <St t)at in ben fieben Q&nä)tx :3a^ren 
ungefäf)r bietjtg S9itbet gemalt, bon roeldien man(^ allein genügt ^Stte, it|m ben 
9lu^m eines großen SReifterS ju fidiern, unb er erntete jegt enbli^ ben @rfoIg, ben 
ibm eine unget)euer[t(f)e Ungeredittgteit be§ ©i^idfals fo lange borent^alten ^tte. 
©S wäre in ^o^cm ®rabe anjie^enb, auf baö 3üri(^et Seben SBdlinS nä^er einzugeben. 
3n jenen ©^itberungen bon Safiuö unb Freq tritt er unS mcnfi^Iit^ Wunberfam 
nabe, bicfer reine, groge, warmbergige Wann in feiner, mandimal fnurrig ft^ gebenben 
unb bo(^ unerfd|öpfti(^en ®üte unb feinet ftoljen Sefc^eiben^eit. @r freute fii^ ^erj' 
lic^ an ber ^eimat, bie i^n fo fpät erlannt ^atte unb blieb buri^auS nidit in ol^m' 
fiifdier Unna^batteit bem Ileinbütgerlidien Seben unb ben befc^eibenen SQetgnügungen 
feinet aiiitbürger fern, letnte auc^ bie Statur ber neugewonnenen ^timat balb mieber 
liebgewinnen unb ^ielt i^ren Qaabn in Silbern feft, wenn er autÜ) me^r feinen reii^en 
®ebäd|tniSf(^ag italienifdieT Sanbft^aftSmotibe ausbeutete. (St ft^wang fcB^Iic^ ben 
Seiner unb §atte einen trefflidien äc'^igenuffen in Sottfricb Seiler, Derle^rte iiui^ 
freunbfd^aftlit^ mit feinem alten @enoffen SoIIer, bem Sttlb^auer ^. ^q^Iing, ben 



112 

«tf^iteften Bfuntfi^Ii, Sttbert aBüKet, (Suftao ®ua mi gleiner, bem gefc^marfDoOen 
^u^iijtftcn, bcm mii mandie roertDoIIe Slac^ric^t übet ben ändfttr oerbanten. SödUn 
^tte ©Dttfrieb ^Qer tor feiner SIntunft in günt^ (leitSnlic^ ni^t gefannt, i^n abtx. 
wie ti onbetä laum mBgtii^ mar, ali 33id)ter innig beWunbett unb geliebt. fi«Ker 
fetCiß blidte jmar mit 9{e[;ieft, aber auc^ mit einer genii|Ten Unfit^erEieit ouf ben SRolet, 
&on bem er ni<$t einmal Dieteä tannte. Subem ^atte er, felbft Waler, ber itit^t toeit 
über ben 3)itettontiStnu8 fiinawa mar, in Kunftbingen SReinungen, bie bon benen ©Mlin« 
meitab gingen. iSikllin nun münidite ^erjlii^, feinen DeieEirten Sanbdmann Inmen 
)U lernen unb fu(|te i^n eines Sommerabenbä in feiner (Stammfnei^ie , btr ,aRetfe', 
auf, mo man fii^r mar, ben Rotten gu finbcn. ©ie beVs^*" fii^ menf(^Ii(§ oon 
@tunb' an, mie %. ^eq eigätitt, unb es beburfte nur etlii^r iBe(u(^ in \k9 aRoIerS 
SBerlftatt, um Seiler aud) über ben fünftterifdien 3Bert feined neuen gceunbe^ btt 
Slugen ju öffnen. Sötfttn fetbft aber ^ielt fo ®emaItigeB oon ben ©i^Äpfergoben 
StlterS, bog er erllärte, btefer niüibe, mSre er baju gefommen, hai Xedinifdie gu ex- 
lernen, aie SDIaler ebenfo grog gemorben (nn, mie als S)ti$ter. 3ener fügte ftc^ ber 
^rben unb oft rec^t unfreunblidien %rt beS 3ürit^Er OberftaatSfdireitierS unb ttielt 
i^m eine rü^renb treue Sreunbf(^aft. ©ie fofeen ftunbenlang, mät^tig quolmenb, beim 
iSet^er einanbet gegenSber unb oft genug brai^te SSSi^in ben älteren t^eunb, ber auc^ 
nüi^tem f^on auf red)t fc^mai^en fBeinen ging — SvDer mai befanntlic^ fe^r nein 
»on ©eftalt! — treu beforgt no^ ^taufe. ©afür mar ÄeHer gelegentlit^ beä aWoIctä 
91atgeber in ftnanjieden klingen, Dor benen S9b<flin mit finblic^er Unbefangenlieit ftanb. 
SHeiffer ©ottfrieb tiat ju Sixflinä fe<%jigftem ®eburtfitage Serfe gcfungen, iwlt^e ber 
^nß beä aSeifterS in ^errlidier SSeife gereift merben: 

„Seit bei un£ Xu eingejogen 

Unb Xein Itiäftti ^aud gebaut, 

©e^en wir ber griS aäogfn, 

aSenn ber tjellfte ^immel blaut. 

Se^n bif gatle Ut ®efi*te 

Iiid) im 9icigentiinj umgie^n, 

iSe^n, mit ^ofpen, aSIflten, grüc^te, 

SRaftloS Seiner ^nb enlflit^n." 

Sörflin t|at bafür ein paar treffliche ©ilbniffe feine« bi^tenben ?iteunbe8 geinaü 
unb ben (äntmurf jur ®ottfrieb teDer - aHebaitte mobeQiert, bie bem Slit^ter jum 
70. Geburtstag überrei<^t tnurbe. Unb man mirb aucfi in mani^ feinet SSilber einen 
ffln^u^ dom (Seifte beä Sreunbe« entbecten fönnen. SBieQeicftt in ber^eimte^r, 
bie eine |o et^te ®ottfrieb Setletft^e Stimmung in ©ötflinfi^en garben miebergibt! 



a». lOO. titx Üiiti- Sattle gatfung. (Su ®c<>( l^-) 

Ser SDintet i}ai ourf) öm 15. 3ufi 1890 am Totenbett beS ^oetcn geftonben; nadibein 
er bftn gtanfen aKeS Siebe, baä ju tun mat, auc^ getan ^atte. 

ai« Sbcffin im Srü^jabt 1885 naä) 3ürii^ tarn, mietete er fitfi ein ib^aifd) ge- 
Icgeneä, allertümlicö be^aglictieS Sonb^auS „jur Eibmatte" utib baute fit6 ouf her $öt|e 
uon |)irdlanben ein l^muiftofeS, {e^r geräumiges Itetiec, boS Don oufien Wie eine 
Scheune auSfa^ unb innen burcfiouS nii^t bie üppige ÜuSftattung nuftvieä, bie [\d) 

D. CRlnl, SMIin. 8 



114 

j man^ einer Don bet fflerfftoH heä giDfien götbenjau&ererä unb gonnentc^öpferä er- 

f tpacten motzte. 3i>"< ®<^ffcn biaui^te er iSammlung unb Smft. KDeS @ctüti^eUc 

unb ©fis^cnf^e ^ätte i^n Uoi gertöct. Sunner @toff IieftHinnte bie SSänbe unb in 
j bec nio^Ib«rei^Reten guten 9e[eucf)tung geigten feine Silber ben bollen <9kni i^rer ^rbe. 

3)ei Staum mar bon ganj bebeutenben SuSmagen, n)ot|l glDonjig 9Retet lang. Seine 
I farbige Streifen unterbrai^en bie SlntSnigfett ber bunflen SSänbe. 9tid^tS com üblii^n 

ütelierlram. fLüi) feine ©tubien unb ©tijjen! 

f Xu« SelbfibitbüiS mit bem SBeingtafe (^b. 80), boB ein bebeutfamed 

i ©egenftüd gu bem anberen mit bem fiebeinben lob bitbet, Hwr ba8 erfte, in 3""*^ 

I gemalte Silb. f&S jeigt bie graette Seite Don ^bdüni 3Befen, bie ber SSelancfioIte bie 

j SJage ^tü. bie mettbejnjingenbe ftraft, ben SJilltn jum Seben! Son Übermut ift frei- 

! iiii nii^tS barin; e^er toai Don Zto^ ift in biefen magift^ ben Slid anjieEienben 

1 Slugcn. "äiS unmittelbare SebenSfdiilberung mog bieS Settiftbilb no^ toa^rer fein oii 

I jenes anbere. ^n ac^t Sagen ^at SöJlin baS lebenSgrole ^ilbniä fertig gebrad)t. 

I l£ö roai (ein ©runbfaj, bafe fflitbniffe rofc^ gemalt toerben muffen: .SSon einer im 

I Silbe bargepeUten ^ßerfon miQ ii^ boc^ nur bo8 fe^n, nai mi{^ intereffiert ~ baS, 

mad bei tiir anberi ift ali bei anberen. Dai fann i(^ nur mit ^c^erem, rofi^em Sr- 

faffen fertigbringen." üut^ ber «lanj um bie fflaci^uafäule", auij^ Ältrömif^e 

I 3Raifeier genannt, ein Silb, \sai bie ^mburger ^nflEiaDe eiWorben ^at, entftanb nod) 

I im 3a^re 18S5. Sann folgte eine Steugeßaltung be^ ©«^neigend im %albe, xaann 

i bie äSalbfee ein S)tabem trägt, neue Eßer^nen ber Soteninfel, bei Eiligen ^aineä, 

I bem bieömat gtueranbeter al« Stoffage bienen, beä Überfaßä buri^ Giraten, bie ©urg- 

niine {bie Raffung mit ben freifenben Slblern). SRan fietit fc^on au8 biefen ga^lreic^en 

^ieberbolungen trüberer Silber, bie boc^ aDe Scftet langen i^r S)a(etn »erbantten, 

nie beä Sänftlerd 9tu^m in immer nieitere funftliebenbe , ja fogar — funfttaufenbc 

fireife brang. Unb immer gab fti^ ber ffünftler, ber aut^ ein eminent e^n^fter 

äßann mar, ber Aufgabe mit Dotier, mit neuer Siebe unb @ränbli(f)feit t|in; feine 

SBieber^olungen — bie ber onerierten ßeit DieKeiifit ausgenommen — bebeuten nie 

äSenoöffeningen unb ^erfi^Iei^terungen , fonbem fogar fe^r oft ^Öt)ere Stufen bet ar- 

fprflngtii^n Silber, anbere äRaler nienben an foldie 9tai^bejtellungen , bie bo(^ im 

©runbe nie ber SemeiS Don tieferem SSerftänbniS unb t|5[$fter %^tung für ben Sfin^lec 

finb, ni(^t eben ibr SefteS, ober laffen fte nioI)l ganj Don §itfsfräften ausführen. 

IBom friJlilii^en „Spiel ber SRajaben" (%bb. 81) mar fc^on weiter oben bie Äebe, 

mie au^ non ber (1887 gemalten) „tOteereSftiUe" (ätbb. S3), bie rpo^I alS baS 

3uM)eI unter Södlin« aßeerfrauenbilbem gelten !ann. über bie ffintft^ung ber 

„^erbftgebanlen" (Slbb. 82), be« ^uptWIbe« Dom ga^re 1886. ^t unS #Ioerle 

tDertDoKe Huffdilüffe gegeben. iiaS SiÖi follte einen ^ud^^beinbrud Dermitteln, ben 

ber SRaler irgenbroo empfangen )fatit. bie feine SRetani^oliB, meiere ber SnbliiJ bon 

„^lerbftaeitlofen" in piÖer Sanbf(fyift immer auSlBft. §erbftjeitlo(en bebecfen ben 

äBiefen^ng über bem tü^lflaren SBoffer, an bem eine finnenbe ^vau in blauem 9Rantel 

langfam binfdireitet. 3)er ünaler jeigte bamalS ^XotiU, tnie bie gadigen Slätter ber 

Sßlotanen ouäft^tießlit^ i" bem Qmd ouSgefütirt maren, „bomit eä brünier um (o ein- 

fa^er unb flißer roerbe". IiaS äRotio ju bem, in ben frötilit^ften tSarben la^enben 

StüblingSbilbe: „Sieb', eS lacEit bie Slu!" (Slbb. 84) ftammt auS ber Umgegenb 

Don San Somenico, Wo ber ^ßnftler fpäter feine Xage beft^log. @S iß i^m faum 

je beffer als in btefem Silbe gelungen , burcEi ben Slang ber S^rbe fro^ unb frei ju 

ftimmen. ^QeS la^i unb iau(^jt ^ier, nur nii^t bie grauen, bie burcf) biefe ladienbe 

Sftatur nwnbeln. S)eren Sefe^rung ju froher Saune ftebt erft notfi beoor. gru^tbat 

an SEBerlen Dom ^ik^ften ^erte mar baS ^a^r 1888, baS ben , Kentaur in ber 

2)orf fc^miebe' bva^tt, nic^t ju bertnedifeln mit bem feltfomen Silbe, auf bem 

fic^ ber leufel feine §ufe beft^lagen läfet, bie föftlic^e „©ufanna im Sobe", 

bie farbenpräi^tigen Silber „Vita somnium breve", „grütilingSti^mne" unb 

bie „Sebenäinfet" foraie baä eigenartige Silb ,3ubit^". Die fiumoruolle Sar« 

ftettung ber ©ufanna im Sabe Derbantt i^r Safein einem SRac^eaft beS SünftlerS, Don 



11& 

bem &ifiuS ju erjagten tveig. S&cflin, ärgerlich batü&ei, bag W ^n^^änbler an 
feinen SSeilen oft |d Diel nie(|r Derbienten ald er feltift, tiatte mit einem bon biefen, 
bet auf anftänbige iSebingungen nti^t eingeben nioQte, gebrodien. 3)ec ßunft^nbler 
fl6et cecftanb ti tto^bem, 6ei SBÖÄIin bur(^ 3HitleW()ei|Dnen Silber ju billigen Sßreifcn 
Iiecauäjuloifen, unb als bcr ^nftler i^n enbli^ burc^fifiaute, malte ev in etnS bec auf 
Umwegen befteDten Silber — eben biefe ©ufanna im tflabe (9tbb. 86), als bie feifle, 
[t^ni^enbe 3>^'n '" intern üpiJig blü^enbtn %ttt ■ — bie ®attin jeneä Snnft" 
^änblerä. 3)ag 9ilb ift auä noi^ einem ®runbe gegenftQnbIi(^ intereffant. SS be- 
weift bog fabel^ofte gormengebät^tniä Södlinä. Siie beiben ^rai^tlerle, iwlt^e biefe 
@ufanna belaufdien, finb bie genauen Sonterfeid ^ebräifd^cr ^cnblei, bie Sä((ltn einmal 
in feiner früfjeften ^ugfnb gefe^n unb beren Silb i^n nie Derlaffen ^atte. 



tU6. 101. %tx tUtnit ttclanb. 1«00. Kai« «ligp. (Sn SelU iM.) 

„Vita somnium breve" («bb. 87) gö^lt TOo^I ju ben ®ipfetn in ber fette 
beS Stödlinfc^en SebenSnierfeS. ^ad) mannigfai^en SJerfuc^en unb ISmägungen ^at fti$ 
bü3 SBilb ju biefer gorm oerbii^tet, ju einer ber originetlften unb bebeutfamften Oon 
ben gat)llofen ^rfteQungen ber Dier fiebenialter, meiere bie alte unb bie neuere feinft' 
gefc^it^te fennl. !@erfcf|iebene frfllieie 3^een unb SRotine erfd)einen in bem Sßerfe 
Derfc^mDljen , baä fi(^erli<^ felber einS [einer SieblingSmerfe mar. <Si entftanb im 
freunblidien 3bqtl feineä Sondier SebenS, unb ju ben fiiielenben ffinbem, bie ben 
Sai^ tiinuntei Slüten fi^mimmen laffen, gab fein eigenes (Snfeldien, beS SilbtiauerS 
Ißeter Srutfmann ©o^n, bo« SDiobetl ab. Urfprünglic^ Ijatte ber ffünftler patt ber 
einfa^en 3nfrf)rift „Vita somnium brevp" über ben Srunnen eine ganje ©troptte auf eine 
©t^fifoffl gefclirieben : „I)ie ^ugenb ift ein SDlorgen — SßoQ Sidit unb o^ne ©orgen, — 
^\>od) fie ^ält ni<^t an. — ^aS ^nb niirb SSeib, toirb Sflam. — Sä folgt ein laftloä 
©treben — Slat^ tiö^erem ®Iu(f im Ceben, — Salb Sreube unb balb 9Iot, — äilefet ber 
füge iSob." hiermit mar Sö<ftin auSnaliminieife einmal über bie fonft grunbfät^licfi ein* 
ge^ltenen ©tenjen ber reinen aRalerei tfinauägeraten unb er Dcrbejferte aud) balb ben 



116 

offenboren SRififlrtff mit bct Sc^rifttafef, bie Sloerfe ni(^t UM qI6 abreißtolenber 
Bttfijottete. ßieWid&ete« ot« bie tm ®tofe (pielenben SIeinen ^at bet SKeiflcr ff^ioerlii^ 
getd^affen unb ftärfei Sr[d|üttembed atiä ben l£ob, bei mit einem ^rÜQel niufi bem 
fle&teiiili(^en ®m(e Quä^olt, aud) ui^t. 3""" Sürbißflen , tuo« er (^uf, gehört bie 
„gtü^lingS^^mne" (8(&ti. S8), au(ft unter faem Slomen ,33ie btei ©tojicn" belantit. 
^tec ift alleä in ben friic^eften, ^eiteriten 2:tnten ongelegt, bie oerfcfiiebenartigen Säume 
unb ©ttäut^er jeigen jene 6unte gärtung, bie junglcinienbe ßaubfnoJtien oft im grüt|Iing 
^den, iai 9Baffei unb bei meigblaue ^immel, baä lofige ^leifdEi ber brei ^oueit» 



«bli. lOS. Sil ^cft. 1!)9S begonnen. IRuicuin ju Wiild. (gu etile 88 u. Ii2.) 

gcftaüen unb ifire gtänjcnben ©eluanbet. Sltleä wetteifert an gatbe unb fteigert fi^ 
gegenjeittg in bet SBittung. 3« ber Stnmenbung priömatifift reiner garbentöne ift 
ber SWaler nii^t leicht »ettergegangen. Unb boc^ ift audi in biefem Silbe bie garbe 
mit jener Ölonomie angemenbet, bie Sücftin nie oergifet. 53ie äRengen ber ein« 
jelnen Selben, fo intenfio fie ouc^ ftra^len mögen, finb immer gering. $ier ftet|t 
et in funbomentafem ©egenfa^ ju ben Sofcriften Späterer Sdiulen aller Sönber, 
bie i^te ftarfen farbigen SBirlungen meift nur mit gtoSeni Slufmanb an garbmaterial 
etreidien. Bon unbeff^reibtii^er ^nnigfeit beä SinbrudS ift bie ,,$eimte^r", in 
i^rer oolfen Harmonie toarmer unb tiefer Söne. ©in ffianberer in altertümtii^em 



117 

©emonbe, lDot)l ein <B6)roi^a SanbSfnedit, ift in ben abenbftunben eineä ^fefttage« 
^eimgefe^rt unb fie^t nun, ouf bent Stattbe eineS SSanecbetlenä fi^enb, im ialt unten 
bae ^aiecifmi liegen. t)m^ bie ©eele biefed äRonneS ^inburdi if^t bie ganje ^rrlic^e 
Sonbfc^oft ge(e^en unb bie ßmpftnbung ift merftoürbig oerficft butcfi bie fpiegeinbe 
SBittung beS SBaffetä. Iiie Sanbldiaft ift unmittefiiüt einem JDlDtio, bem Störfentobef 
bei 3""'%' uai^gebitbet, 

®anj onbete Zänt fi^Iiig bet Huftier nrieber in bet 3ubit^ (fflbb. 89) an, einem 
Silb, baä merlmürbig in baS allgemeine ©eft^t ber gunft um 1888 ^etum ^inein< 



atb. tos. »er BmlAIlnig, ^ccat. (8u Stitt 180.) 

flimmt. <Si ift, üU ^abe ficfl bet 3Raicc Deifuifit ge|ül|lt, ju jeigen, bog er ba auü) 
mittun lönne. Unb ob tx'i lonnte! !DeT SebenSinfet (Slbb. 90) nmrbe fc^on gebadit; 
pe ift ^Qft ü(a jTOeite SBcrfion ber ®efilbe ber ©eligen, ^al6 olä ©egenftüÄ jut Ioten= 
in?e( ju nehmen, ^m ^afixt 1889 finb bie jwei erften DoKenbeten „SeSarten" beS 
Kampfes auf ber ^riicfe entftanbcn, bie eine auf (ofier ©teinbiude, figuren= 
reidi, ein ^ampf bon 9tSmem unb nacfter Sorboren, bie anbere ouf nieberem ©teg 
über tiefem Gaffer {W)b. 91). aßan tonnte bie erfle Stuffaffung foft aii eine *]Bara. 
p^rafe über Sfubenä' iKmajonenfd|Iad|t in ber Sßüni^ener Ißinalol^el anfe^n, aU eine 
liulbigung an ben großen SBIamen, ben Sötffin ob bet üppig ft^roeHenben Sebenffütle 



118 

feiner Kun^ fo ^ix^ gefi^ä^t ^t, bog er meinte, in btefem $unße fei Xijion ein 
9Ja4hüäd)ter gegen i^. Sine erft 1892 Bollcnbete Saffung beä SBrütfenlampfeä foH 
f<$on Dieijelin ^affri frfl^ei tiegonnen loorben fein. <3ie ift bie fi^Cnfte intb in i^er 
milben SBemegt^eit nibenfifctiel'te Don aDen breien. 

SKit ben üben etniäfintEn BitbnifTen „®ottfrieb fieUerä" — baä unfere 
(9(6b. 92), ift niegen feiner beforoHa'jeidinerifcEien Vuffaffung, bie fni SöJlin fon^ nic^t 
mieber Dorfornnit, befonberS inteieffant! — entftanb ungefähr gleichzeitig audi bet (^t' 
Wurf jur „©ottfrieb fter(er^9JiebaiIte*, iceli^e bann 8. ©(^arff in SBien, 
fe^t ju ISöttlinS 3"?'"**'*''^*'*. ou^fü^tte. Sä ift rü^renb, bei tSrcQ na(l)äulef£n, roeJcfie 
Sorgfalt SSödlin an biefe ii|m liebgenioibene 9(ufga6e nianbte. äßit einer anberen 
Wttbaiüe, um bie er fidi bemüfite, bie für baä ^ubitäum ber Sditoeiger SibgenDf|en> 
fi^aft, machte et aber um fo ft^fiaimere Srfo^rungen. 3iacJ| langem Sßerfu(^n nnb 
Unter^anbeln , nobei fii^ feine äJIitbürger mieber einmal nii^t Diel nieniger eng^etjig 
jeigten al<i etnft bie a3a|elnr, &efam ber ^rifer 3>uboiä bie SRebaille gut 9(ufiffl^ung. 
«US «Ötfliua gntttiutf ober mürbe boä brtannte (teiärunbe ©ilb ber „grei^eit" (1881). 
3n Büric^ ^Qt ber SDieifter begonnen, eine «nja[)l Don Xrifitgctien unb anbem me^r- 
teiligen ÜBilbern ju malen; ber Überfülle beffen, maS er ju fagen ^atte, entfprad) bai 
einfache ©ifb nicfet me^r. Sßon biefen Arbeiten finb bie erfte „aßarienfage" (1890) 
unb bie le^te, ,$or(^, ber $ain etfi^Qt Don Siebem . . ." tDO^I bie f^tiiä^^ft^' fc 
reit^ au(^ biefe Wtxtt an ISinjetfc^ön^eiten fein mögen. %lm roenigften gelungen f^eint 
an ber SRarienfage bofi aJHttetftütf, bie äRabonna — bie Sinjige übrigens, bie fflötflin 
ali jugenblirfie SKuttet barftettt. Um fo f^Öner ift bafür bie erft 1895 Dollenbete 
,,Veniis gpuitrix" (S(bb. 98), einä ber legten botüammen ausgeführten gröfeeren 
SBerle beS SDIeifterS, unb gugleii^ ein« ber farbenprä(^tigflen feines WterSftitS. An 
btefem Silbe Vt er nodi mit Dotier t^eube gearbeitet unb in feine teidie garbenftala 
finb, fojufagen, aUe Erfahrungen (eineS SebenS t|ineingearbeitet. iSon tio^itSDoüer 
änmut ip bie SRittelfigur , oon üppiger loIorifKfi^er $rad|t bie itafienifdie gamilien^ 
fjene beS reiften ®ettenf(ügelS. %i8 9Serf feineS fatirife^en ^umorS mug mon ben 



sbB. i«. endttn« ji<r 



■».!<». am esdlint fltna tN San Stminlco. (Su SclK 12t.) 

„Zeitigen SIntoniuä, ben Sifc^en pcebigenb", auffafTen (Slbb. 96). Oden 
)}rebigt bet o8IeHf(^e ^lige ben Sifctien — ein feifter ^i mit ^eut^terifc^ oetbce^ten 
klugen unb ^omm gefattcten Stoffen i^ bi§ auf bie Ufei^teine i)ttaaiqcho6)tn, um ju- 
5ul)3ren. Unten auf bei ^ebeDa jagen bie gefräßigen 9(au6Here tviebec luftig na^ 
SBeute, unb bie ®rofeen frcffen bie Steinen, 

3n ben legten äi'"'^*^ 3a^en entftanb ni«^ bet ,®ang jum Sacc^uS- 
tcntpel" (Slbb. 93), bet an feftticöer 4>"tetleit ber 5ot^e ber gtü^lingS^^mne nii^t 
weit nac^ftetit. 3lucE| ^iei bie flotften t^itcn beä $iilmag in fü^nfter iQetnienbung ! 
EQon allen fingen, nieldEie mani^e Seute Sücfün nidit t>etjei^en fönnen, ftnb ifinen biefe 
garben öietleii^t baä „UnDetieifitif^fle", unb eä inirb no^ geraume Qät Dctge^en, bi8 
fi(t| baä angemeine SBetftänbniä aui) auf biefe IBefonber^eit etfttedt, bi8 bie äRenge 
roeiß, baß biefe Setbfttienlid^teiten audi miiflid) $entid)feiten fmb. 2)aä tief nac^- 
benfiit^e öilb „91rmut unb ©urge", baä jegt bet ffartSrufiet @emä(begalerie ge- 
hört unb 1890 fertig mürbe, muß einem befisnbEra um bet rüt)renben ISeftoft ber 
„SItmut" midcn lieb fein; in i^t lebt bet ganje ffleii^tum unb bie ganje teine 9Iaioität 
bet ©ee(e ©ödlin«. S)a« 3ü^t 1891 brachte bie „Jot^ter bet ^erobiaS" mit 
bem liaupte bes läuferä (?tbb. 94) unb aU (e^te ebte grucdt bet 3ürirfier 3a^re 
„Sie beiben Sllten in ber ©attenlaube" (?rbb. 95), ge»i§ in cielet |iin- 
^cf|t eines bei metfmüibigften Silber beä aßeifterS, fotoo^I toai ben 3n(|att, ali toal 
bie Sarben- unb Maumötonomie ber Slrbeit angebt. SII8 ber ftünftlet on bieä ©ilb 
ging, nwr feine @)efunbfieit bereitä angegriffen unb er fpürte bie ©ebtectien beS 9(tter8 
man^mal fc^on tec^t beutlidi. (Si fiatte fieilii^ nD(^ ein ^o^i^jt^ni Seben Dor fi<^, 
ober in (einet ungelieueren iätigleit Vtte er tod) ft^on Oiel Don feiner Sraft nuä- 
gegeben. ®o (ann man root)! in bem Sllten, bei fo mäbe Doi ben bunten iSeeten beä 
@oitenS fi^t, fein eigene^ Sinnbilb bermuten. ^ie dleprobuftion in ©i^ttHnj gibt 



120 

gerat« Don biefem 99ilbe tetber nidit Diel me^r, aU ein ©telett; ^iei: fommt tatfädili^ 
aüti auf ble ^arht an. ü&rigend rouibe bie ^bee utfpiünglic^ nicfit buti^ einen (Sc- 
banlen bei Sie^mut angeregt, fonbem einfai^ buri^ ben Snbltd etned ©arten^ufeS 
beim SSater oon D. ßa(iwä in ^üricE), ben Sinbrud eine« ®artenfl bei Reiftet Srät|Iing«= 
luft, aai beffen bampfenbem Soben bie Xul^en unb ^Qagint^en ^emorragten , ba| bie 
^ßftonjen Dor beö Sünftterd Slugen gletcfifain toud^fen. liefen Knblid ^ielt Söcflin 
feft unb fing« „War baä iöilb in feinem fiopfe fe unb fertig". 33ie ©ejlalten ber 
mfiben ©reife jinb in erfter Sinie beftimmt niieber, bem ^ringip ber Sontrafte jultebe, 
atS ®egenfa^ ju ber treibe' unb SSerbeftimmung btö ©ärtlein^S entftanben, unb gerabc 
butt^ biefen ffiegenfafe rairften fie fo ecgreifenb. 

3n ben ^ürii^er galten ^at fii^ Sßilin roieberbolt plaftifc^en Seftcebungen ju- 
gemenbet unb aUertianb @(t|üneä unb äßerftnürbtgeä juiamtnen mit feinem talentcDÖen 
Si^liiiegerfD^n ^eter Sruifmann ausgeführt. „$ie Srunnen^erme mit bem ^o\if' 
fßnifl" (abb. 103) ifi roo^l bie mertroürbigfte Don biefen grüc^ten gemeinfamer «r&eit. 
fflödtin intereifierte ficfi lebhaft für baS Sßerf, baS er felbft bemalte. 3n Serfin ip- 
bie li^antafiebone ^erme auf SBunfi^ ber Saiferin ijrriebrii^ bann Don ber üudßeQung 
weg in ben SeQer gebracht morben. Unb ein ^nbant baju, ein SBleergirtt, ging mit 
einem @orgonenf(^iIb unb einer lici^ttiagenben ©tloDin 1S85 auf bem SSege jur 
Serliner StuäfteKung für farbige ^laftif jugrunbe. Set ©orgonenfc^ilb nmrbe mit 
aSnicfmann gufammen ein jWeiteS SRal ^eigeftettt. äui^ ein poar Sletief«, Don SSMIin 
bematt, Don bcffen ©cfiniiegetfofin mobettiert, efiiHetcn unb eine ouf gleii^em SBege mt- 
ftonbene SBfifte Don beS ^nftleie @ema^Iin. 9ImoIb iBödtin toar, roie ermäEint, ein 
teibenfdiafttii^er SBecfei^ter ber ^ot^c^romie in ber Sitb^uerlunft, norin i^n fein 
©tubium ber Sitten nur beftötigen lonnte. „3)ie alten @)nei$en mit itftem oirö« 
gefpToc^enen feinen garbengefü^I Ratten fi^ bebanft für foti^ mei^e @tf)9geft)enftei ! 
ISXii ift nur fo eine ^tt ber ^avm ^nftgete^rten. 3)ie atten ©tatuen naren otle 
metii: ober weniger bolflt^'^i'nt!" f"9te er- 

3m ^erbft 1891 lam SBcIfin mit einer firantfieit ber SEtmnngöorgane Don ein« 
Weife nac^ Sßertin jutücl — er mot mä^renb ber fogenonnten Süi^!^"^ -Seit überkam)! 
me^rfm^ auf Steifen — unb im [if'^iifiling barauf traf i^n ber erfte ©djfaganfa)!. @r 
fud)te ^tung an ber aKeeteBfüfte beS ©übenfl unb fanb fie ou(^. 3n einem fettfamen 
gatl einer fe^r taftigcn ©rfranfung, über bie fw^ bie Ätgte etft burdjauB nii^t Itat 
nuren, ixaifftt ttim ein Seebab ptägtii^e @rleicf|terung. @r ^ielt |tc^ toiebertiolt in 
@an ierengo am ®otf Don Sa ©pejia auf, roo jene „ffiitla am SWeer* mit bem 
bunten leppii^beet über ben roilben Stranbfetfen unb 1893 baä „ ©elbftbitbniS " 
bei ftünftler« an feiner Staffelei entftanb, bonn in ber SBiUo 3;orre SRoffa bei giefote 
nnb anberen ^ßuntten. S)er fletc SJedifel beS SBo^nfi^e« in biefer Seit ^ängt öietleit^t 
aüd) mit bem ©uiiiEn nadi einem Crt ju bauember SHeberloffung jufammen. Sßom 
Sierbft 1893 bis grütiia^t 1895 roo^nte er wieber in Storenj mit feibli^ ^ec- 
gefteOter @efunbf|eit. 3u Seginn beS ga^rcä 1894 füllte er fit^ fogar jiemlw^ 
frifi^ unb otSbalb ftanb eine SHeitie neuer ^öitber auf feiner ©taf^tci. 9Iad) bem 
Srance«co ba Sliraini («bb. 97), beffen Arrangement foft an pompejonifc^e 
SBanbbilber erinnert — SBötflin befcfiöftigte fi^ bamatä roieber einge^enb mit Untet- 
fuc^ungen über bie äRaterei ber atteu — ging er an bie Venus g«nitris, ben Dr« 
lanbo, bie Sillo am SReer, weifte er, roie bie le^te Serfion ber ,iRo(^t" 
für ben aSilberfiänbler ^enneberg malte. 3)er lafenbe Orlanbo war bei beä Sünftter« 
a;Dbe nocfi unDottenbet unb ifl in feiner gang neuartigen, noi^ feiner bifferenjierten 
gorbigleit ein Seweiö, wie Diet Der SDialer Sörfiin nocfi ju fagen ^atte. SBaS on bem 
Silbe fertig ift, ift oon ebenfo ftarfer afä feiner SBirlung, j. S. ber Sarren mit ben 
»toten, bie in bie fiuft ^inauäfliegenbe ®eftatt, bie in iOk^i^eit bem ginbrutf unferer 
Stutot^pie (Stbb. 100) entgegengefe^t, marm unb gelter gegen ben (alten, fdiroeren §immel 
ftefit. Sw« rechte 5(ügelbilb ber Venus genitrix (aibb. 98) ift Don ä^nlirfi ftorler 
garbigfcit. 9Iad| bem intereffanten Sßot^i)^em (Mbb. 99) unb einer ßanbf^öft mit 
jagenber ®iana ert)ob er fidi noiii einmal ju feiner DoHen §ötie in feinem ,^rieg". 







^.^^^ J^JJi^ /^^ 



ms. 106. »rf(fe «tnolli »salin». (3u ®*in M.) 



122 

^a9 Sitb fleQt tti<^t {otno^l ben ficieg, eis eine fcric 99t^anMuitg bes 31|fmae bei 
9I^t)tal^tifcfKn 8{eitei bai unb roacb juerft (mit ein dte^Ilen utib einer italienifd)eii 
Sanbf^aft) in tteinfrem i^omtat boHenbet. Hiitl btbeufamei ift bad itodte, gtB^ere, 
in Stebenbingen nii^t ganj boKenbete Sitb, baS unfere Kbbifbung 100 tiiiebergt6t. 
SBitber, graufiget, neroenerfi^ütteniber ^t ben ,@{^reden" noi^ leiner gemalt. Unb 
meli^ ^rben! 311^ Staf^Ränge alter Sieblingemotioe erfi^ienen nocf) 1897 „^an 
unb Slr^oben", 1898 bie „Rapetle" (Shiine om SReer), eine unöoHenbel ge» 
blitbene „SRctliomene'', bann „Sejaneira unb SReifuS", eine »iinberit^öne 
„äRelancfiotie'', an ber nur ber So))f DieQeii^t no(^ nac^beffember 91etufi$en beburft 
^ätte, unb ba8 tnenigft glädlic^e ber Xri^t^en: „^oi^, ber $oin erfc^alU 
Bon Siebern", an bem roirtti«^ beutlit^e Spuren be8 SItet« ju merfen pnb. ©in 
,3l5tenber $an", bon einem ^nberreigen umgeben, foD 1898 no^ in Arbeit 
geinefen fein, ebenfo bie [d^on ermähnte .^eff (^b. 102). 3)og bted legte Silb, anB 
ber „Spolera" Don 1876 ^eiborgegangen, nid|t me^r fertig tuurbe, ift befonberä f(^merj< 
lii^; Hingen borin boi^ bie lüfnften loloriftifrfien SRoten, bie SBcftin je getwigt ^t. 

3m Slpril 1895 jog ber faft Slditunbfe^jigtä^rige in bie ^Qa ju @an 3)onienia) 
bei c^efole ^inaud — fein eigene^ $eim! ,@d fyiU ii) enblidi eine ^mat, nac^bem 
idi lange genug herumgetrieben toorben aii ^matlofer Sßagabunb," fi^rieb er, trrie 
$. SI. Sdimib miiteift, bamald an feine ©cEinK^er. Unb bie fpät erroorbene ^mat 
tooi be8 großen äßanneS toeit! SSon allen Seiten umgaben i^n Innbf^ftlii^e ®d)Sn> 
(leiten («bb. 104), roie er fie auf früheren Bitbem oft gefi^ilbert, unb im $oufe felbp 
mar Sßo^I^ben|eU unb Seggen. Unfer Silb 105 gibt einen 9taum auS ber SiOa 
mieber. %ln ber ^anb ^ängt ber unoollenbet ^interlaffene ^uluä, ^ejaneira unb 
9tefTuS unb rüdmärtä baS fc^Bne, emfte Setbpilbni^ von 1873. 

gn ©an Domenico Iiatte ber SDleifter aU feine Sieben um fic^ wrfammelt unb 
geno|, fo ffieit i^n bie arg gefe^n>äcf)te ®efunb^eit baju fommen lieg, feinen Sebendabenb 
mit geflogen. $ier tierlebte er aud| 1897 feinen ^ebjigi^en @eburtätag, ber in Safel 
bur^ eine grogartige BötHinauöftellung, in ganj S^cutfc^tonb bur(f| Sefte, $ubfitationen 
unb auf aQe mlig[i<6e anbere ^ife gefeieri tnurbe. ißon biefer Qät au, bie tootjl int 
®emflt beä Sangoerfannten tiefe unb nic^t buri^meg freunblic^e Sinbriiile ^interlaffen 
fiaben mag, brüifte bie SButfft beS SÜter« i^n immer fi^loerer. Sein ©prod^tjermiflen 
mar bur^ ntieber^otte S(^(aganfäQe be^inbtri, bog @e^ mürbe tl^m (lari. 9m 
16. Januar 1901 ift er nat^ turjem ^ntfein fanft entfdilafen. tPn totfftS Slagen 
ging burt^ bie beutfc^ ^tunoelt — bafi offigieDe sieutfc^ianb aber legte nid^t einmal 
einen Sranj auf feinen Sarg! 

%uf ben ^Jtenfc^en Sbcftin, auf bie Dielen unb tierfcfiiebenorttgen ^ntereffen, bie 
i^n att^ neben ber &\m^ beuegten, auf feine @efiunungen unb äRetnungen einjuge^en, 
fe^tt ^ier leiber ber Slaum, ber nur eben genfigte ^r eine Inappe Überfii^t feinet 
fünpterifc^en äßerbenö unb ©rfiaffenS. SS märe |öd)ft anjie^enb, jum Seifpiel über 
feine ^eftrebungen jur Sdfung beS Slugf^oblemS ju berit^ten, baS t^n fo fe^r 
befi^äftigte, ba| er in aRomenten ber ^orfd)« - Srregung feine ganje Sunß gering 
achten tonnte im SSei^öItniS ju biefer Slufgabe. ÜBOiflin mar übrigen^ auf bem ®ebiete 
ber Stugiet^nit nii^t etma ein ^^antaft unb Dilettant, fonbem er arbeitete fo emft^ft 
unb jielbemugt, bag $elm^oIt( ben Don i^m eingefcblagenen ^eg fetir günfHg beurieUtc. 
2)ad fireu|tf(^e ^egSminiftetium ^t fic^ für i^n interefftert, 33emei StemenS noUte 
fi^ feiner 3been annehmen, ftarb aber — unb Söcflin mürbe burrf) jtnci SditaganfäQc 
om Weiterführen biefer gbeen ge^inbert, Wel(I)e ÄoHe bie SRufil in feinem Seben unb 
äBefen fpielte, ift angebeutet morben. (Sx na^m an allen Xageäfragen teb^ften Sntcil 
unb bie Slufregung feiueä testen SebenSja^reä bilbete, mie man erjä^iU, baS Sc^itffat 
ber Suren, baä er mit ft^merjlic^er Seilna^me unb o^ne Hoffnung Derfolgte ! ©c mar 
immer auf ber Seite be§ 3ied|te8! — 

SBaS er un^S fein nitrb für bie beutfi^e ^nft? SSitr niffen faum no<^ recE|t. 
maö er unä ift! iRodi lange nidtit genug, ma8 er mar! SBaS fii^ ^eute für ben 
flödiften fünftlerifi^en ^ortfc^ritt ^ält, fing langft mieber on, itm genau fo gu betritteln. 



123 

loie jene, faie einmol twii fläglidiften iftütfic^ritt befaewtden. Qene ©ttötnung, Welche üKe 
innere SBebeutung im tiitbnerl(ti|en Sunftiwrf jugunften einet »trtuofen unb rafftnierten 
äußeren Wia6)t preiägelien ntill, (ann freilii^ nit^t mit bem fßlaltx fertig Werben, beffen 
^tbet ben tietften perfönlidien ©e^alt bon attn Slilbern bei 3a^r§unbert3 (latten. 
Unb bie 3ntemQtiona£ttQt, bie pe ouf bic S5a^ne gejc^rieficn ^a6cn, po^t auc^ fc^tet^t 
äu bera urgetmanifc^en Seien unfereS älietflerS. SBte ollem geroaltfamen iinb )]löj(tt(f|en 
Süt^tungäniefen in ber @unft rairb ti freiließ aut^ bem (Süangelium Don bei aOetn 
fetigmoctienben ^mprejrion ergetien. ^njioiSc^en bringt 58Ö(RinB Sunp immer tiefer ins 
beutfdie SdK unb ^offcntlidi aui^ in bie ^erantuoc^ienbe (ünftterijc^e gugenb, unb bie 
tific^fle ®eneratton tritt bonn DieQeii^t baS getoattige @rbe an, iai nni ^elfter 3moIb 
^intertofTen ^at. 3;iefe« ffirbe fotl freilit^ ni^t in einer geiflli)(en Stu§i»lünberung feiner 
nai^ eigenen ®efic^ten ge[d)Qffenen gormeniDeÜ, nod) in bet glatten 9iac^o^mung einer 
farbigen ^larfteUung^rt (iefte^en, bie nur einem ä3ö(f(in mQgli^ unb nur einem ÜJ&iltn 
ertaiÄt toor. ®o8 ®rö6te, maä et un8 ate Sorbitb fiinterliefe, ift ni(^t feine glanjootle 
gotbenturtp unb fein ^fobfinbertum nadi ben SSunbetlonben bei ^^ntope — biefe« 
@[5gte ij^tfft in bet noQenbeten $o^U unb Steinzeit feinet fün^Ierifc^en @efitinung! 



Perzefdinis der Bbblldungen. 



Ib. ^it 

giota. (garbtaes Jilelfiitb.) 
, Sanbff^ft mit Butgruitw. 1847 . . 2 
1. %tUWuiS}l im OTonbtt^ein. 1848/49 . 3 
I. mm\W Sonbf^aft. 1852 .... 5 
l. ffl8mi|(^ 2Qnbf(6«ft. 1852 .... 6 
>. Sljriiij fliegt uot ^u. 1854. »«mälbe- 

galerie, Bresben 7 

i. fimlaui: unb Stqm^i^t. 1855. Slational* 

galerie, Setiin 8 

f. enttDutf ju Smlaur unb Siqmt)^ . . 9 
). Qäilinntt% ju iJaun unb 91qm))^c. 18&6. 

9!atiiiniilgalm«, löerlin 10 

). $an im ©(^ilf. 1857. Km ^tnafotH 

SlHändien 1! 

1. Banbfleniälbeim^uteaBtbdinb. 1858. 

„Seit bct Sultur" 12 

1. SBonbgemölbeimJiauleiSrtrtinb. 1858. 

»tennenbe fflutg 13 

l. $aneifi^ieAeinengiTten. 1860. Bijadi- 

galerie, aßün<$en 14 

:!. S)ie 9[Qflb bet Diana. 1863. 9Bu|euin, 

»aW 15 

4. ©Hbniä gwng Üen&at^«. 1860—1862 16 

5. %(ilbniS bet 3:iaB9bin Onnnq ^anauft^el. 

1860-1862 17 

B. goun einer Snifel jupjeifenb. 3"*'** 
gadung. 1864—1865 

7. »ilbnia ton gcau «Örflin. 1863? . 

8. SiKa am IRkx. ISrfle gaffung. 1864. 

Sdiaitflalerie, anündien 

g. aitremiii^e Seinj^enle. i£r^ i!raf[ung. 

1865. ©i^arfflaterie, aitün^en . . 

0. SiQp^nie unb Htmat^aiS. 1866. Xie 

SEtage ber Ritten 

1. arnuer bet Smüßbalena. 1868. aKufeum, 

a3a(el 

2. giöfitinflSteigen (SBiejenqueffe). 1869. 

33tt8benet ©aterie 

3. Rünig Sauib. 1866. ^tSto im Sarafin- 

Idien ®atlenf|auS 

4. Magna mater. 1868— 18T0. Steifo. 

SKuJeum, Sojel 

5. aJlebuio. Um 1878 

6. ffritifuä. gieälo. Sllufeum, »a(el . , 



27. ftarton jui gioto. %Kito. TOufeutit, 
fflaftl 31 

28. Sie eitbutt bet «enuä. 1869 ... 32 

29. SKötbet öon Surien «tfolgt. 1870. 
Sdiadgalerit, Slttn^en 33 

30. *t« ?feBt41u4t. 1870. 6c^adgoIetit, 
SKfln^en H4 

31. gnt^Iingeianbf^oft. 1870- 64a(tgoIerie, 
aJtflnt^en 3ä 

32. Set «itt be« Sobeä. 1871 .... 37 

33. Sanbpeitimagle uon bet S3a(dei ^nft> 
liaDe. 1871 38 

34. Saubfltinmaele Don im Safdet 9hin^ 

I)aBe. 1871 39 

35. ©apl)t)0- 1871 40 

36. Stlbft&ilbnie. 1872. Stationalgaletie, 

«etlin 4! 

37. 3Relnnd|olie. 1871 4Z 

38. äöerfaH einet aReeteSbutg bui^ See- 

tfiubet. 1672. SditefilC^ Shifeum, 
»teSlau 44 

39. eilbnt0bet3;o(t|lerbe«&anflIfTä (grau 

aiata »tuilmonn). 1872/73 ... 46 

40. ^Jieti. 1879. gtaHonalgoIerie, »etlin 46 

41. Ititon unbKerelbe. 1873/74. S^tttf- 

gotetie, SMndien 47 

42. SeteS unb ffloct^uB. 1874 .... 

43. Span unb Bi^mp^e. 1874 

44. gta^IingS^immung. 3n)ifd|en 1871 unb 

1874 

45. Sitenen. 1874/73 

46. Sautenfpielerin. 1875. ©(^lejift^ef fflu- 

feum, SreSIou 52 

47. gbqne. 1875 53 

4a »irbniä abolf fflo^etSboifei«. 1875 . 54 

49. giota, S9(umen fti^uenb. fiotton gu 

einem QtlaSfenflet. 1875 .... 55 

50. giota, bit IBlumen nnfenb. 1876 . . 56 

51. SpietA. 1877 57 

52. E^aion. 1877 58 

. 53. Iiie fflefilbe bet Seligen. 1878. Ülational- 

j galerie, ffletlin 59 

54. Äcntoutenlompf. 1878 61 

j 55. ©ilbnifl ber gtou uon ©uoito. 1878 . 62 
I 56. I^iE fterbenbe fileopotto. 1878 ... 63 



48 



50 



. Siuggieto be|ieit Stngtlicd. ]8T!). 9!act) 

«rioft 

i. X)ie aHetceSbranbung. 1879. ßgL ®t- 

mdlbcgalerie, Scrltn 

I. grü^linaäiibenb. 1879 

I. ®tl6ftbiIl)niS gnbc bct \itbmn 3ütire 

. «m Ouea. 1879 

:. Stunn am SReei. Sotftufe beS Ijeilifl- 

tum« beS $«QReä. 1877—1879? . 
.. Xie Xotentnfel. Erite DoQcnbete gaflung. 

1880. Befiger ®raf Drioln . . . 
:. 3;ie lotcninyel. ®rittE gaffiing. 1883. 

Seriferin gwu S^ön^Ming ■ ■ . 
I. SrilonenfamilK. 1880. TOulemn, äHngbe- 

butfl 

1. ffluineamaB€et. Sroeitegaifung. 188a? 
'. Gommntag. 1881. iStmäibtQaltxk, 

IBrrtben 

I. Veritas. 1881 

I. Cluea in b» St^lt^Iui^t 1881 
I. tin i)tüiac &ain. 1882. 3Buinim, »ufel 
. Iii^tuna unb SBaletel. 1882 . . . 
I. Detfiomnf ouf betStüde. 1882. 9Ia(t 

Hrio|i 

;. Si^Dinet^eue. Scfte Safiung. 1862 
i. ObqfTeu« unb fialqpfo. 1883. aHufeum, 

»otel 

.. 3m Spiel btr ^flen. 1895. «tut 

«ßinolot^el, SKflndien 

;. 3m Wetze (Seetingeltangtl). 1884. . 
'. "Xiüe Heiligtum beS $ctane§. Qmntt 

Jfadung. 188i 

l. gaune be(au((^en eine Sqm))t|e. 1884 

begonnen 

1. ©act^anal (Dftobcrfeft). 1885? . - . 



I. Eelbftbilbniä bon 1885 

. Sae@4)id bti91aiaben. 1886. Viu- 

feum, »flltl 

:. §ert[tgebonten. iaa6 

;. «Keereeftifle. 1887. aBufeunt, Bern 
.. Sieb', eS 10(^1 bie Hu! 1887 . . 
.. SWeeieSibqde. 1887. aKoberne Salerie, 

SfBien 

1. Sujanno im 93abe. 1888 .... 
'. ViUsomniumbreve. l888.3KuIeuin, 

»otel 

i. Si^&^liuS^^mne. 1886. €Mbtii<:^e£ 

SHuJeum, Seipjig 

I. 3ubit^. 1888 

I. 5)ie fiebenflinfel. 1888 

. 3iemeTf(^(ac^t. giueite gaffung. 1889 
I. »ilbnia ©ottfrieb Äeöetl. 1889 
:. Set @ang gum Bacdiuötempel. 1890 
,. Sie Xoäfitt bet ^eiobioS. 1891 
I. 3n bei atartenlaube. 1891. Sünfllei- 

gefeaic^oft, Sttri.^ 

i. 2>e[ beilige KntoniuS firebigt ben 

glitten. 1692 

'. ffiancelco ba fflimini unb ^oto 

SKalatelia. 1893 

I. Venus genitrix. 1895 

I. 9pol9l>b"n. 1896 

I. ji€i Stieg. 31"^'* (!r<if|ung . . . 
. ^lerrafenbeStotiiRb. 1900. Xa^acioft 
:. 3)ie $eft. 1896 begonnen. Stufeum, 

«ülel 

i. Der 2froj^lSnig, ^enue 

;. BBiflinfl ffiiOa in San S)omenico 
I. «u« SBadlina ffiiffa in San 3)omentco 
I, Briefe «niolb BBdIinS 



pt)OtogtapI|ifi^c Union in ITtünc^cn. 

arnolö Böcftlin 

(Eine flusmaf)! feiner EferDorragentitten IDerke in pi^tograoüre. 
Dier Bänöe in (Brofefoliofotmat ä HI. 100.—. 

Bantt I, II unb III mit je 40 p^otogtaDfiren , Banb IV mit deren 30 unb 
bei mit 101 Ze|taEit)i[bungen gefdimüditen BlogiapI)te bes Kfinftlers oon 
prof. Dr. ^. R. S(^mt6 (UmDet(ität Ba(el). 

Die IDcrfec Hrnolb Böcfelins 

in 6et Kgl. nationdgalerie in Berlin. 

ntit einem begleitenben 1Ee;rt oon 

Qugo DOn lCfd)u6i, Diietttoi bei nationalgalede. 

(BrofefoUofoimat, 6 pijotograoüren unb 17 Atibilbungen im lejt. 

(Eleganter prat^tbonb ITT. 30.—-. 

Die IDerke flrnolö Bödilins 

in ber ScEfa^galerie 3u TTTüni^en. 

12 pttotogiavüien mit erläuteinbem Ce^t non 
Profeffor Paul Seibel, Dirigent bei Kunftfammtungen in ben Kaif. S^Iöilem. 

(Brolfolioformat. 3n tTloppe Üt. 50.—. 

fftn2l>IhTÄH'l>r '" P^otogiaoüre (ein- unb meljt. 
^l^in^KlVlUUKl ftttblg) unb getönten Kolile6iu4en 

nadi öen ffetoortagenbiten IDerften Bö*Iins. 

^;'ÄSr; Mn|tlcrijd)cn rDanöfdjmu* SS 

3IIu|trierter Bc)(^[tn > Katalog mit 66 Abbilbungen für 10 Pf. franlto. 



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